Frühling

Ja, den wünsche ich mir sehr. Der Winter hat uns fest in der Hand, wir rutschen hier von einer Krankheit zur nächsten.

Der erste Winter im Kindergarten sei hart, hat man mir gesagt. Die Kinder würden dauernd krank. Aber dass ich auch dauernd krank werden würde, DAS hat mir keiner gesagt. 

Seit Dezember ist hier der Krankheitswurm drin. Schnupfen, Husten, Fieber am laufenden Band. Immer, wenn jemand nur einen Wimpernschlag lang so etwas wie gesund war, ging es wieder los. Die Kinder stecken das relativ gut weg. Ich allerdings bin dauern so richtig krank. So krank, wie schon sehr lange nicht mehr und so oft, wie noch nie.  (Aktueller Verzweiflungsgrad: Ich kaufte heute in der Apotheke so ein Brausepulver, dass einen leistungsfähig trotz schlimmer Erkältung macht, damit ich es schaffe einzukaufen. Ich mischte es mir am Wasserspender des D*M zusammen und hatte merkwürdige Blicke sicher.)

Und der Jackpot: Ein sich fortbildender Mann, der erst morgen Abend zurück kommt, zwei gesunde fast-Dreijährige, und eine Mama, die so krank ist, dass sie ins Bett gehört. 

Ich bin es leid und muss jetzt einfach ein bisschen jammern. 

Frühling, bitte komm bald. 

  

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Liebes Jahr 2015,

irgendwie läuft es zwischen uns nicht gut, oder? Du bist 30 Tage alt und ich kann mich kaum an Lichtblicke erinnern. Zuerst kamen die schlechten Nachrichten über mein Auto, dass für 3600€ repariert werden muss und ich kaum weiß, woher ich das Geld nehmen soll. Dann wurden die Mädchen und der Wundermann krank. Es dauerte ewig, bis hier wieder alles in gewohnten Bahnen lief.

Und dann? Keine zwei Wochen später, letzten Samstag, erbrach M. einmal und hatte auch einmal D.urchfall. Ich war total froh, als es dabei blieb. Und dann kam der Sonntag. Nach dem Mittagsschlaf begann A. zu erbrechen. Ich gab ihr Vomex, dass der KiA beim letzten Mal verordnet hatte, aber das wirkte nicht. Sie übergab sich weiter alle 5-10Minuten und war nur noch ein Häufchen Elend. Erbrechen, Jammern, Einnicken, Erbrechen.

Um sechs hatte ich Angst, weil es einfach nicht aufhörte. Also fuhren wir zum Notdienst, nachdem die Oma M. übernahm, was etwa 30 Autominuten entfernt liegt. Sie übergab sich in der Zeit 4 Mal. Wir wurden umgehend ins benachbarte Kinderkrankenhaus eingewiesen. Das hatte ich schon geahnt, also hatte ich zu Hause Sachen gepackt. A. wurde ein Zugang gelegt, was ihr total egal war, dann bekamen wir ein Zimmer. Sie bekam Elektrolyte und ständig schaute jemand nach uns, denn das Erbrechen hörte einfach nicht auf. Erst gegen 3 Uhr in der Nacht kam sie etwas zur Ruhe und schlief zwei Stunden ohne Erbrechen. Danach kam der D.urchfall, worüber die Ärztin sich freute. Sie habe nun das Schlimmste überstanden, sagte sie.

So war das tatsächlich. Am Montag begann sie wieder zu essen, trinken wollte sie nur wenig und war ziemlich apathisch. Erst gegen Abend wurde sie munterer, begann zu spielen und richtig zu trinken. Da wurde ihre Elektrolytzufuhr etwas reduziert. Nachdem die Nacht von Montag auf Dienstag ruhig war, wurde die Infusionstherapie beendet und wir durften mit der Diagnose Norovirus nach Hause.

Mein Auto war aber gerade in der Werkstatt (und ist es noch) und so bekamen wir einen „Taxischein“ nach Hause, inklusive einer abenteuerlichen Taxifahrerin. Ich war froh als wir endlich daheim waren.

Aber auch da erwartete mich keine Erholung. M. war auch krank, erbrach seit Samstag ein bis zwei Mal am Tag und war total schlapp. Außerdem hinterließ der Wundermann RIESIGES Chaos. Am Nachmittag fuhr ich mit M. im Auto meiner Freundin zum Kinderarzt, der mir verschiedene Tipps gab und mir sagte, dass M.s Zustand sich über Nacht deutlich verbessern müsse, damit wir um einen Krankenhausaufenthalt drumherum kommen. Ich hätte auf der Stelle weinend zusammenbrechen können, riss mich aber zusammen und hoffte das Beste. Ich gab ihr gezuckerten und gesalzenen Tee, sie bekam Mikro.klist, weil sie zwei Tage nicht abführte und es ging ihr am nächsten Tag tatsächlich besser.

Zeit, mich dem Haushalt zuzuwenden. Wäsche, aufräumen, Gründerinnen und desinfizieren. Das kostete mich zwei Tage. Und wer denkt, wir hätten es geschafft: Weit gefehlt. A. erbrach einmal nach dem Mittagsschlaf gestern, M. zwei Mal in der Nacht. Ein Telefonat mit dem Gesundheitsamt (Norovirus ist meldepflichtig und daher bekam ich Post, dass ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen müsse) offenbarte viele nützliche Tipps (man kann sich JEDERZEIT wieder anstecken, dem Virus sind Temperaturen von -20 bis 60 Grad egal, man kann den Virus noch wochenlang übertragen, alle Kontaktpersonen müssen auf Hygiene und Desinfektion für mindestens vier Wochen achten…) und auch die Information, dass Rückfälle nicht ungewöhnlich sind. Heute ist Freitag, mein Auto wird noch bis morgen in der Werkstatt sein, meine Mädchen sind schlapp, appetitlos und müde.

Liebes 2015, wenn wir uns anfreunden wollen: Mach dem Spuk ein Ende. Ich bin am Limit, kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt richtig schlief und befürchte, mir auch noch eine Blasenentzündung zugezogen zu haben.

Und wenn ich mich recht erinnere, war ich zu Jahresbeginn schon ziemlich oft enttäuscht. Vielleicht liegt es also gar nicht am Jahr, sondern am Januar.

Bald. Bald ist Februar.

Ich habe einen guten Februar dringend nötig.

Lieber Februar, bitte sei mein Freund.

Krankenlager

Im folgenden Post geht es um Krankheit, weniger Appetitliches und Körperausscheidungen. Ich werde nichts Beschönigen oder ein Mäntelchen des Schweigens drumherum hüllen. Wer also empfindlich ist, liest vielleicht lieber erst beim nächsten Blogpost wieder mit.

Mittwoch Abend, 22.00Uhr. M. wird unruhig, wacht auf, weint und wälzt sich hin und her. Sie will ihr bereits beim Einschlafen verschmähtes Fläschchen nicht, sie will nicht gestillt werden, ist nicht zu beruhigen. Ich setze sie hin, um ihren Schlafsack auszuziehen, weil ich die Windel überprüfen will. Dabei stößt M. auf, ein bisschen Flüssigkeit kommt mit, sie kuschelt sich zufrieden sitzend in meinen Arm und schläft wieder ein.

Ich bin erst mal zufrieden, denke, das Problem ist gelöst. Aber sie schreckt wieder auf, jammert „MAMA! Popo!“. Also nehme ich sie aus dem Bett und mache mich auf den Weg zum Wickeltisch, weil ich glaubte, sie müsse gewickelt werden. Kaum im Flur angekommen, erbricht sie. Auf mich. Ich habe es überall: In den Haaren, auf den Schlafsachen, im Gesicht.
Ich rufe den Wundermann herbei, er soll mir helfen. Er kommt angewankt, murmelt, ihm sei nicht so gut und setzt sich auf den Boden. Also kümmere ich mich doch selbst um M., ziehe sie um, reinige sie so gut es geht (auch ihre Haare sind betroffen) und gebe sie dem Wundermann in den Arm, damit ich alles sauber machen kann und Wäsche waschen, denn ich habe Angst vor der Nacht und vor zu wenig Wechselwäsche (wir besitzen nur zwei Schlafsäcke pro Kind).

Ich versuche mich anschließend notdürftig zu reinigen, M. und der Wundermann jammern, duschen und Haare waschen ist nicht drin. Ich staffiere das Bett mit Handtüchern aus, wir legen uns hin, M. kot*t. Das gute Kind rollte sich jedoch dazu auf die Seite, so mussten nur die Handtücher ausgetauscht werden. M. jammert und weint, der Wundermann stöhnt und wälzt sich, A. schläft völlig unbeeindruckt weiter. Der Wundermann rennt das erste Mal ins Bad, übergibt sich, parallel dazu macht M. das Gleiche im Bett. Erneuter Handtuchwechsel. Der Wundermann muss in dieser Nacht noch oft ins Bad rennen, zum Erbrechen gesellt sich auch noch D.urchfall. M. übergibt sich noch 4x bis zum Morgen. Ich hatte Angst, dass A. gleich auch startet oder von dem ganzen Rummel wach wird und auch davor, mich auch angesteckt zu haben. Aber A. schläft friedlich durch und mir fehlt, bis auf Schlaf, nichts.

Ich informiere meine Schwiegermutter noch in der Nacht, bitte sie, A. zu nehmen, wenn ich mit M. zum Arzt fahre. Wir telefonieren morgens kurz, um uns abzusprechen und dann übergibt sich auch A.. Also Planänderung, meine Schwiegermutter und A. fahren dann mit zum Arzt.

Der Wundermann ist mittlerweile nur noch ein Häufchen Elend, keiner der drei kann auch nur ein Fitzelchen Flüssigkeit bei sich behalten, alle wollen, dass ich mich um sie kümmere. Die Mädchen haben, Gott sei Dank, keinen D.urchfall. Ich putze, desinfiziere, ziehe um, wasche Wäsche und schaffe eine schnelle Dusche vorm Arztbesuch. Unser Kinderarzt begutachtet die Damen genau und gibt Anweisungen für den Rest des Tages. M. darf wegen des epileptischen Anfalls im August keine Medikamente nehmen, weil sie alle kontraindiziert zu ihrem Notfallmedikament sind und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Anfalls erhöht ist, wenn sie krank ist. Also muss es so gehen. A. verschreibt er Vomex. Ich gebe zu Hause löffelchenweise zimmerwarmen Fencheltee, alle 20 Minuten. Alles bleibt drin, sie dürfen selber einen Schluck trinken. Zum Mittag bekommen sie trockene Nudeln, jede 5 Stück, auch die vertragen sie. Vorerst ein gutes Zeichen, sonst hätten wir uns auf den Weg in die Klinik gemacht, so wie es der Kinderarzt auftrug. Der Wundermann ist am Schlimmsten dran, bei ihm ist längst keine Besserung in Sicht. Mittagsschlafzeit, ich hoffe, kurz durchschnaufen zu können, schlafen traue ich mich nicht, weil ich mitbekommen muss, ob M. einen Anfall bekommt.

Ruhe? Weit gefehlt. Die Mädchen schlafen unruhig, der Wundermann rennt ständig los, und schon sind die Mädchen wieder wach. Sie essen ein bisschen Banane, auch die darf im Bauch bleiben. Puh! Ich bin weiter mit putzen, desinfizieren, Wäsche waschen und Mädchen bekuscheln beschäftigt. Zum Abendessen gab es noch mal trockene Nudeln, die bei M. wieder retour kamen. Aber sie hat gut getrunken, wir müssen nicht in die Klinik. Wir gehen ins Bett, der Wundermann fiebernd, aber wieder ansprechbar, A. zufrieden mit Nudeln im Bauch, M. unzufrieden nach Stillen verlangend. Das verträgt sie nicht, alles kommt wieder retour, daher beschließe ich, sie in der Nacht nicht zu stillen. M. schläft, tobt, schläft. A. und der Wundermann schlafen. Ich döse, immer ein banges Ohr in alle Richtungen.

Heute sind alle drei auf dem Weg der Besserung, die Kinder vertragen die Schonkost gut, der Wundermann erholt sich auch. Ich blieb bislang verschont, bin nur ziemlich erschöpft und spüre unterschwellig, dass etwas nicht in Ordnung ist. Mal rumort der Bauch, dann ist mir schwindelig. Zeit für selfcare.

Damit hätten wir unsere erste Familien-Magen-Darm-Grippe auch geschafft. Hoffentlich lässt die nächste lange auf sich warten.