Zurück zum Ich

Schritt für Schritt, Stück für Stück zurück in das „normale“ Leben. Dahin bewege ich mich gerade, und: Es ist anstrengend aus dieser Luftblase, in der man lebt, zurück  in ein normales Leben zu finden. Wieder selbstständiger sein tut gut, aber sich Freiräume schaffen kostet Kraft. Die Freiräume zu leben schenkt aber so viel neue Energie, dass es sich lohnt.

Einmal in der Woche gehe ich schwimmen. Zwei Stunden ohne Familie, nur für mich. Es tut unglaublich gut.

Ich gehe wieder einkaufen, mit den Kindern. Das hört sich vielleicht lächerlich an, aber ich habe mich lange nicht getraut, mit beiden allein in den Supermarkt zu gehen. Da ich dörflich lebe, ist dafür ein Auto nötig. Als die Kinder noch kleiner waren, hätte es einen Kinderwagen gebraucht, nun sitzt M. im Einkaufswagen und A. ist in der Tragehilfe. Das klappt toll. Und ich bin stolz.

Und nun werde ich ab Juni für 5 Stunden in der Woche in meinen alten Job zurück kehren. Teilzeit in Elternzeit heißt das. Ich freue mich drauf und bin auch total nervös. Aber es fühlt sich richtig an.

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Elterngeld?

Ende Juni hat das Bundessozialgericht ein Urteil gefällt, dass ganz im Sinne von Zwillingseltern ist. Da heißt es, dass beide Elternteile insgesamt 14 Monate Elterngeld beziehen können, genauer, in unserem Fall: Ich könnte nach diesem Urteil 12 Monate für M. beantragen und 2 für A., Der Wundermann widerum 12 Monate für A. und 2 für M. Das ist ein echter Erfolg, denn bisher durfte nur ein Elternteil die Zeit nehmen, Zwillinge wurden, bis auf einen Mehrlingszuschlag von 300€, behandelt wie Einlinge. Tja, so weit, so gut. Aber wie das eben so ist, hier läuft nienie etwas glatt. Der Wundermann war also letzte Woche bei der Elterngeldstelle und hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Und, oh Wunder, die Dame vom Amt wusste von dem Urteil und hat daraufhin meinen Antrag geändert und einen neuen mit dem Wundermann ausgefüllt. Sollte also alles glatt gehen, oder? Aber nicht doch… Diese Woche rief die Dame vom Amt dann an und sagte, sie sei angewiesen das Geld so nicht auszuzahlen, denn das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Was wir da tun  könnten? Einen Widerruf stellen, der Wundermann müsste auf gut Glück zu Hause bleiben und die Zeit vorfinanzieren, damit wir rückwirkend berücksichtigt werden können. Denn das Geld steht einem nur in den ersten 14 Lebensmonaten zu und unser Anspruch verfällt, wenn der Wundermann weiter arbeiten geht.

Was heißt das für uns? Es heißt, dass alles beim Alten bleibt. Eine Vorfinanzierung können wir uns nicht leisten und es wäre eh nicht auszudenken, wenn wir dann doch kein Geld für den Wundermann bekämen… Es hätte so schön sein können…