Die Sache mit dem wunden Po

A. ist wund und plagt sich mit großem Juckreiz. Seit nunmehr über drei Wochen plagt sie sich damit herum. Dann ist es fast abgeheilt und von jetzt auf gleich wieder total schlimm. Ich kann die Ursache aber einfach nicht finden. Zuerst haben wir auf Soor behandelt, ohne Erfolg. Wir haben Feuchttücher weg gelassen, Obst vermieden, als Gemüse nur Kürbis gereicht, Sitzbäder gemacht, verordnete und empfohlene Salben verwendet, von Stoffwindeln zu P.ampers zu R.ossmann zu Stoffwindeln gewechselt, Windelfreizeiten gehabt, meine Ernährung angepasst… Der Kinderarzt ist ratlos. Auch eine eingeschickte Stuhl.probe brachte kein Ergebnis. Und jetzt sollen wir sie eine Weile glutenfrei ernähren. Das war die letzte Idee des Arztes.

Mein Herz weint. Ich mag nicht so hilflos sein. Und das Wickeln ist gerade eine Tortour, für uns alle.

Allerlei

Ich darf entspannt verkünden: Fast alle Dinge von meiner To-Do-Einkaufsliste sind zu Hause und einsatzbereit. Es fehlen tatsächlich nur noch ein paar Kleidungsstücke, Pflegeproduke und andere Kleinigkeiten, die nicht sofort da sein müssen. Außerdem fehlt noch eine Wärmelampe. Hier bin ich aber ganz unsicher. Brauche ich im Sommer eine? Und wenn ja, welche? Habt ihr da Anregungen, Tipps, Meinungen? Die Entscheidung fällt mir da wirklich schwer. Aber ein bisschen Zeit habe ich ja noch. (Der Wundermann glaubt, dass es am Wickeltisch auch so warm genug ist.)

Mich beschäfigt immer noch die Geburtsfrage. Natürlich beschäfige ich mich nicht erst jetzt mit diesem Thema, aber mir lag der Gedanke daran, dass ein Krankenhaus mit viel Erfahrung zum Thema Zwillingsgeburten sich nicht gern auf eine natürliche Geburt einlassen, völlig fern. Sowohl meine Hebamme als auch mein Arzt haben die gesamte Schwangerschaft über immer wieder bestätigt, dass eine natürliche Geburt möglich ist und ich mich nicht verunsichern lassen soll. Mir ist und war klar, dass unter bestimmten Umständen ein Kaiserschnitt nötig ist, aber ich will ihn eben nur, wenn es nicht anders geht. Und nur, weil das so üblich ist einen Kaiserschnitt zu machen, heißt das ja nicht, dass es nicht das Beste ist Zwillinge natürlich und spontan zu entbinden. Am Donnerstag werden wir in die Wunschklinik fahren. Hoffentlich haben die den Mut, mit uns gemeinsam den gewünschten Weg zu versuchen. Selbstverständlich werde ich mich auch wenn sie zum Kaiserschnitt raten, dort anmelden. Ich hoffe, dass ich spüre, wenn die Geburt los geht, ob ich noch genügend Zeit für die weiter entfernte Klinik habe oder nicht. Natürlich haben wir uns wegen der Übernachtung vom Wundermann auch Gedanken gemacht. Wir hätten am Liebsten ein Familienzimmer. Falls die aber gerade belegt sind, kann der Wundermann entweder bei meiner Schwester übernachten, die in der einen Stadt mit dem empfohlenen Krankenhaus lebt oder bei meiner Tante, die in der Stadt des Alternativkrankenhauses lebt. Sollte es doch das Wunschkrankenhaus werden, kann der Wundermann natürlich zu Hause schlafen. Aber auch hier wäre Familienzimmer bevorzugt. Und nun kann ich es kaum abwarten Donnerstag ins Wunschkrankenhaus zu fahren. Drückt die Daumen, ja?

Ich möchte das nicht.

Gestern war ich zur Vorsorge bei meinem Arzt. Meinen Wunderwesen geht es prima, die rechte Dame liegt weiter fest mit dem Kopf im Becken, die linke Dame hat sich gedreht und liegt mit dem Kopf oben. Dass ich sie nicht ganz so oft spüre wie ihre Schwester liegt daran, dass sie in Richtung Schwester liegt und tritt. Die strenge Bettruhe hat zu einem Gebärmutterhals von 5cm geführt, wieder 1 cm mehr als die Woche davor. Mir geht es wieder gut, ich huste noch ein bisschen, bin aber sonst die Alte. Den oGTT habe ich auch bestanden, kein Schwangerschaftsdiabetes in Sicht. So weit zu den guten Nachrichten.

Dass ich sehr ländlich wohne, wisst ihr ja schon. Daher wusste ich schon von dem Zeitpunkt, als es hieß, wir werden Zwillingseltern, dass ich nicht hier im ortsansässigen Krankenhaus entbinden werde. Dort gibt es keine Frühchenstation und auch wenig Erfahrung mit Zwillingen. Also haben der Wundermann und ich uns für ein Krankenhaus entschieden, dass ungefähr 30 Autominuten von hier entfernt ist. Dort haben sie Erfahrung, es gibt eine Frühchenstation mit gutem Ruf und ist für uns noch gut erreichbar. Nur über eine winzige Kleinigkeit haben wir nicht nachgedacht, weil mir nicht klar war, dass das so eine große Hürde ist: Ich möchte keinen Kaiserschnitt. Jedenfalls nicht, wenn ich die Möglichkeit habe spontan zu entbinden. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum Einen finde ich den Gedanken daran, meine Kinder in einem OP zur Welt zu bringen eher befremdlich. Dann bin ich der persönlichen Überzeugung, dass es für die Babies ganz schön schockierend sein muss, wenn sie von einer Minute zur anderen plötzlich aus meinem Bauch gerissen werden. Und ich weiß nicht so richtig, warum ich mich aufschneiden lassen soll, wenn das eigentlich nicht nötig ist. Aber so einfach ist das scheinbar nicht. Laut meinem Frauenarzt gestern gibt es immer weniger Ärzte, die Erfahrung damit haben Zwillinge spontan zu entbinden. Das hat verschiedene Gründe. Viele trauen sich nicht, weil sie quasi immer den Rechtsanwalt im Nacken sitzen haben. Ärzte werden wohl immer häufiger verklagt, was dazu führt, dass sie lieber auf  „Nummer sicher“ gehen. Außerdem sind Kaiserschnitte besser planbar (Zeit und Personal) und die Krankenkassen zahlen dafür mehr Geld. Daher werden immer weniger Zwillinge spontan entbunden. Mein Frauenarzt war sich nicht sicher, ob unsere Wahl des Krankenhauses unter dem Aspekt „spontane Geburt bevorzugt“ die Richtige ist. Er empfahl drei andere Kliniken, wo er sich sicher war, dass sie auf meine Wünsche Rücksicht nehmen können, ABER alle drei liegen bei guten Verkehrsverhältnissen mindestens 60 Autominuten von uns entfernt. Das stellt mich vor ein unvorhergesehenes Problem. Er sagte, wir sollen in unserer Wunschklinik das Gespräch suchen und erfragen, wieviel Erfahrung sie mit spontanen Zwillingsentbindungen haben, wieviele Ärzte es dort gibt, die sich das zutrauen und ob einer dieser Ärzte bereit sei, das mit uns zu machen. Falls nicht, müssten wir uns entweder auf einen Kaiserschnitt einlassen, egal ob notwendig oder nicht, oder eine der weiter entfernten Krankenhäuser wählen.

Nun bin ich ziemlich frustriert. Zu mir passt ein Wunschkaiserschnitt nicht und mein Bauchgefühl wehrt sich arg dagegen. Natürlich können wir hoffen, dass wir vielleicht mit geplanter Einleitung eine spontane Entbindung haben können, aber ob das das Richtige ist, weiß ich auch nicht. Zwar immer noch besser als Kaiserschnitt, aber trotzdem mit vielen Fragezeichen verbunden. Was, wenn die beiden Damen nicht bis zum Termin warten wollen? Wie viel Zeit habe ich mit geplatzter Fruchtblase bis ich im Krankenhaus sein muss? 60 Autominuten scheinen mir da mehr als zu viel.

Nun sitze ich hier und kann es nicht fassen, dass es scheinbar nicht mehr das Normalste von der Welt ist, seine Kinder spontan zu entbinden. Natürlich würde ich einen Kaiserschnitt machen, wenn er notwendig ist. Aber eben nicht einfach so. Kann ich denn überhaupt darauf vertrauen richtig beraten zu werden?

Ich möchte das nicht. Nicht so. Eine Lösung muss her.