Das Rätsel ist gelöst

Seit vier Wochen funktioniert unser Telefonanschluss nicht. Ein Blitzeinschlag hat großen Schäden angerichtet und die Techniker kriegen es nicht in den Griff. Daher mache ich mich gerade rar. Denn auf dem Smartphone mit Internet im Schneckentempo macht es echt keinen Spaß. Hier gibt es aber einen riesigen Neuigkeitenberg, den ich nun mal beginne abzuarbeiten. Nun denn, Smartphone, gib alles!

Wisst ihr noch, A.’s dauerwunder Po und nichts half? Das Rätsel scheint gelöst! Aber nun von Anfang an. Wir waren bei der U6 (dazu an anderer Stelle mehr) und besprachen noch mal mit dem Arzt mögliche Ursachen für das immer wiederkehrende Problem. Wir entschieden uns bei Beiden Blut abzunehmen, zum Einen, weil der Wundermann Zöliakie hat, zum Anderen um eine Allergie als Ursache für den wunden Po auszuschließen. Und weil einmal Blut abgenommen wurde, haben wir auch sofort ein Blutbild gemacht. Außerdem haben wir noch Stuhlproben eingeschickt um eine Entzündung im Darm auszuschließen. Die Ergebnisse ließen eine Woche auf sich warten. Die guten Nachrichten zuerst: Allergien sind bei Beiden nicht nachweisbar. Die Schlechten: Beide haben einen Eisenmangel (A.: 9,4 g/dl, M. 11,6g/dl). A.’s Wert ist extrem schlecht und ich habe mir große Vorwürfe deswegen gemacht. Ich habe mich sehr bemüht, meine Mädchen gut zu ernähren und ich konnte es mir nicht erklären. Gut, sie haben lange kein Fleisch essen wollen, egal, was ich angeboten habe. Ich habe stattdessen viel Hirse gegeben , habe darauf geachtet Vitamin C dazu zu geben und habe mich genau an den Plan der Hebamme gehalten. Beide haben zwar nie eine komplette Portion gegessen, aber das fand ich nicht tragisch. Weil ich so von Selbstvorwürfen zerfressen war, habe ich noch mal das Gespräch mit dem Arzt gesucht. Das hat gut getan, denn er befreite mich von meinem schlechten Gewissen und gab Ratschläge mit. Er erklärte mir z.B. ich solle darauf achten, dass die Kinder zwei milchfreie Mahlzeiten hintereinander bekommen (bis vorm Projekt Abstillen habe ich zwischen den Mahlzeiten vor allem A. immer noch gestillt), denn Milch hemmt die Eisenaufnahme. Ich würze das Fleisch für die Kinder nun ein wenig, nun essen sie es. Und sie bekommen Tropfen gegen den Mangel. Wie das mit dem wunden Po zusammenhängt? Ich gebe seit einer Woche Eisentropfen und der Po ist gut. Keine Rötungen mehr. Der Arzt tippte wild ins Blaue, dass das einen Zusammenhang haben könnte, eine bessere Erklärung habe er gerade nicht für das dauernde Wundsein. Scheinbar hat er richtig getippt. Ein Problem wäre somit gelöst.

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Wildes Durcheinander

Ich bin nun in der 16. Woche schwanger, heute zähle ich 15+5. Ich dachte, wenn ich schwanger bin habe ich unendlich viel Zeit für Alles, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht mal annähernd das schaffe, was ich sonst neben der Arbeit erledigt habe. Es geht mir zwar besser, keine Blutungen und keine Übelkeit mehr, jedoch lasten mich klitzekleine Aufgaben für einen ganzen Tag aus. Wenn ich dann noch ein Freundinnenfrühstück oder -kaffee an einem Tag geplant habe schaffe ich es kaum  noch irgendwie produktiv zu sein. Nachts schlafe ich außerdem sehr schlecht (Vorbereitung auf das was kommt?), so bin ich dauernd müde und das ist nicht gerade förderlich. Wenn ich meine Müdigkeit ignoriere folgt die Strafe auf dem Fuße: Der Bauch zieht dann und zwingt mich so zum Ausruhen. Also passe ich besser auf uns auf und gewöhne mir schon jetzt etwas von meinem „Ich hab´s gern ordentlich und sauber“ ab.

Gerade habe ich so eine Phase, wo ich es schrecklich unwirklich finde, dass Leben in mir wächst. Ja, meinem Bauch kann ich beim Wachsen zusehen und die anderen Wehwehchen habe ich euch bereits beschrieben. Aber ich kann die Wunderwesen noch nicht spüren und ich weiß ja auch noch nicht, ob ich Mädchen, Jungs oder Beides erwarte (das wissen wir dann endlich nächste Woche…). So verrückt es klingt, diese schreckliche Übelkeit und die Blutungen haben es irgendwie realer für mich gemacht. Also befinde ich mich gerade in so einer Art Schwebezustand. Der Wundermann beschäfigt sich schon seit Wochen mit der Namensfrage, ich kann das noch gar nicht so richig. Ob das nächste Woche besser wird, wenn die Wunderwesen sich geoutet haben?

Und da gibt es noch so ein Erlebnis, dass ich teilen möchte. Ich befinde mich in der glücklichen Lage einen sicheren Job zu haben, der außerdem sehr familienfreundlich ist. Der Wundermann ist selbstständig und arbeitet schrecklich viel. Seitdem wir wissen, dass wir Zwillinge erwarten, haben wir trotzdem entschieden, dass ich drei Jahre Elternzeit nehme, denn ich möchte weder meine Zwerge Fremden anvertrauen noch unsere Eltern um Betreuung bitten, damit wir Beide arbeiten können. Ich denke halt, dass unsere Eltern ihre Kinder schon groß gezogen haben und zudem sind sie alle noch berufstätig. Ich könnte zwar am Nachmittag arbeiten, jedoch möchte ich das einfach nicht von ihnen verlangen sondern wünsche mir, dass sie gern auf sie aufpassen, wenn mal Termine oder andere Dinge anstehen. Wir haben ein bisschen hin- und hergerechnet und wir befinden uns in der glücklichen Lage, das finanziell hinzubekommen. Es wird zwar eng und so etwas wie Urlaub wird so lange ausfallen müssen, aber es wird gehen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn schließlich kann es der Wundermannfirma plötzlich nicht mehr so gut gehen und somit gehen wir da ein relativ hohes Risiko ein. Ich glaube aber ganz fest, dass es gehen wird und dass wir glücklich sein dürfen, dass ich meinen Wunderwesen das ermöglichen kann. Ich empfinde das als Luxus und hoffe, dass es die richtige Enscheidung ist. Leider treffen wir in unserem Umfeld dazu nicht auf viel Verständnis, gerade die Menschen, die direkt nach dem ersten Jahr wieder arbeiten gegangen sind kritisieren uns scharf, oder noch schlimmer, unterstellen  uns, dass wir es ja nicht nötig haben, (ja, unser Geld wächst auf Bäumen…), dass ich arbeiten gehe. Das schmerzt mich sehr. Ich habe so lange auf dieses Wunder gewartet und will es schlicht genießen und hoffe, dass es auch gut für die Wunderwesen ist, wenn ich da bin. Natürlich hat eine Fremdbetreuung auch Vorteile und ich habe auch nichts dagegen, wenn Mütter und Väter überhaupt keine Elternzeit nehmen, nur ich will es eben anders und mein Wundermann will es möglich machen. Mein Gehalt wird uns sicherlich fehlen und wir werden gut haushalten müssen. Ich weiß, dass keiner von uns in der Vergangenheit zum Spaß arbeiten gegangen ist und das verdiente Geld eigentlich überflüssig war. Wir hatten früher auch schlechte Zeiten, wo wir kaum über die Runden kamen und daher wissen wir einfach, dass wir es schaffen diese Zeit finanziell zu überbrücken. Und wenn es ganz schlecht läuft, gibt es immer noch den Bausparvertrag, der uns eine Weile retten kann. Schrecklich, wie solche Aussagen mich verletzen und ich es überhaupt nicht verstehen kann, warum gerade die, die Eltern sind, so argumentieren. Ist es Neid? Oder woher kommt das? Manche menschliche Züge werde ich wohl nie verstehen.

(Ich hoffe, ihr könnt mein Gedankenwirrwarr nachvollziehen. Das musste einfach mal raus.)

12+5, den Wunderwesen geht es prima, der Mutter nicht so

Heute morgen war ich erneut beim Arzt. Er wollte sich die Wunderwesen noch einmal ganz genau anschauen. Daher durfte ich die zwei auch per 4D-Ultraschall bewundern und ich bin völlig hin und weg wie genau man alles sehen kann. Wir konnten die Herzen ganz genau anschauen, die Gehirne und auch alles Andere. Die zwei sind zeitgerecht enwickelt, ein Zwilling ist 7cm groß, der andere 6,5cm. Der Ultraschall hat dieses Mal sehr lange gedauert, so dass ich ausgiebig Zeit hatte meine Wesen zu bestaunen, die winzigen Gliedmaßen, das Gezappel, dass noch ein bisschen ungelenk wirkt und die Gesichtszüge, die langsam immer menschlicher werden. Das ist ein einmaliges, herzergreifendes Ereignis, dass ich wohl nie vergessen werde. Wie schön es ist, dass ich das erleben kann und was die Technik alles möglich macht. Meine Mutter ist auch völlig fasziniert, von mir gibt es nämlich überhaupt kein Ultraschallbild und von meiner Schwester zwei sehr, sehr Undeutliche (sie ist 4 Jahre jünger als ich). Also alles ganz wundervoll.
Bei mir allerdings gibt es nicht ganz so zufriedenstellende Ergebnisse. Trotz Utro habe ich immer noch ab und an Schmierblutungen, mein Blutdruck ist unterirdisch (heute 90/60) und an Gewicht ( ich habe ja zuerst 4kg verloren) habe ich seit dem letzten Termin erst Einen wieder zugenommen. Da ich eine schlanke, kleine Frau bin ist das natürlich nicht so ideal. Die ärztlichen Anweisungen lauten also: Koffein am Morgen, nicht schwimmen, nicht baden, nicht herzeln, alles im Schneckentempo, kein Schwangerenyoga, mäßig bewegen, nichts Schweres heben, nicht zu sehr anstrengen. Ich darf ein bisschen spazieren gehen, laaangsam und leichte (!!!) Haushaltsdinge erledigen. Utro weiter für zwei Wochen, dann mal weiter sehen.

Das nächste Wiedersehen mit den Wunderwesen ist erst in vier Wochen, der Arzt versprach dann verraten zu können, ob wir Mädchen, Jungs oder Beides erwarten. Der Wundermann glaubt  es sind zwei Jungs. Ich bin unschlüssig und total gespannt.

Fotos reiche ich morgen in einem geschützten Beitrag nach, heute bin ich zu müde. Also streichel ich noch ein bisschen meinen Bauch und schlafe dann wohl gleich zufrieden und mit ein paar Sorgen weniger ein.

Neuigkeiten. Und ein paar Gedanken.

Schmierblutungen sind schrecklich und machen mir Angst. Auch wenn es schrecklich wenig ist und „altes“ Blut. Es macht mir auch immer noch Angst, wenn und während mein Arzt mir sagt, dass es den Wunderwesen gut geht. Blut in der Schwangerschaft ist mein persönlicher Albtraum. So gern würde ich genießen schwanger zu sein. Leider werde ich es wohl nicht schaffen diese glückliche Unbeschwertheit meiner ersten kurzen Schwangerschaft zurück zu bekommen. Hoffentlich spüre ich die kleinen Wesen bald. Das könnte helfen.

Gestern waren wir zum ersten Kennenlerngespräch mit einer Hebamme. Der Wundermann hat mich begleitet, denn er findet, es sei ebenso wichtig, dass sie auch ihm sympathisch ist, er will sich im Geburtsvorbereitungskurs und ihren Besuchen auch wohl fühlen,  und genauso bei der Babymassage, die sie auch anbieten würde.  Es ist eine kleine Praxis, die eine heimelige und familiäre Athmosphäre vermittelt, sie war sehr nett und wir glauben, dass wir richtig bei ihr sind. Da ich eine Risikoschwangere bin möchte sie die reguläre Vorsorge nicht so gern übernehmen, sondern empfiehlt das beim Arzt zu machen. Sie würde mich zusätzlich betreuen, um meine Ängste aufzufangen, um Fragen zu beantworten und zwischendurch nach dem Rechten zu sehen. Auch das finde ich ganz wunderbar: Sie war ganz ehrlich, und trotz ihrer 19 Jahre Berufserfahrung findet sie in meinem Fall eine ärztliche Vorsorge besser.  Wir waren lange bei ihr, sie hat sich viel Zeit zum kennenlernen und zum beantworten all unserer Fragen genommen.

Heute bin ich in der 12. SSW, genauer bei 11+5. Mein Risiko eines der Wunderwesen zu verlieren, sinkt drastisch. Nie hätte ich gedacht, es bis hierhin zu schaffen und nun bin ich schon da. Der Bauch beginnt sich zu runden und die Wehwehchen lassen langsam nach. Es wird auch Zeit, denn ich habe seit Stimubeginn 4kg verloren und langsam wird es nötig, dass ich beginne zuzunehmen. (Wer hätte gedacht, dass ich mir je wünsche endlich zuzunehmen?)

 
Ein kleines Dankeschön möchte ich auch noch hier lassen, für all meine Leser, egal ob ihr akiv kommentiert, stumm mitlest, Daumen drückt, euch mit mir freut, Fragen stellt, mich zurück auf den Boden der Tatsachen holt oder mir Feedback gebt, für eure zahlreichen E-Mails und für das Gefühl, dass es Menschen gibt, die mich verstehen. Manchmal erschrecke ich mich nämlich ein wenig über die Umgangsformen, die mir hin und wieder im Internet so über den Weg laufen und dann frage ich  mich, ob diese Menschen in ihrem realen Leben auch so mit ihren Mitmenschen umgehen. Es passiert in unserer kleinen Kinderwunschwelt immer wieder: Jemand wird schwanger und dann wird das Haar in der Suppe gesucht, ans Licht gezerrt und mit Genuss darauf herum gehackt.Diskussionen: sehr gern. Aber alles hat Grenzen und ich finde es sehr schade, dass man sich nicht trotz einer Kritik, die im Kopf herum schwirrt, auch ein bisschen freuen kann. Denn wenn niemand Erfolg hätte wäre der Weg, den wir gehen völlig hoffnungslos. Und in solchen Momenten freue ich mich umso mehr über euch. Danke.

Schrecken in der Nacht

Ich bin ein Angsthase. Das wissen wir ja alle. Und daher war es extrem schwierig für mich die Babies so lange nicht zu sehen. Mein Mantra lautete daher immer: Solange ich keine Blutungen habe, geht es den Babies gut. (Ich weiß, dass es auch anders sein kann, aber an irgendetwas muss ich mich ja festhalten.) Ich habe also argwöhnisch beobachtet, Toilettenpapier kontrolliert und so weiter. Und der Wunderbauch war immer brav: Keine Krämpfe, kein Blut. Bis letzte Nacht.

Im Moment stehe ich ja, um Übelkeit zu vermeiden, nachts auf um eine Kleinigkeit zu essen. So auch vergangene Nacht um drei Uhr. Zur Toilette muss ich dann auch immer und da war es. Routinemäßig kontrolliere ich also das Papier (entschuldigt die Details) und da war es rostrot. Ich traute mir nicht, schließlich war ich gerade erst aufgestanden. Also erneut Papier benutzt mit dem selben Resultat. Herzklopfen, Panik, Tränen. Heute ist 10+3 und so kurz vor dem Ende der „kritischen Zeit“ so eine böse Überraschung. Mein erster Impuls war den Wundermann aufzuwecken und ins Krankenhaus zu fahren. Dann aber versuchte ich mich zu beruhigen: Es war nur wenig Blut, ich hatte keine Schmerzen, es war kein frisches Blut. Schnell noch Google befragt und, man lese und staune, es hat mich ausnahmsweise nicht noch panischer gemacht. Den Wundermann habe ich schlafen lassen und mit den Babies ausgemacht, dass wir direkt morgens zum Arzt gehen.

Endlich wurde es halb sieben, Wundermannaufstehzeit. Ich berichtete direkt von letzter Nacht und Tränen liefen erneut. Ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, wie groß meine Angst war. Der Wundermann beschloss später zur Arbeit zu gehen (manchmal hat es Vorteile selbstständig zu sein) und mich zu begleiten. Er war so entspannt und war der Überzeugung, dass alles gut ist, meine Welt stand aber Kopf, denn schließlich war mein einziger „alles-ist-gut-Halt“ weggefallen.

Ausgerechnet heute war mein Arzt nicht da, so musste ich zu einer Vertretung gehen. Die Ärztin war sehr nett und einfühlsam, obwohl wir ohne vorherigen Anruf auf der Matte standen. Und nun das Wichtigste: Den Babies geht es gut. Sie waren beide quietschfidel, zappelten fröhlich, und wisst ihr was? Es sind nun richtige, wundervolle, vollständige Menschlein. Ein Baby spielte mit seinen Händen (mit winzigen Fingern dran) und das andere turnte fleißig herum. Die Herzen schlugen kräftig und regelmäßig, sie sind genau richtig groß und einfach bezaubernd. Ich bin schrecklich verliebt und so erleichtert. Die Ursache der Blutung? Die Ärztin konnte es nicht genau sagen, hatte aber verschiedene Theorien: Vielleicht ist es eine Blutung die durch das Absetzen von Utrogest entstanden ist, das kann mit Verzögerung sein. Oder es ist eine Blutung die durch das schnelle, zwillingsbedingte Wachstum der Gebärmutter geschehen ist. Kontaktblutungen durch Herzeln kann ausgeschlossen werden, das hat die Übelkeit zuverlässig verhindert. Das Beste ist aber: Um die Bauchzwerge muss ich mir keine Sorgen machen, denen geht es prima. Nun darf ich zwei Wochen nicht baden, schwimmen oder Herzeln, darf mich viel ausruhen und am Freitag habe ich meinen regulären Vorsorgetermin bei meinem Arzt.

Liebe kleine Wunderwesen,

ihr habt mir einen solchen Schreck eingejagt. Ich bin so froh, dass es euch gut geht. Es ist unglaublich, wie sehr ihr gewachsen seid. Ich bin so verliebt…

(Liebe Nani, danke für’s taggen. Ich kümmere mich bald darum.)