Ich könnte.

Ich könnte euch erzählen, wie M. mich heute morgen anschrie, als ich sie weckte. 

Oder davon, wie A. ihre Müslischüssel vom Tisch warf, weil ich die Milch nicht richtig einschüttete. 

Ich könnte erzählen, wie sie eine halbe Stunde brauchten, sich Jacke, Schal, Mütze und Schuhe anzuziehen und ich nicht helfen durfte. 

Vielleicht könnte ich davon erzählen, wie keines der Kinder mit mir nach Hause wollte, als ich sie aus dem Kindergarten abholen wollte. 

Oder wollt ihr die Geschichte hören, wie ich diese Kinder einfing, A. mühsam anzog, an M. scheiterte und ich deswegen eine wütende M. unterm Arm, ohne Schal, Mütze, Schuhe, Jacke zum Auto trug, während eine schneckenlangsame A. hinter mir her schlurfte?

Ich könnte auch davon erzählen, wie ich zur „Kakamama“ wurde, weil ich keine Nudeln zum Abendessen gekocht hatte. 

Stattdessen erzähle ich euch lieber davon, wie A. mich an die Hand nahm, als ich ihr sagte, wie müde mich diese Streiterein machen, mit mir zum Bett ging, wir uns hineinkuschelten, M. dazu kam und wir noch ein bisschen lasen, erzählten und lachten. Nun liegen sie hier, meine schlafenden Wunder, und ich habe schon fast wieder vergessen, was für kleine Nervensägen sie doch sein können. 

  
 

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Alaaf! Helau! 

Also hier, wo ich wohne, darf ich ganz frei „Helau!“ und „Alaaf!“in einem Atemzug rufen und werde dafür noch nicht einmal schräg angeschaut, geschweige denn ausgebürgert. Also rufe ich frisch und frei „Alaaf und Helau“ zu euch und ihr nehmt euch, was euch lieber ist. 

Meine Kinder sprachen seit Wochen davon, dass sie gern Vögel zu Karneval sein wollen. Daran war nichts zu rütteln. Und das große Onlineshopping brachte nichts, was ich auch nur annähernd schön fand oder die Kinder schüttelten sofort die Köpfe oder es war schlicht nicht bezahlbar. Also versuchte ich mich am Selbernähen. Dazu muss man wissen, dass ich das nie so richtig gelernt habe und noch nicht sooo lange mache. Aber ich fand im Internet eine Anleitung, die machbar erschien. Ich kaufte Stoff gemeinsam mit den Kindern und als ich dann loslegen wollte, stellte ich fest, dass die Dame, die das zuvor frei auf ihrem Blog zum nachmachen hatte, diese Inhalte plötzlich gesperrt hat, weil sie es in naher Zukunft vermarkten will. Aber die Nachricht „Coming Soon“ half auch nicht, es musste halt sofort losgehen. Also durfte ich Anfängerin Freestyle aus dem Gedächtnis nähen. Gott sei Dank fand ich bei meiner Recherche wenigstens noch ein brauchbares Foto als grobe Vorlage, denn fertiggenäht  kann man so was für viel Geld auch kaufen. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Heute morgen flogen dann nach viel fluchen und ächzen meinerseits und murrigen Kindern, die auf einmal nicht als Vögel verkleidet werden wollten, doch noch zwei glückliche Piepmätze durchs Haus (dem Papa sei Dank). 

     

Das Chaos im Hintergrund dürft ihr euch mal großzügig wegdenken. 

M. scheint ein Karnevalsmuffrl zu sein. Im Kindergarten war ihr alles zu laut und trubelig, die Flügel wollte sie auch lieber nicht anziehen. Ich musste erst eine Weile dableiben und mit ihr das bunte Treiben beobachten. Ich durfte erst fahren, als ich mit ihr und der Erzieherin abmachte, dass sie anrufen darf, wenn sie es weiter blöd findet und ich sie dann abholen würde. Bis jetzt blieb das Telefon still. Drückt die Daumen! 

A. war zuerst schüchtern und beeindruckt von den ganzen Verkleidungen, war dann aber schnell mittendrin. 

Alaaf und Helau! 

Habt es schön, egal ob Karnevalsjeck oder -muffel. ❤