Mittagsschlaf. Oder doch nicht?

Meine Kinder schlafen Mittags noch. Wenn sie aus dem Kindergarten kommen, sind sie sichtlich geschafft, quengelig und froh, wenn sie ins Bett dürfen. Und dann schlafen sie ungefähr 1,5 Stunden, danach haben wir einen fröhlichen Nachmittag. 

Abends gehen die Kinder zwischen acht und halb neun ins Bett, aber besonders A. hat große Probleme dann einzuschlafen. Manchmal dauert es über eine Stunde, bis sie endlich schläft. 

Also dachten wir uns, wir lassen das mit dem Mittagsschlaf für A. Das fand sie auch eine großartige Idee. Freunde und das Internet erzählten, dass sich Kinder recht schnell daran gewöhnen, es aber am Anfang auch mal anstrengend sei. A. hat zwischendurch immer mal wieder einen Mittagsschlaf ausgelassen, also dachten wir, wir versuchen es.

Tag 1 verlief ohne Probleme. Sie war früh müde und schlief um halb sieben bereits tief und fest. Halb sieben ist für uns aber eine ziemlich blöde Uhrzeit, denn der Papa kommt immer erst gegen sechs und dann essen wir gemeinsam. Naja gut, erst mal halb so schlimm, sie wird sich sicher daran gewöhnen. 

Tag zwei verlief sehr holprig, ab 17.00Uhr war das Kind unruhig, ungeduldig, weinerlich, zu nichts zu begeistern. Schlief wieder um halb sieben, wäre aber mit Sicherheit auch früher schlafen gegangen. 

Tag drei: A. beginnt den Tag schon weinerlich, streitet dauend, kann nichts spielen, was Konzentration erfordert, zerstört und wirft nur. Viele Tränen, Streit, blanke Nerven. Sie schreit wegen Allem herum und wütet. 

Tag vier: A. weint bereits beim morgendlichen Wecken. An diesem Tag fällt sie auch zum ersten Mal im Kindergarten auf. Sie ist unzufrieden und ich bin es auch. 

Durchhalten? Ich habe mich dagegen entschieden. An diesem Mittag lege ich sie mit hin, lese vor und sie schläft noch vor M. ein. Das ist so was wie ein Weltwunder, das gab es nur sehr selten bislang. Sie schläft 2,5 Stunden und ich lasse sie. Abends verlangt sie von selbst um halb acht nach dem Bett. Am nächsten Morgen ist sie wieder ein fröhliches, entspanntes Kind. 

Ich befürchte, sie ist doch noch nicht so weit und braucht den Schlaf. Dann warten wir damit eben noch ein bisschen. 

  

Ich könnte.

Ich könnte euch erzählen, wie M. mich heute morgen anschrie, als ich sie weckte. 

Oder davon, wie A. ihre Müslischüssel vom Tisch warf, weil ich die Milch nicht richtig einschüttete. 

Ich könnte erzählen, wie sie eine halbe Stunde brauchten, sich Jacke, Schal, Mütze und Schuhe anzuziehen und ich nicht helfen durfte. 

Vielleicht könnte ich davon erzählen, wie keines der Kinder mit mir nach Hause wollte, als ich sie aus dem Kindergarten abholen wollte. 

Oder wollt ihr die Geschichte hören, wie ich diese Kinder einfing, A. mühsam anzog, an M. scheiterte und ich deswegen eine wütende M. unterm Arm, ohne Schal, Mütze, Schuhe, Jacke zum Auto trug, während eine schneckenlangsame A. hinter mir her schlurfte?

Ich könnte auch davon erzählen, wie ich zur „Kakamama“ wurde, weil ich keine Nudeln zum Abendessen gekocht hatte. 

Stattdessen erzähle ich euch lieber davon, wie A. mich an die Hand nahm, als ich ihr sagte, wie müde mich diese Streiterein machen, mit mir zum Bett ging, wir uns hineinkuschelten, M. dazu kam und wir noch ein bisschen lasen, erzählten und lachten. Nun liegen sie hier, meine schlafenden Wunder, und ich habe schon fast wieder vergessen, was für kleine Nervensägen sie doch sein können. 

  
 

Idylle? Können wir auch. Teil 3

Es gab eine kleine Pause zwischen den Beiträgen über meine Wutzwerge hier und hier und diesem hier, denn wir waren krank. Zuerst die Kinder mit Mandel- und Bindehautentzündung, dann ich (und zwar so richtig, so krank war ich schon sehr lange nicht mehr) und dann erwischte es natürlich auch noch den Wundermann. Zusätzlich zum Vorweihnachtstrubel war reichlich los hier. Aber nun denn, nun erzähle ich mal, wie das hier so läuft, wenn ich mich abends nicht in den Schlaf ärgern muss. 

Idealerweise wachen die Kinder selbst auf, wecken ist immer ein Garant für schlechte Laune. Dann wird gekuschelt, gelesen und langsam, ganz langsam aus dem Bett getastet. Windeln aus, Klamöttchen an, Nachmittagssnack. Überraschenderweise ist das tatsächlich immer unkompliziert. Dann geht es raus. Immer. Egal bei welchem Wetter. Auch ich besitze Regenhose und Stiefel, denn im Haus bleiben ist keine Alternative. Wenn meine Kinder nicht draußen waren sind sie UNERTRÄGLICH. Draußen ist immer alles gut und die Kinder so viel zufriedener. Wenn das Wetter grausig ist, reichen 30min zum Austoben und Pfützen hüpfen, sonst bleiben wir, bis wir mit dem Kochen beginnen müssen. 

Manchmal kommen hungrige Kinder rein, dann gibt es noch einen winzigen Snack. Anschließend kochen wir. Oft zu viert, wenn der Papa schon da ist, sonst eben zu dritt. Das machen beide total gern und Streit gibt es da auch selten. Sie dürfen bei allem mithelfen und sind zufrieden. Nur ein entsprechendes Zeitfenster braucht man, denn es dauert schon sehr viel länger als allein. 

Wir essen abends immer gemeinsam. Die einzige Ausnahme ist der Donnerstag, denn da habe ich Spätdienst. 

Gerade sind sie sehr nörgelige Esser, das ist ein wenig anstrengend. Unsere Kinder dürfen ein Brot oder Obst essen, wenn sie das Essen nach dem Probieren noch immer verschmähen. Lief der Nachmittag gut, hat man gute Chancen auf ein entspanntes Abendbrot. Wenn nicht, entlädt sich hier die Stimmung des Tages. 

Nun gucken die Kinder mit einem Elternteil Sandmann, der andere darf das Chaos der Küche beseitigen. Dann machen sich alle Familienmitglieder bettfein, mit viel Trubel im Bad. Wir singen, um das Zähneputzen zu überstehen und dann Sicht jedes Kind noch eine gute Nacht-Geschichte aus, die im Bett gelesen wird. Oft gucken wir im Bett (Schande über uns) noch eine Folge Lassie auf dem Tablet und dann werden die Kinder in den Schlaf gekuschelt. M. schläft schnell, A. braucht lange. Und dann, dann beginnt die Zeit für Erwachsene. 

So geht es auch. Manchmal. 

    

Kerstin von chaoshochzwei erzählt hier von ihrem Alltag mit Zwillingen und Baby. 
Von WunschkindmalZwei könnt ihr hier lesen. 

Und Sarah von Mamanibloggt berichtet hier von ihren Wutzwergen. 

Ein ganz normaler Wutzwergtag, Teil 2

(Teil 1 findet ihr hier.)

Es ist Mittag, ich hole die Kinder wieder ab. Da es nicht regnet, spielen die Kinder draußen. M. beachtet mich nicht, sie will noch schaukeln, A. läuft in meine Arme und freut sich. Wir gehen zu M., ich sage ihr, dass ich mit A. zum Umziehen gehe und frage, ob sie mit will. Ich bekomme keine Antwort, also gehe ich mit A. rein. Wir suchen Trinkflaschen und Kuscheltiere und packen alles ein. Dann beginne ich A. die Stiefel und die Matschhose auszuziehen, die Sachen bleiben im Kindergarten. Da bringt eine Erzieherin eine völlig aufgelöste M. mit den Worten „Da ist Mama doch.“ Gut, dass sie eben mein „Gespräch“ mit M. gehört hat, sonst würde ich mich nun sehr rabenmütterlich fühlen. 

M. braucht Trost, und natürlich ruft A. nun: „Ich muss P.ipi!“. Also folge ich dem Kind zur Toi.lette, M. tragend, die noch immer schluchzt. Ich muss das schluchzende Kind nun absetzen, denn A. ist noch nicht groß genug um auf die kleinen Kindergartentoiletten zu kommen, sie braucht also Hilfe. M. liegt nun weinend auf dem Boden (Igitt!) und schreit „Arm nehmen, Arm nehmen!“. Sie ist müde und braucht Nähe, aber A. braucht Hilfe beim Abwischen, anziehen und Händewaschen. 
Ich schwitze und versuche so viel wie möglich mit M. auf dem Arm zu schaffen. Nun muss ich M. noch umziehen, die sich aber vor lauter Müdigkeit nicht entscheiden kann, ob ich helfen darf oder nicht. Also ist Beides falsch. Nun hilft eigentlich nur kuscheln, aber zuerst müssen wir irgendwie nach Hause. 

Beide sind müde, ich trage also beide Kleinkinder, Kuscheltiere und Rucksäcke zum Auto. Beide weinen, als ich sie absetze um das Auto aufzumachen. Irgendwie bugsiere ich die müden Kinder ins Auto und wir machen uns auf den Weg. 

Ich möchte nicht, dass die Kinder im Auto einschlafen, denn dann eskaliert zu Hause die Situation. Also singe ich mit ihnen, damit sie wach bleiben. Gerade sind das gerne St. Martin und das Schlangenlied, dass wir aus dem Musikgarten kennen. Das muss ich schon seit Januar vorsingen. Und einhändig während des Fahrens entsprechende Bewegungen andeuten. 

Zu Hause angekommen will ich M. aus ihrem Sitz holen, so wie immer. Sie schreit „Nich Hause!“. Höh? M. ist doch sonst auch total unflexibel und braucht den immer gleichen Ablauf? Wir fahren nach dem Kindergarten doch immer nach Hause? Heute ist das aber nicht richtig. Das Kind will in die Stadt zum Eis essen fahren. Das haben wir in ihrem Leben vielleicht drei Mal gemacht, aber noch nie zum Mittagessen. Wie sie wohl auf die Idee kommt? Naja, ist jetzt auch egal. Gerade will sie das so und ich muss sie trotzdem irgendwie dazu bewegen, ins Haus zu gehen. 

Ich hole nun also zuerst A., wohlwissend, dass das die nächste Katastrophe auslöst. Denn heute darf A. die Tür aufschließen und für M. bleibt das Klingeln. Das findet M. ziemlich blöd. Nun ist A.’s Geduld aber auch zu Ende. Sie ist müde und will, dass ich ihr helfe. Dieses „liebevoll durch die Wutanfälle helfen, da sein und abwarten“ passt (oft) nicht in unsere Realität. Beide sind müde und irgendwie muss ich die Bedürfnisse beider unter einen Hut bekommen. Ich schnappe mir also M und trage das sich windende Bündel ins Haus. Drinnen angekommen hat das Toben nachgelassen. Ich kann Beiden helfen sich auszuziehen, und dirigiere sie zum Essen an den Tisch. 

Das Essen verläuft heute überraschend ruhig, kein Gemotze. Es gibt aber auch Nudeln, ein Gericht von gefühlt Dreien, dass gerade überhaupt in Frage kommt. 

Nächster Programmpunkt Wickeln: Beide sind müde, beide möchten zuerst, beide wollen nicht mehr los gelassen werden, bis sie im Bett sind. Tja. Nur so viel: Es wird laut, sehr laut, bis wir endlich im Bett sitzen und jedem Kind das ausgesuchte Buch vorlesen. 

Ich hab sie den ganzen Morgen vermisst. Es wäre so schön, wenn ich die Zeit mit ihnen schöner verbringen könnte. Man malt sich das ja immer so idyllisch aus. 

Ist es hier gerade aber nicht. Es gibt immer wieder wunderschöne idyllische Momente, manchmal auch Stunden. Aber gerade kostet diese Autonomiephase unglaublich viel Kraft. 
 

In Teil 3 erzähle ich euch von einem idyllischen Nachmittag. 

Kerstin von chaoshoch2 erzählt hier von ihrem Alltag mit Zwillingen und Baby. 

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Die Kehrseite der Medaille

Sie sind eingewöhnt. Es lief völlig glatt, sie gehen gern drei Stunden am Tag in den Kindergarten und freuen sich drauf. So weit so gut. 

Aber. 

Zu Hause sind sie unerträglich. Sie jammern, weinen, streiten, toben. Sie sind nicht für eine einzige Minute friedlich und zufrieden. 

SIE TREIBEN MICH IN DEN WAHNSINN.

Sie fehlen mir morgens. Und nachmittags hoffe ich, dass bald Schlafenszeit ist. Das fühlt sich sehr rabenmütterlich an, ist aber eben das, was ich empfinde. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich das anstrengt. Manchmal bin ich zum Trösten nicht mehr in der Lage, weil ich so genervt bin. 

Sie haben überhaupt keine Geduld mehr. Sie schreien schon beim ersten Anflug ihres Wunsches los, ohne gesagt zu haben, was sie wollen. Sie kreischen, wälzen sich auf dem Boden, werfen Dinge. Und wenn Eine endlich zufrieden ist, weil ich erraten habe, was das Problem ist, legt die Andere los.

Uff. 

Manchmal könnte ich mitheulen. 

Ich weiß, dass das normal ist. Kindergarteneingewöhnung eben, zusätzlich zum Alter.

Anstrengend ist es trotzdem.