Warum der Post über den Irlandtrip noch warten muss?

A. stürzte gestern schwer auf den Kopf. So schwer, dass wir ins Krankenhaus mussten und dort 48 Stunden verweilen müssen. 

Es geht ihr soweit wieder gut, vielleicht dürfen wir morgen nach Hause. 

  

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Liebes Jahr 2015,

irgendwie läuft es zwischen uns nicht gut, oder? Du bist 30 Tage alt und ich kann mich kaum an Lichtblicke erinnern. Zuerst kamen die schlechten Nachrichten über mein Auto, dass für 3600€ repariert werden muss und ich kaum weiß, woher ich das Geld nehmen soll. Dann wurden die Mädchen und der Wundermann krank. Es dauerte ewig, bis hier wieder alles in gewohnten Bahnen lief.

Und dann? Keine zwei Wochen später, letzten Samstag, erbrach M. einmal und hatte auch einmal D.urchfall. Ich war total froh, als es dabei blieb. Und dann kam der Sonntag. Nach dem Mittagsschlaf begann A. zu erbrechen. Ich gab ihr Vomex, dass der KiA beim letzten Mal verordnet hatte, aber das wirkte nicht. Sie übergab sich weiter alle 5-10Minuten und war nur noch ein Häufchen Elend. Erbrechen, Jammern, Einnicken, Erbrechen.

Um sechs hatte ich Angst, weil es einfach nicht aufhörte. Also fuhren wir zum Notdienst, nachdem die Oma M. übernahm, was etwa 30 Autominuten entfernt liegt. Sie übergab sich in der Zeit 4 Mal. Wir wurden umgehend ins benachbarte Kinderkrankenhaus eingewiesen. Das hatte ich schon geahnt, also hatte ich zu Hause Sachen gepackt. A. wurde ein Zugang gelegt, was ihr total egal war, dann bekamen wir ein Zimmer. Sie bekam Elektrolyte und ständig schaute jemand nach uns, denn das Erbrechen hörte einfach nicht auf. Erst gegen 3 Uhr in der Nacht kam sie etwas zur Ruhe und schlief zwei Stunden ohne Erbrechen. Danach kam der D.urchfall, worüber die Ärztin sich freute. Sie habe nun das Schlimmste überstanden, sagte sie.

So war das tatsächlich. Am Montag begann sie wieder zu essen, trinken wollte sie nur wenig und war ziemlich apathisch. Erst gegen Abend wurde sie munterer, begann zu spielen und richtig zu trinken. Da wurde ihre Elektrolytzufuhr etwas reduziert. Nachdem die Nacht von Montag auf Dienstag ruhig war, wurde die Infusionstherapie beendet und wir durften mit der Diagnose Norovirus nach Hause.

Mein Auto war aber gerade in der Werkstatt (und ist es noch) und so bekamen wir einen „Taxischein“ nach Hause, inklusive einer abenteuerlichen Taxifahrerin. Ich war froh als wir endlich daheim waren.

Aber auch da erwartete mich keine Erholung. M. war auch krank, erbrach seit Samstag ein bis zwei Mal am Tag und war total schlapp. Außerdem hinterließ der Wundermann RIESIGES Chaos. Am Nachmittag fuhr ich mit M. im Auto meiner Freundin zum Kinderarzt, der mir verschiedene Tipps gab und mir sagte, dass M.s Zustand sich über Nacht deutlich verbessern müsse, damit wir um einen Krankenhausaufenthalt drumherum kommen. Ich hätte auf der Stelle weinend zusammenbrechen können, riss mich aber zusammen und hoffte das Beste. Ich gab ihr gezuckerten und gesalzenen Tee, sie bekam Mikro.klist, weil sie zwei Tage nicht abführte und es ging ihr am nächsten Tag tatsächlich besser.

Zeit, mich dem Haushalt zuzuwenden. Wäsche, aufräumen, Gründerinnen und desinfizieren. Das kostete mich zwei Tage. Und wer denkt, wir hätten es geschafft: Weit gefehlt. A. erbrach einmal nach dem Mittagsschlaf gestern, M. zwei Mal in der Nacht. Ein Telefonat mit dem Gesundheitsamt (Norovirus ist meldepflichtig und daher bekam ich Post, dass ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen müsse) offenbarte viele nützliche Tipps (man kann sich JEDERZEIT wieder anstecken, dem Virus sind Temperaturen von -20 bis 60 Grad egal, man kann den Virus noch wochenlang übertragen, alle Kontaktpersonen müssen auf Hygiene und Desinfektion für mindestens vier Wochen achten…) und auch die Information, dass Rückfälle nicht ungewöhnlich sind. Heute ist Freitag, mein Auto wird noch bis morgen in der Werkstatt sein, meine Mädchen sind schlapp, appetitlos und müde.

Liebes 2015, wenn wir uns anfreunden wollen: Mach dem Spuk ein Ende. Ich bin am Limit, kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt richtig schlief und befürchte, mir auch noch eine Blasenentzündung zugezogen zu haben.

Und wenn ich mich recht erinnere, war ich zu Jahresbeginn schon ziemlich oft enttäuscht. Vielleicht liegt es also gar nicht am Jahr, sondern am Januar.

Bald. Bald ist Februar.

Ich habe einen guten Februar dringend nötig.

Lieber Februar, bitte sei mein Freund.

Krankenhaus, die Nachwehen.

-M. will nicht mehr fest in den Arm genommen werden.
-Sie wird sehr schnell wütend und verzweifelt.
-Sie möchte nur mit Körperkontakt schlafen.
-Man darf ihre Hände nicht anfassen.
Laute Geräusche machen ihr Angst,
-Sie brabbelt sehr viel mehr als vorher.
-Sie lässt ihre Schwester nicht aus den Augen.
-Sie will nicht Auto fahren.

-A. lässt mich nicht aus den Augen.
-Sie verlangt danach, gestillt zu werden obwohl sie längst abgestillt war.
-Sie schläft nur neben mir. Sie bleibt auf keinen Fall bei ihrem Papa, wenn ich duschen will oder zur Toilette.
-Sie ruft dauernd nach mir.
-Sie spielt nun sehr ausdauernd allein.
-Ich muss beim essen neben ihr sitzen., damit sie nicht weint.

Und ich?
Ich bin müde. Sehr müde. Erst jetzt spüre ich, wie anstrengend alles war. Ich hoffe fest auf ein baldiges Ende der Nachwehen, damit ich Zeit zum Luft holen habe.

Krankenhaus, Tag 3

Unser Tag startete um 1.45Uhr, als M. wach wurde und gestillt werden wollte. Das hatte sie gut überlegt, denn ab 2 Uhr musste sie nüchtern bleiben. Ich hoffte fest, dass sie nun bis um sieben schlafen würde, so wie in der voran gegangenen Nacht. Leider hoffte ich vergebens, sie wurde um 4 Uhr noch einmal wach und verlangte danach, gestillt zu werden. Das musste ich ihr dann verweigern, was sie so wütend machte, dass sie kaum zu beruhigen war. Nach ein paar Minuten kam die Nachtschwester, um nach uns zu sehen, denn so einen Lärm kannten sie von uns nicht. Es dauerte eine Weile, aber dann ließ M. sich beruhigen und schlief noch mal bis halb sieben. Das MRT war für 8 Uhr geplant und solange musste sie nüchtern bleiben. Deswegen machte ich zuerst mich im Zeitlupentempo tageslichttauglich und dann die kleine M. Die war schon sehr ungeduldig, denn schließlich war sie hungrig. Und spätestens nach der Morgenpflege musste es ja Frühstück geben, oder? Sie war unglaublich wütend, als ich ihr kein Frühstück machte. Sie fragte sogar die Schwestern danach, obwohl sie mit denen bislang wenig bis gar nicht kommuniziert hat. „Da! Namnam! Mmmmh! DADA!“ Es half alles nichts, und drei Wutanfälle später klingelte endlich das Telefon auf der Station, dass wir uns auf den Weg machen können. Da war es viertel nach acht.

Beim MRT angekommen, wurde kontrolliert, ob M. noch irgendwo Metall an der Kleidung hatte (sie trug heute das erste Mal richtige Unterwäsche, denn unsere Bodies hatten alle Druckknöpfe), der Zugang musste noch mal mit Kochsalzlösung gespült werden um seine Durchgängigkeit zu prüfen und dann kam schon der nette Narkosearzt. Er erklärte mir noch einmal, dass das Einschlafen sehr schnell ginge und ich nicht erschrecken solle, gab ihr das Mittel über den Zugang und schon war M. in meinem Arm eingeschlafen. Sie wurde mitgenommen und für mich begann das Warten. Nach ungefähr 45 Minuten durfte ich sie schon wieder in Empfang nehmen, zwei Schwestern brachten M. in ihrem Bett schlafend zusammen mit mir zu unserem Zimmer. Sie wurde noch per Monitor überwacht, bis sie aufwachte. Als sie die Augen aufschlug, fiel ihr auch sofort ein, dass sie Hunger hatte. Zuerst durfte sie nur etwas trinken, weil sie das aber gut vertrug, bekam sie auch sofort Frühstück.

Als wir gerade bei der Schwester einen Nachschlag holten, kamen A. und der Wundermann an. Alle freuten sich, dass wir endlich zusammen waren, und die Wundermädchen wirbelten ausgelassen auf der Station herum. M. wurde schnell wieder müde und hat nach dem Mittagessen noch einmal ausgiebig geschlafen. Der Mittagsschlaf würde auch noch mal per Monitor überwacht. A. war zu aufgedreht zum Schlafen, also ging ich mit ihr in den Park zum Spielen, damit M. in Ruhe schlafen konnte.

Endlich, endlich war es Nachmittag geworden und die Ärzte kamen, um uns das Ergebnis mitzuteilen. Das MRT war ohne Befund, alles sei in Ordnung. YEAH!

Es gab aber nur eine halbe Entwarnung. Es ist durchaus möglich, dass M. noch einmal einen epileptischen Anfall bekommt. Ab dann würde man von einer Epilepsie sprechen und wir müssten noch einmal wieder kommen. Zum jetzigen Zeitpunkt dürfen wir aber durchaus hoffen, dass es bei diesem einen Anfall bleibt. Der Plan sieht vor, dass wir in drei bis vier Wochen ein Kontroll-EEG machen, und danach alle drei Monate eines. Sind die alle unauffällig und M. bleibt ohne weiteren Anfall ist auch das nicht mehr nötig.

Wir sind unglaublich froh und erleichtert und hoffen, dass es dabei bleibt.

Wir danken euch von Herzen für all die guten Wünsche und Gedanken, jeder Einzelne hat gut getan.

Und nun genießen wir das Familienbett, endlich wieder zu viert, daheim! ❤