Wenn die Sehnsucht gestillt wird

Wir feiern heute 35+5. Wer hätte das gedacht? Nun bin ich jeden Tag entspannter und ungeduldiger, mit soooo viel Vorfreude. Und nervös bin ich auch.

Zeit für ein kleines (Zwischen)resümee und Zeit, um mich mit meinem Wunderbauch zu versöhnen, ich war ihm ja zwischendurch sehr böse (http://emmaswunderwelt.blogspot.de/2012/02/abschied-und-ein-neubeginn.html).

Es gab Zeiten, da war ich ziemlich verzweifelt, habe nicht daran geglaubt, dass ich je eine Schwangerschaft länger als das erste Trimester erleben würde. Die Sehnsucht bestimmte mein Leben, ich habe mich völlig der Diktatur dieses Wunsches unterworfen. Nach dem Post machte ich eine Pause, die eigentlich nur eine Pause von der Kinderwunschmaschinerie war, denn meinen Zyklus und meinen Bauch beobachtete ich immer noch akribisch. Und die Sehnsucht war einfach nicht loszuwerden. Also wagten wir noch einen Versuch, den Letzten, der von der Krankenkasse unterstützt wurde. Dem Wundermann sagte ich, das sei definitiv das letzte Mal, aber ob ich das wirklich hätte einhalten können? Ich meine, diese Sehnsucht war einfach allmächtig und früher oder später hätte ich ihr nachgegeben. Da bin ich ziemlich sicher.

So starteten wir den „letzten“ Versuch im August. Endlich kam die Mens, endlich durfte ich spritzen und obwohl ich exakt dieselben Medikamente wie in den stimmulierten Zyklen zuvor hatte, reagierte ich anders, die gesamte Stimmu lief optimal, keine schlechten Nachrichten. Am 6.09. bekam ich also zwei Blastos zurück und die schlimme Zeit des Wartens brach an. Mein Körper verriet nichts, ich war mir sicher, dass es nicht geklappt hat. Schließlich war ich schon zwei Mal schwanger, wenn auch nur kurz, und das fühlte sich anders an. Also schmiedete ich Reisepläne, ich brauchte was zum Festhalten, war schon wieder traurig und verzweifelt. Nur der Wundermann blieb gelassen, glaubte weiter fest an unser Glück und behielt Recht, am 16.09. hielt ich einen deutlich positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Drei Tage später bestätigte der Bluttest die Schwangerschaft und seit dem 27.09. wissen wir, dass wir Zwillinge erwarten.

Dann begannen die Ängste. Bleiben Beide? Sind sie gesund? Ein paar Wochen begleitete mich auch extreme Schwangerschaftsübelkeit, die meinen Lebensraum auf Bett und Bad beschränkte. Aber als das endlich aufhörte durfte ich eine ziemlich unkomplizierte Schwangerschaft erleben, mit so vielen wundervollen Momenten. Das erste Kitzeln im Bauch, die ersten Rundungen, die ersten deutlichen Tritte, die ersten Beulen, die ersten Reaktionen auf Geräusche… Es war und ist eine wundervolle Zeit und ich bin unglaublich dankbar für das Alles.

Nun sind wir im Endspurt und es erwarten uns so viele weitere erste Male. Die Sehnsucht ist nicht gestillt, sie ist nur anders. Unbeschwerter, glücklicher, hoffnungsvoller. Bald sind wir Eltern. Es kann einfach nichts Schöneres geben.

Wildes Durcheinander

Ich bin nun in der 16. Woche schwanger, heute zähle ich 15+5. Ich dachte, wenn ich schwanger bin habe ich unendlich viel Zeit für Alles, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht mal annähernd das schaffe, was ich sonst neben der Arbeit erledigt habe. Es geht mir zwar besser, keine Blutungen und keine Übelkeit mehr, jedoch lasten mich klitzekleine Aufgaben für einen ganzen Tag aus. Wenn ich dann noch ein Freundinnenfrühstück oder -kaffee an einem Tag geplant habe schaffe ich es kaum  noch irgendwie produktiv zu sein. Nachts schlafe ich außerdem sehr schlecht (Vorbereitung auf das was kommt?), so bin ich dauernd müde und das ist nicht gerade förderlich. Wenn ich meine Müdigkeit ignoriere folgt die Strafe auf dem Fuße: Der Bauch zieht dann und zwingt mich so zum Ausruhen. Also passe ich besser auf uns auf und gewöhne mir schon jetzt etwas von meinem „Ich hab´s gern ordentlich und sauber“ ab.

Gerade habe ich so eine Phase, wo ich es schrecklich unwirklich finde, dass Leben in mir wächst. Ja, meinem Bauch kann ich beim Wachsen zusehen und die anderen Wehwehchen habe ich euch bereits beschrieben. Aber ich kann die Wunderwesen noch nicht spüren und ich weiß ja auch noch nicht, ob ich Mädchen, Jungs oder Beides erwarte (das wissen wir dann endlich nächste Woche…). So verrückt es klingt, diese schreckliche Übelkeit und die Blutungen haben es irgendwie realer für mich gemacht. Also befinde ich mich gerade in so einer Art Schwebezustand. Der Wundermann beschäfigt sich schon seit Wochen mit der Namensfrage, ich kann das noch gar nicht so richig. Ob das nächste Woche besser wird, wenn die Wunderwesen sich geoutet haben?

Und da gibt es noch so ein Erlebnis, dass ich teilen möchte. Ich befinde mich in der glücklichen Lage einen sicheren Job zu haben, der außerdem sehr familienfreundlich ist. Der Wundermann ist selbstständig und arbeitet schrecklich viel. Seitdem wir wissen, dass wir Zwillinge erwarten, haben wir trotzdem entschieden, dass ich drei Jahre Elternzeit nehme, denn ich möchte weder meine Zwerge Fremden anvertrauen noch unsere Eltern um Betreuung bitten, damit wir Beide arbeiten können. Ich denke halt, dass unsere Eltern ihre Kinder schon groß gezogen haben und zudem sind sie alle noch berufstätig. Ich könnte zwar am Nachmittag arbeiten, jedoch möchte ich das einfach nicht von ihnen verlangen sondern wünsche mir, dass sie gern auf sie aufpassen, wenn mal Termine oder andere Dinge anstehen. Wir haben ein bisschen hin- und hergerechnet und wir befinden uns in der glücklichen Lage, das finanziell hinzubekommen. Es wird zwar eng und so etwas wie Urlaub wird so lange ausfallen müssen, aber es wird gehen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn schließlich kann es der Wundermannfirma plötzlich nicht mehr so gut gehen und somit gehen wir da ein relativ hohes Risiko ein. Ich glaube aber ganz fest, dass es gehen wird und dass wir glücklich sein dürfen, dass ich meinen Wunderwesen das ermöglichen kann. Ich empfinde das als Luxus und hoffe, dass es die richtige Enscheidung ist. Leider treffen wir in unserem Umfeld dazu nicht auf viel Verständnis, gerade die Menschen, die direkt nach dem ersten Jahr wieder arbeiten gegangen sind kritisieren uns scharf, oder noch schlimmer, unterstellen  uns, dass wir es ja nicht nötig haben, (ja, unser Geld wächst auf Bäumen…), dass ich arbeiten gehe. Das schmerzt mich sehr. Ich habe so lange auf dieses Wunder gewartet und will es schlicht genießen und hoffe, dass es auch gut für die Wunderwesen ist, wenn ich da bin. Natürlich hat eine Fremdbetreuung auch Vorteile und ich habe auch nichts dagegen, wenn Mütter und Väter überhaupt keine Elternzeit nehmen, nur ich will es eben anders und mein Wundermann will es möglich machen. Mein Gehalt wird uns sicherlich fehlen und wir werden gut haushalten müssen. Ich weiß, dass keiner von uns in der Vergangenheit zum Spaß arbeiten gegangen ist und das verdiente Geld eigentlich überflüssig war. Wir hatten früher auch schlechte Zeiten, wo wir kaum über die Runden kamen und daher wissen wir einfach, dass wir es schaffen diese Zeit finanziell zu überbrücken. Und wenn es ganz schlecht läuft, gibt es immer noch den Bausparvertrag, der uns eine Weile retten kann. Schrecklich, wie solche Aussagen mich verletzen und ich es überhaupt nicht verstehen kann, warum gerade die, die Eltern sind, so argumentieren. Ist es Neid? Oder woher kommt das? Manche menschliche Züge werde ich wohl nie verstehen.

(Ich hoffe, ihr könnt mein Gedankenwirrwarr nachvollziehen. Das musste einfach mal raus.)

Wie ich auszog um die Übelkeit zu besiegen.

Diese ständige Übelkeit und ich, wir sind wirklich keine Freunde. Tag für Tag quält sie mich und kichert vermutlich böse. Sie hat mich bereits drei Kilo Körpergewicht gekostet und Einiges an Schwung, Fröhlichkeit und Leichtigkeit. Ich nerve mich selbst aus verschiedensten Gründen, Lebensmittel einkaufen wird zum Horrortrip und jeder Ausflug, der von der heimischen Toilette wegführt, macht ein bisschen Angst (Mantra: bitte jetzt nicht k****n, bitte jetzt nicht k****n…). Und da das hier kein Dauerzustand werden soll und ich meinen beiden Wunderwesen auch ein paar Glückshormone gönne, muss eine Lösung her.

Ich habe diverse Dinge ausprobiert, eure Ratschläge beherzigt und für mich neu zusammengebastelt. Hier nun mein persönliches Geheimrezept: Hunger muss SOFORT gestillt werden, er duldet keinen Aufschub sondern bestraft mit K****n. Also ist immer etwas Essbares in der Nähe. Bonbons funktionieren auch sehr gut. Ich stehe nachts auf und esse eine Kleinigkeit, denn die nächtliche Essenspause ist sonst viel zu lang. Wenn ich öfter wach werde, esse ich jedes Mal etwas, denn wach heißt Hunger, und zwar SOFORT. Tagsüber esse ich viele, viele Zwergenportionen. Ich muss bestimmte Gerüche absolut meiden, zu enge Kleidung führt zu Unwohlsein mit Folgen, aber Nausema ist mir  wenigstens eine Hilfe. Wenn ich all das einhalte bleibt es bei einer Toilettenumarmung pro Tag. Das lässt sich aushalten, finde ich.

Nun muss ich noch 6x schlafen bis ich endlich wieder zum Arzt darf. Dann habe ich vier Wochen seit dem letzten Termin geschafft. Ich habe so viel Angst, bin schrecklich ungeduldig und gleichzeitig freue ich mich darauf. Hoffentlich ist alles gut…

Jammern erlaubt?

Da bin ich nun, am Ziel meiner Träume: Ich bin in der 10. Woche schwanger und erwarte Zwillinge. Eigentlich müsste ich der glücklichste Mensch der Welt sein, denn schließlich habe ich seit Jahren nur diesen einen Wunsch und habe eine Menge investiert um ihn wahr werden zu lassen.

So einfach ist das aber scheinbar nicht. Mein Alltag ist eher ein ganz Anderer als erwartet. Diese ständigen Wehwehchen strengen mich wahnsinnig an und schränken mich auch sehr ein. Ich kann nichts planen, denn selbst wenn ich das Gefühl habe, dass heute ein guter Tag wird kann das in einer Stunde ganz anders sein. Nach meinem Fast-K**z-Erlebnis im Supermarkt gehe ich nicht mehr einkaufen. Ich weiß nie, ob ich es schaffe Verabredungen einzuhalten, eigentlich findet mein Leben momentan eher zu Hause statt. Und seitdem sich das Er.brechen nicht mehr ankündigt, sondern spontan von jetzt auf gleich passiert, ist mein Radius noch ein bisschen kleiner geworden. Ich achte penibel darauf, dass ich ausreichend Fluchtwege Richtung Bad habe. Und da sind ja noch die anderen Symptome, von denen ich gar nicht erst anfangen will. Dann bleibt nur noch eine Frage: Darf ich als gebeutelte Kinderwunschfrau am Ziel meiner Träume eigentlich jammern oder ist lächelndes Mund halten angesagt?

Liebe Wunderwesen,
ich bin unglaublich dankbar, dass ihr da seid. Alle versichern mir, dass es ein gutes Zeichen ist wenn es mir schlecht geht, denn das würde bedeuten euch geht es gut. Ich nehme das alles sehr gern auf mich, für euch. Und hoffentlich kann ich es bald ein bißchen genießen. Ich hoffe, dass ich mir das wünschen darf.

Willkommen in der neuen Wunderwelt

Nun bin ich hier. Umgezogen. Und ich hoffe, ihr folgt mir hierher. Wenn ja, freue ich mich riesig und sage: Herzlich Willkommen!

Aus meinem gestrigen Schwimmen wurde leider Nichts. Nach dem Aufstehen ging das große K****n los und hörte nicht wieder auf. Egal was ich auch zu mir nahm, es nahm denselben Weg wieder heraus. Heute habe ich dann meinen Arzt angerufen, der mir Nausema verordnete, das sind B-Vitamine, die helfen sollen, und MCP-Tropfen. Nun geht es mir langsam besser.

Ich habe heute auch mit dem Jugendamt gesprochen. Ich habe Ihnen erklärt, wie die momentane SItuation ist und wir daher momentan kein Kind aufnehmen können. Wir sind auf viel Verständnis gestossen und werden uns bald treffen um zu besprechen, wie wir in Zukunft mit dem Jugendamt zusammen arbeiten möchten.

So, für mehr als ein kurzes Update reicht es heute nicht. Ich halte euch auf dem Laufenden.