Zeit zum Luft holen

Es ist ruhig geworden, hier und auch bei Twitter. Und das liegt schlicht daran, dass ich manchmal nicht weiß, wo mir der Kopf steht.

Hier ist einiges los. Ich komme kaum mit meinen alltäglichen Aufgaben hinterher, die Wundermädchen fordern mich sehr. Sie werden langsam mobil, wollen etwas erleben, verlangen Entertainment und neue Ideen. Gleichzeitig fordern sie unglaublich viel Nähe, die Welt ist einfach so groß und aufregend. Sie schlafen schlecht, werden oft wach und manchmal machen sie auch die Nacht zum Tag. Einen Milchstau, eine Brustentzündung und eine fiebrige Erkältung galt es auch zu überstehen. Langsam geht mir die Puste aus.

Ich brauche Zeit. Zeit für mich, Zeit zum Durchatmen, Zeit zum Kraft tanken.  Es ist so unglaublich schwer sich das freizuschaufeln. Ich schaffe es ja manchmal nicht, tagsüber ausreichend zu essen und zu trinken. 

Ich will mich nicht beschweren, ich liebe es Mutter sein zu dürfen. Nur langsam wird es auch Zeit wieder ein bisschen ICH zu sein, ein bisschen Frau, Freundin, Ehefrau. Zeitfenster müssen her, sie sind dringend nötig. Daher: Verzeiht mir, wenn es hier still ist, EMails noch nicht beantwortet sind (ich habe sie alle gelesen und mich darüber gefreut. Ich verspreche zu antworten. Irgendwann. Seid mir nicht böse.) und ich mich ein wenig zurück ziehe. Ich brauche Zeit zum Luft holen.

Mal wieder ein Stillpost.

M. und A. sind jetzt 15 Wochen alt und ich stille immer noch voll. Schon lange wollte ich euch zum Thema ein Update geben, aber (wie das eben so ist) es kam dauernd etwas dazwischen. Jetzt aber!

Meine Hebamme, das Goldstück, hatte mit ihrer Vorhersage Recht, nach etwas über 6 Wochen war der Anfangsspuk vorbei. M. und A. tranken schneller und effektiver, das Anlegen hörte auf zu schmerzen, es wurde tatsächlich noch schön. Und das ist es noch. Denn noch stille ich voll. Allerdings plane ich eine Mahlzeit am Tag auf Pre umzustellen, sobald sie vier Monate alt sind. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich keine HA-Nahrung mehr geben muss, die mögen sie nämlich nicht (mehr). Ich bin gespannt, was sie zu normaler Pre sagen.

Dauernd werde ich gefragt, wie lange ich noch stillen will. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich will auch keinen Zeitpunkt festlegen, sondern einfach schauen, wann ich nicht mehr will. Letzte Woche war ich nah dran, als die Milchkanäle beschlossen sich zu verschließen und ich einen schlimmen Milchstau hatte. Ich bekam die Kinder nicht satt, weil eine Seite komplett ausfiel und meine eingefrorenen Vorräte schnell zu Ende waren und es war wirklich schmerzhaft. Aber dann lief es wieder (nach zwei Tagen) und ich habe das Stillen noch mal mehr genossen.

 

Also, durchhalten lohnt sich. Stillen wird irgendwann schön.