Es ist Liebe.

Wenn sie freudestrahlend auf mich zugelaufen kommen.

Wenn sie niedliche Wortkreationen erfinden oder nachplappern.

Wenn sie mit großen Augen die Welt bestaunen.

Wenn sie kichern, weil sie Unsinn machen.

Wenn sie etwas Neues lernen und deswegen schrecklich stolz sind.

Wenn sie sich gegenseitig trösten.

Wenn sie sich ankuscheln, weil sie müde sind.

Wenn sie toben, weil alles blöd ist.

Wenn sie mit Händen und Füßen von ihren Erlebnissen erzählen.

Wenn sie vor Begeisterung nicht wissen, wohin mit sich.

Wenn Sie ihre Zuneigung bekunden auf 109 verschiedenen Wegen.

Wenn ich arbeiten war und sie vermisst habe.

Wenn sie sich verpetzen.

Wenn sie sich verstecken.

Wenn sie mit ihren Fahrzeugen durch das Haus brausen.

Wenn sie da sind. Wenn sie weg sind. Immer.

Es ist Liebe.

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Einkaufsabenteuer

Was das Thema Einkaufen betrifft, bin ich eher, äh, nennen wir es ängstlich, seit die Wundermädchen da sind. Zumindest, was Lebensmittel betrifft. In die Stadt, um in die Drogerie zu gehen oder wo alles problemlos mit Kinderwagen funktioniert, fahre ich natürlich allein. Aber allein mit den Mädchen Lebensmittel kaufen? Mache ich nicht. Wir leben ländlich, um zum Einkaufen zu kommen, muss man mit dem Auto fahren. Als die Damen noch Winzbabys waren, waren wir immer zu viert los und hatten die Kinder im Tuch gebunden, oder der Wundermann ging allein. Als M. begann, sicher zu sitzen, war es etwas entspannter, da bin ich auch oft allein los, M. durfte im Einkaufswagen sitzen, A. band ich ins Tuch. Das ging so lange gut, bis A. nicht mehr ins Tuch, sondern in den Einkaufswagen wollte. Seitdem geht entweder meine Mutter mit uns, oder der Wundermann. Klar könnte ich zwei Einkaufswagen schieben, aber an der Kasse und wenn viel los ist oder gerade Ware verpackt wird… Das ist mir mit den Zappelmädchen zu stressig. Meine Mutter geht gern mit uns, wir treffen uns auf dem Parkplatz dort und los geht es. Nun ist es aber so, dass sie nächstes Jahr ein paar Monate nicht da sein wird, vielleicht schon ab Januar. Also habe ich mir heute ein Herz gefasst und habe es mal wieder allein versucht. Erst hatte ich überlegt, ob ich den Kinderwagen mitnehme oder eine Tragehilfe, aber dann beschloss ich, M. laufen zu lassen. Wenn wir spazieren gehen, ist es mit ihr immer unproblematisch, sie ist immer in meiner Nähe, läuft nicht weg. Ich dachte, das könnte also funktionieren.
So fuhren wir dann mit einer langen Liste einkaufen.

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Mein Bauch kribbelte nervös, aber alles klappte ziemlich gut. M. lies sich gut lenken, A. hat nur einmal gefragt, ob sie auch laufen darf. Aber diesen kleinen Weglaufwirbelwind traue ich mir noch nicht zu, wenn ich allein bin.

Ich bin so froh, dass es funktionierte und hoffe, das geht eine Weile so, bis A. vehementer auf Laufen besteht. Und dann? Tja. Dann überlege ich neu.

(Natürlich machen die meisten Eltern sowas mit Links allein. Aber ich musste bisher nicht. Und Hilfe haben ist auch nicht falsch. ;))

Ein liebstes Hobby

Meine Wundermädchen sind gerade ganz verrückt nach Knete, oder „Ete“, wie A. so schön sagt.

Natürlich kneten sie nicht, wie man sich das sonst so vorstellt. Sie zerbröseln, matschen, erkunden und fordern Mama auf Kugeln zu formen oder Tiere auszustechen, die sie dann zerstören können. Mittlerweile versuchen sie selbst auszustechen, das gelingt aber noch nicht sehr gut. Das Schöne an diesem Spiel: Sie lassen sich wirklich lange und ausgiebig damit beschäftigen. Aber, und hier ist der Haken: Leider, leider hält die gekaufte Knete nicht sehr lange.

Gerade kneten wir mit der letzten Farbe aus dem gekauften Set und eigentlich möchte ich keine Neue kaufen, sondern selber machen. In den großen Weiten des Netzes findet man tausende Rezepte, das überfordert mich etwas. Also, liebe Internetmenschen: Ich suche das ultimative Rezept für Knete. Habt ihr es? Lasst ihr mich teilhaben?

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Tja.

„Mit der werden sie noch viel Spaß haben.“ Vielsagendes Zwinkern, verschwörerisches Grinsen.

„Die wird mal viele Männerherzen brechen.“ Wissendes Nicken.

„Die sollten sie aber gut im Auge behalten.“ Prüfender Blick.

Ich HASSE es. Menschen, die wir kaum kennen (oder gar nicht), die meine Kinder kurz beobachten und dann BEURTEILEN. Als wäre die Zukunft der Beiden fest besiegelt und man kann aus ihrem Verhalten ALLES ablesen. Besonders im Fokus steht A., seltsamerweise. Vielleicht auch nicht seltsamerweise. M. ist schüchtern, wenn Fremde in der Nähe sind oder wir in einer fremden Umgebung sind. Sie will dann auf dem Arm bleiben und geht niemals auch nur einen Schritt von unserer Seite. Das scheinen die Leute zu mögen. „So ein braves Kind.“ (ORRRR!) (Ich warte noch auf den Spruch: „Stille Wasser sind tief“.)

A. hingegen ist mutig. Sie schaut sich um, und wenn andere Kinder in der Nähe sind, läuft sie los, will mitspielen und hat einen Riesenspaß dabei. Wenn keine anderen Kinder da sind braucht sie ein paar Minuten und geht sich dann umschauen. Sie ist sehr selbstständig und offen, kommt nur zurück zu uns, wenn Fremde sie ansprechen oder ANFASSEN (ORRRR!). Aber das allein reicht scheinbar, um uns Eltern eine düstere Zukunft mit unserem Kind vorherzusagen. Denn sie wird mal eine ganz Schlimme, wenn man glaubt, was die Leute so sagen. Außerdem hat sie ja strahlend blaue Augen. Das sagt ja wohl alles, nicht wahr?

Ach, Menschen. Manchmal macht ihr es mir nicht leicht, euch und euer Schubladendenken zu mögen.

Krankenhaus, die Nachwehen.

-M. will nicht mehr fest in den Arm genommen werden.
-Sie wird sehr schnell wütend und verzweifelt.
-Sie möchte nur mit Körperkontakt schlafen.
-Man darf ihre Hände nicht anfassen.
Laute Geräusche machen ihr Angst,
-Sie brabbelt sehr viel mehr als vorher.
-Sie lässt ihre Schwester nicht aus den Augen.
-Sie will nicht Auto fahren.

-A. lässt mich nicht aus den Augen.
-Sie verlangt danach, gestillt zu werden obwohl sie längst abgestillt war.
-Sie schläft nur neben mir. Sie bleibt auf keinen Fall bei ihrem Papa, wenn ich duschen will oder zur Toilette.
-Sie ruft dauernd nach mir.
-Sie spielt nun sehr ausdauernd allein.
-Ich muss beim essen neben ihr sitzen., damit sie nicht weint.

Und ich?
Ich bin müde. Sehr müde. Erst jetzt spüre ich, wie anstrengend alles war. Ich hoffe fest auf ein baldiges Ende der Nachwehen, damit ich Zeit zum Luft holen habe.