Erste Male

Gestern war ich das erste Mal seit der Geburt der Wundermädchen im Kino. Es war das Weihnachtsgeschenk für meine Mutter, sie suchte sich den Film „Vaterfreuden“ aus. Es war schön, ich habe gelacht, der Film war gut gemacht, ich hatte Popcorn, aber… Ja, aber.

Wisst ihr, worum es in dem Film geht? Ganz grob: Felix spendet seinen Samen, weil er Geld benötigt, hat danach aber einen kleinen „Nagerunfall“, der ihn steril macht. Er will seinen Samen zurück, damit er irgendwann Vater werden kann. Jedenfalls gerät er an ein Paar, wo er glaubt, der biologische Vater des ungeborenen Kindes zu sein. Die Beziehung des Paares ist jedoch eher eine Katastrophe (wie könnte es auch anders sein…).

So viel zum Inhalt. Und nun zu meinem „Aber“. Ich bin nun Mutter. Ich habe zwei wundervolle Mädchen und einen Mann, der diesen weiten Weg zum Eltern werden ohne wenn und aber mit mir gegangen ist. Ich mache mir keine Sorgen um meine Ehe. Und trotzdem hat dieser Film mich zutiefst erschüttert. All diese alten Emotionen, diese tiefe Verzweiflung, dieser dringende Wunsch… all das wohnt noch in mir. Diese Zeit hat Spuren hinterlassen, das wusste ich. Aber dass sie immer noch so präsent sind und dass diese Gefühle mich immer noch so treffen, hat mich doch überrumpelt.

Als ich gestern nach Hause kam, saßen meine drei Schätze im Bett und strahlten, weil ich wieder da war. Ich habe ein unglaubliches Glück, das weiß ich auch. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wie ich diese alten Gefühle wieder los werde.

Geht es euch ähnlich? Wie geht ihr damit um?

37+1

Liebste Wundermädchen,

Ihr seid nun 37 Wochen und einen Tag auf dieser Welt. Das ist genau so lang, wie die Zeit, die ihr in meinem Bauch gewohnt habt. Das klingt gar nicht so lang, oder? Es fühlt sich aber an wie die Ewigkeit. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne euch war, ihr habt unser Leben komplett auf den Kopf gestellt. 260 Tage ist es her, dass ich euch endlich sehen durfte. Ihr wart so herbeigesehnt und macht uns komplett. Es fühlt sich alles so richtig an, wir vier.

M., du bist so unglaublich. Du kannst nun sitzen, schiebst dich überall durch das Haus, bist immer neugierig und ein kleiner Wildfang. Du liebst es zu toben, je wilder, desto besser. Dein Lachen ist ansteckend und dein Humor einfach umwerfend. Du findest fliegende Dinge lustig, deiner Schwester an Haaren oder Ohren zu ziehen und wenn du Andere lachen siehst. Du isst unglaublich gern, man kann in deiner Gegenwart nichts mehr essen, ohne dass du auch etwas essen darfst. So lutscht du schon fleißig an Dinkelstangen, um schlimmes Wutgebrüll zu vermeiden. Du weißt genau, was du willst und bist ganz dickköpfig. Wenn du weinst, und das ist, Gott sei Dank, nicht so oft, ist das herzzerreißend. Du möchtest ständig was Neues entdecken, bist aber manchmal auch ängstlich. Dann können dir nur Mama und Papa helfen. Gerade bist du ein extremes Mamakind, du brauchst mich ständig in deiner Nähe. Fremden gegenüber bist du total schüchtern, Menschen, die du öfter siehst, strahlst du immer an. Aber bitte nur gucken, nicht anfassen! Liebe M., stundenlang könnte ich über dich erzählen. Ich liebe dich ganz unglaublich.

A., mein wunderbares Mädchen. Du sitzt am Liebsten und gerade beginnst du, dich durch das Haus zu schieben. Du probierst gern dein Stimmchen aus, plapperst ganz viel und wenn du fremd bist, quietschst du ganz laut um zu hören, wie dein Stimmchen dort  klingt. Du kannst dich stundenlang mit einer Sache beschäftigen und bist ein echter Kuschelkäfer. Das warst du schon immer. Dich bringt man mit Kitzeln zum Lachen oder mit Grimassen und Geräuschen. Du weißt genau was du willst und, vor allem, was du nicht willst. Dein Schmolllippchen ist unvergleichlich. Und dein Lächeln auch.  Liebste A., auch über dich könnte ich unendlich weiter erzählen. Ich liebe dich ganz unglaublich.

Alles ist anders mit euch, alles ist neu. Wunderschön eben.

Eine Woche und einen Tag

Acht Tage lang bin ich nun Mutter. Das ist eine schrecklich kurzlange Zeit. Es ist, als wäre es nie anders gewesen und gleichzeitig ist alles neu, anders, aufregend.

In unserer Krankenhauszeit war es stressig und turbulent. Sie haben sich alle rührend um uns gekümmert, allerdings ging es dort zu wie im Taubenschlag. Zur Ruhe konnte man dort nicht kommen. Ich habe M. dort fast stündlich stillen müssen, A. spätestens alle zwei Stunden. Heute denke ich, dass das wegen dem Stress dort so war. Denn kaum waren wir zu Hause: Tada, ein drei bis vier Stundenrhythmus. Also haben wir in unserer ersten Nacht zu Hause mehr geschlafen als in der ganzen Woche (5 Tage) Krankenhaus. M. hat eine leichte Neugeborenengelbsucht entwickelt und musste eine Nacht in das Lichtbett, daher würde unser Aufenthalt dort ungewollt verlängert. Jetzt geht es aber Beiden sehr gut. Wir müssen sie nur noch sehr warm einpacken, da sie sonst ihre Temperatur nicht konstant halten. Sie nehmen gut zu und sind auch sonst putzmunter. Und ich bin so verliebt …

Eure Fragen aus den Kommentaren und Emails zum Geburtspost beantworte ich gern:

Ja, die Schmerzen waren unglaublich und ich muss sagen ich war ziemlich laut. Ich habe bei jeder Wehe geschrien, nach meinem Gefühl hat das ganze Krankenhaus mich gehört. Ich glaube Wehenschmerz lässt sich mit nichts vergleichen.

Ja, zwischendurch habe ich gedacht ich schaffe es nicht. Ich hatte wegen des Schreiens nur nicht genug Luft das auch zu sagen.

Ja, ich stille. Und das ist wirklich nicht immer schön. Heute darf ich meinen ersten Milchstau begrüßen, meine rechte Brustwarze ist mehr als mitgenommen, jedes Anlegen schmerzt. Aber es ist auch eine wunderschöne, intensive Zeit die ich nicht missen möchte. Meine Hebamme hat versprochen, dass nur die ersten fünf bis sechs Wochen so anstrengend sind. Wenn ich die durchhalte werde ich mit einer schönen Stillzeit belohnt. Ich hoffe, dass das stimmt.

Schön, dass ihr ein paar Details nicht so unschön fandet. Ich fand sie allerdings sehr unschön, als sie geschahen. Durchfall, keine Wehenpause… Das hatte ich mir ein bisschen anders vorgestellt. Ich würde es aber trotzdem genau so wieder machen.

A. lag auch in Schädellage. Sie hat sich ca. zwei Wochen vor Entbindung gedreht und blieb auch nach M.’s Geburt liegen, so dass ich sie auch ohne Kaiserschnitt bekommen konnte.

Ja, es ging relativ schnell dank Dauerwehen. Und einen Dammriss habe ich auch, weil es so schnell ging, ich nicht die Geduld hatte Presswehen zu veratmen und das Gewebe so keine Zeit hatte sich zu dehnen. Trotzdem: Gott sei Dank ging es schnell.

Wie Pienzmnaeschen so schön sagte: Eine Geburt ist eine Geburt ist eine Geburt. Es ist eine Ausnahmesituation, es ist nicht immer schön aber ich würde denselben Weg wieder gehen, wenn ich mich noch mal entscheiden müsste.

Und nun geh ich wieder die Mädchen kuscheln. 😉