Des Rätsels Lösung. Shortie. 

Weil wir im Urlaub sind und ich die Zeit genießen will, hier eine ganz kurze Auflösung, warum M. nicht mehr in den „Kigaga“ wollte: 

M. war einige Male windelfrei im Kindergarten. Ich lasse sie immer selbst entscheiden, ob sie eine Windel möchte und das klappt ganz gut. Etwas daneben geht nur sehr selten. Abgesprochen habe ich im Kindergarten, dass sie ihr nur eine Windel anziehen, wenn sie das möchte. Ich hätte wohl auch noch mal sagen sollen, dass sie sie nur auf die Toilette setzen sollen, wenn sie das will. Denn leider erfuhr ich von einer anderen Mutter, die noch eingewöhnt, dass M. mehrmals gegen ihren Willen auf die Toilette gesetzt wurde und eine Windel bekam, wenn sie nichts machte, und das Ganze von einer fremden Erzieherin, die normalerweise nicht in die Gruppe gehört. 

Tjanun. Da meine Mädchen Dienstag krank wurden und nur noch am Freitag im Kindergarten waren, wartet das entsprechende Gespräch mit dem Kindergarten bis nach dem Urlaub. Jetzt genießen wir erst mal Familienzeit. 

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Ein Montag. Die Kindergartengeschichte nimmt ihren Lauf.

Das Wochenende war okay. Ich hatte Kinder, die sich langsam wieder in den Familienalltag einfügen. Toben, wüten, stampfen, zanken… Alles wieder in Maßen, die ich als „normal“ bezeichnen würde. 

Ich habe mit M. oft über den Kindergarten gesprochen, Bücher darüber gelesen (mein Tipp, nicht gesponsert!: Leo Lausemaus will nicht in den Kindergarten), immer wieder. Jedes Mal begann sie erst zu weinen. Kein bockiges Weinen, es war traurig. Sie wollte nicht in den „Kigaga“ sondern mit Mama mit. Irgendwann erzählte sie vom Streiten. Das ist aber alles schwer zu fassen, M. spricht noch nicht besonders gut. Es war also nicht zu erfahren, wer mit wem streitet. 

Gestern Abend gab sie sich geschlagen, sie sagte, sie würde ein bisschen in den Kindergarten gehen. „Bisschen!“ war dabei wichtig. Nun gut. 

Heute Morgen war zu Hause alles okay, sie machte nicht den Anschein, nicht gehen zu wollen.  Im Kindergarten erstarrte sie ein bisschen, ich kann es leider nicht besser beschreiben. Sie wirkte mechanisch, ließ sich Jacke und Schuhe von mir aus- und Pantoffeln anziehen, was sie sonst immer selber tun will. Sie brachte ihre Flasche in die Gruppe, gab ihrer Erzieherin ihre Puppe. Alles ohne zu sprechen, immer den Tränen nah. Ich kuschelte noch kurz mit ihr und A., dann verabschiedete ich mich. Die Kinder gehen dann immer auf den Balkon zum Winken, zusammen mit einer Erzieherin. Heute wollte M. aber nicht mit der einen Erzieherin gehen, wollte einen Schnuller, war wieder den Tränen nah. Dann ging die andere Erzieherin mit, von der ließ M. sich auf den Arm nehmen. Sie winkten, ich fuhr. Laut Erziehern hat sie viel nach mir gefragt, ließ sich nicht wickeln, hat aber nicht geweint. Als sie heute Mittag gefragt wurde, ob sie morgen wieder kommt, hat sie „Nein!“ geantwortet.

Mein Herz ist schwer. Ich bin unsicher, warum mein Kind von einem Tag auf den anderen von „Ich habe keine Zeit für Frühstück, loooohoooos, ab in den Kindergarten!“ zu „Ich will da auf keinen Fall hin“ gewechselt hat. Ist es ein normaler Einbruch? Oder ist etwas geschehen, dass sie so verunsichert? 

Vielleicht finde ich es noch raus. Vielleicht auch nicht. Ich will doch nur, dass es den Beiden gut geht und sie sich wohlfühlen. 

Mein Herz ist schwer. 

Kindergarten. Der erste Einbruch. 

Es wäre ja auch zu schön gewesen. Fast einen Monat lang gingen die Kinder völlig komplikationslos und mit viel Spass in den Kindergarten. Und dann kam der gestrige Donnerstag.

M. war morgens nicht gut gelaunt. Meckrig, miesepetrig, bockig. Das allein ist im Moment leider eher die Regel, allerdings am Nachmittag, wie ich euch hier schon erzählte. Also dachte ich mir nichts dabei.

Es lief wie immer. Gerade M. braucht ihre Rituale und ich achte darauf, sie einzuhalten. Im Kindergarten angekommen, die erste Überraschung. Statt, wie in den letzten zwei Wochen, mit mir zur Toilette zu gehen (tagsüber ist sie mittlerweile oft windelfrei), verlangte sie eine Windel. Also ging ich sie wickeln. Danach wollte sie nicht von meinem Arm, wollte sich nicht verabschieden und nicht mit ihrer Erzieherin auf den Balkon zum Winken. Sie bockte. Ich entschied, sie trotzdem dazulassen, sagte aber, dass sie mich anrufen sollen, wenn sie weiter unbedingt nach Hause will. Bei der Verabschiedung weinte sie herzzerreißend, während A. fröhlich winkte und Luftküsse warf. (Wie überleben Eltern nur eine Eingewöhnung, wenn Kinder bei jeder Trennung weinen? Ich habe gestern schon fast mitgeweint, ich weiß nicht, wie ich das jeden Tag durchstehen sollte…)

Der restliche Morgen im Kindergarten verlief laut Erziehern aber komplikationslos. Sie hatte nach deren Erzählungen noch ein kurzes Tief nach dem Frühstück, ließ sich aber gut ablenken und fing sich schnell wieder. Mittags spielte sie wild draußen und wollte nicht mit nach Hause, mir fiel ein kleiner Felsbrocken vom Herz.

Gestern Nachmittag musste ich arbeiten. Und, wie immer seit Kindergarten, ging ich, als die Kinder noch schliefen und kam auch erst nach Hause, als die Kinder längst im Bett waren. Natürlich waren Beide vorbereitet und wussten das. Der Nachmittag mit Papa verlief ruhig.

Heute Morgen weinte M. direkt nach dem Aufwachen. Es war kaum möglich, einen Zugang zu ihr zu finden. Als ich sie endlich ein bisschen beruhigt hatte, verstand ich, dass sie immer „Kigaga nich!“ sagte. Hmmm.

A. wollte gern in den „Kigaga“, also überzeugte ich M., sie hinzubringen. M. fuhr wieder mit mir nach Hause. Im Kindergarten versteckte sie ihr Gesicht in meinem Pullover und sie wollte dort mit Niemandem sprechen. Als wir zur Tür hinaus waren, war sie ein glückliches, entspanntes Kind, wie ausgewechselt.

Sehr merkwürdig. Ob das ein „normaler“ Einbruch ist? Oder ob etwas passiert ist? Ich blicke ein bisschen angespannt auf Montag.

(A. fand es großartig heute allein im Kindergarten. Sie erzählte heute Nachmittag von nichts Anderem.)

Die Kehrseite der Medaille

Sie sind eingewöhnt. Es lief völlig glatt, sie gehen gern drei Stunden am Tag in den Kindergarten und freuen sich drauf. So weit so gut. 

Aber. 

Zu Hause sind sie unerträglich. Sie jammern, weinen, streiten, toben. Sie sind nicht für eine einzige Minute friedlich und zufrieden. 

SIE TREIBEN MICH IN DEN WAHNSINN.

Sie fehlen mir morgens. Und nachmittags hoffe ich, dass bald Schlafenszeit ist. Das fühlt sich sehr rabenmütterlich an, ist aber eben das, was ich empfinde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich das anstrengt. Manchmal bin ich zum Trösten nicht mehr in der Lage, weil ich so genervt bin. 

Sie haben überhaupt keine Geduld mehr. Sie schreien schon beim ersten Anflug ihres Wunsches los, ohne gesagt zu haben, was sie wollen. Sie kreischen, wälzen sich auf dem Boden, werfen Dinge. Und wenn Eine endlich zufrieden ist, weil ich erraten habe, was das Problem ist, legt die Andere los.

Uff. 

Manchmal könnte ich mitheulen. 

Ich weiß, dass das normal ist. Kindergarteneingewöhnung eben, zusätzlich zum Alter.

Anstrengend ist es trotzdem. 

Kindergarten: Die Eingewöhnung

Am Donnerstag begann ein neuer Lebensabschnitt für uns. Meine Mädchen sind nun Kindergartenkinder. 

  
Ich brachte sie Donnerstag um neun in den Kindergarten. Zuerst waren sie sehr anhänglich, also blieb ich. Dann war Frühstückszeit. Diese Gelegenheit nutzte ich, um die vielen Sachen, die ich für die Kinder mitbringen musste (Turnsachen, Windeln, Feuchttücher, Gummistiefel, Matschhosen etc.) an die dafür vorgesehenen Plätze zu verteilen. Anschließend blieb ich eine Weile im Flur, bis die Brotdosen zurück in die Rucksäcke gebracht wurden. Da fragte ich die Kinder, ob ich weg fahren darf und sie sagten schlicht: „Tschüss!“. Mit den Erzieherinnen sprach ich ab, dass ich um elf wieder da sein würde, also eine Stunde später, außer, sie würden mich anrufen. (Sie riefen nicht an.) 

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit war ich allein. Ich meine so richtig allein. Natürlich war ich schon öfter ohne die Kinder. Aber nur, um mit anderen Menschen zusammen zu sein. Freunde besuchen, arbeiten, zum Arzt gehen. So richtig allein war ich seit der Geburt der Kinder nicht mehr. Sehr ungewohnt war das, ich landete nach einem kurzen Ausflug zwanzig Minuten vor der Zeit wieder vor dem Kindergarten und wartete im Auto. 

Die Kinder haben das toll gemacht. Sie fragten zwischendurch nach mir, waren aber mit „Mama kommt gleich wieder.“ zufrieden. Als ich zurück kam, spielten sie friedlich, A. winkte mir von Weitem zu (sie war sehr beschäftigt mit Rutschen), M. begrüßte mich kurz und ging dann wieder im Sand spielen. Es dauerte 30Minuten, sie ins Auto zu überreden. 

Nachmittags sprachen wir viel über den Kindergarten. Ich erzählte wieder und wieder, dass sie am nächsten Tag wieder dort hingehen würden und ich auch wieder weg fahren würde. 

Freitags hatte ich Zweifel, ob das ein guter Tag werden würde. Ich musste beide mühsam wecken, sie waren sehr müde und wollten nicht aufstehen. Mühsam bekam ich sie pünktlich in den Kindergarten. A. wollte zuerst nicht von meinem Schoß. Aber als die Erzieherin ein spannendes Puzzle aus dem Hut zauberte, waren Beide so beschäftigt, dass sie mir nur unwillig zuwinkten, als ich mich verabschiedete. An diesem Tag blieben sie zwei Stunden allein. A. fiel hin, ließ sich aber auch problemlos dort trösten. 

Heute war Tag drei. Ich brachte sie hin, sprach kurz mit einer Erzieherin und einer anderen Mutter, verabschiedete mich und sollte erst um viertel nach elf wieder da sein. Sie waren sehr müde, aber glücklich, als ich sie abholte. Und sie nach Hause zu überreden ist echt harte Arbeit. 

  
Die Freiheit winkt, Zeit zum Durchschnaufen naht. Beides habe ich verdammt nötig. 

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt.