Das Abstillen: Ein Teilerfolg

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich es schaffen würde, meine Mädchen so lange zu stillen, hätte ich es nicht geglaubt. Und ich hätte auch nicht geglaubt, dass ich es vermissen würde, wenn es zu Ende geht. All die Anstrengung, die Schmerzen, die Tränen der ersten Zeit. Ich habe fest geglaubt, ich könnte es nicht abwarten. Jetzt ist es aber so, dass mir das Abstillen zwiespältige Gefühle macht.

Es erwartete mich nicht nur eine Überraschung beim Abstillprozess: A., der kleine Stilljunkie, hat das Essen für sich entdeckt, seitdem sie einfach alles bei uns mitessen darf und die Breizeit offiziell beendet ist. Sie stillt sich gerade ohne mein aktives Zutun von selbst ab. Sie isst und isst, weiß vor lauter „Mmmmh… Namnam“ gar nicht, wohin mit sich vor Glück und braucht mich scheinbar als Nahrungsquelle nicht mehr. Konkret bedeutet das, dass ich sie tagsüber und nachts gar nicht mehr stille, nur noch am Abend. Und auch das lässt sie mittlerweile immer mal wieder aus oder stillt nur ganz kurz. Ich biete ihr das aktiv nicht mehr an, stille sie nur, wenn sie deutlich danach verlangt. Also nicht mehr zum Einschlafen, das Ritual hat der Wundermann nun übernommen: Er schaukelt und summt sie in der Federwiege in den Schlaf. Das genießt sie so sehr, dass sie, wenn sie doch stillen wollte, danach nichts mehr von mir wissen will, sondern nach ihrem Papa verlangt. Exklusivzeit nur mit ihm allein, das findet sie großartig. Wenn sie dann schläft, bringt er sie mir ins Beistellbett. Nachts muss ich ihr dann manchmal noch beim Schnuller suchen helfen, aber ansonsten schläft sie. Ja, sie schläft. (!!!) Und ich spüre deutlich an mir, wie sehr diese kleine Entlastung schon zu meiner Erholung beiträgt und ich neue Kräfte sammeln kann.

Auf der einen Seite ist das eine unglaubliche Erleichterung, auf der anderen Seite bin ich aber auch ein bisschen traurig. Abschied nehmen ist nie einfach.

(Das Abstillen und M. ist ein ganz anderes Kapitel. Dazu an anderer Stelle mehr.)

Körperlichkeiten

Sechs Hormonbehandlungen, zwei kurze Schwangerschaften, eine Zwillingsschwangerschaft: Sie haben Spuren hinterlassen. Deutliche. Und die meisten Spuren werden wohl bleiben. Gerade arbeite ich hart daran, mich damit anzufreunden.

Wo fange ich nur an… Jede Hormonbehandlung ließ mein Gewicht tanzen, ich nahm zu. Stetig. Nach jedem negativ nahm ich auch wieder ab. Aber ein klitzekleines bisschen Extragewicht blieb immer. Die zwei kleinen Schwangerschaften haben an meinem Körper vermutlich keine Spuren hinterlassen, „nur“ in der Seele. Die Zwillingsschwangerschaft allerdings schon. In Fakten heißt das: Kaputtes Haar, brüchige Nägel (das geht doch nach dem Stillen wieder weg?), und am deutlichsten hat mein Bauch gelitten. Tief eingerissenes Gewebe, mittlerweile zwar blass vernarbt, aber unwiederbringlich da, zuviel Haut (ich hab die Hoffnung aufgegeben, dass sich da noch was tut), loses, weiches Gewebe, so dass mein Bauch, trotz dass ich einigermaßen schlank bin, immer lustig zur Seite ‚rüberfällt, wenn ich mich auf Selbige lege. Und die größte Baustelle erwartet mich noch: Was wird nach dem Abstillen von meiner B.rust übrig sein?

Mein Körper hat Einiges geleistet, darauf bin ich stolz. Aber mit den Spuren muss ich mich noch anfreunden. Ich schaue oft an mir ‚runter und erkenne mich nicht wirklich. Das neue Ich und ich müssen wohl noch ein bisschen zusammen wachsen.