Die Schnullerfee war da! 

Hier habe ich euch bereits erzählt, wie A. kürzlich mit ihren Schnullern umging. Es wurde immer klarer, dass wir etwas unternehmen müssen. M. ist auch ein Schnullerkind, sie war es von Anfang an. Ich konnte das immense Saugbedürfnis zweier Säuglinge nicht mit Stillen befriedigen, ich war dankbar, dass M. zumindest den Schnuller akzeptierte. Auch, wenn ich mir als Nichtmutter vornahm, so etwas wie Schnuller erst gar nicht anzufangen, war es in der Realität dann doch eine Erleichterung. 

Aber nun war es Zeit sie wieder los zu werden. Und ich hatte vor diesem Schritt echt Angst. Zwei Kinder vom Schnuller entwöhnen. Kinder, die es seit ihrer Geburt gewöhnt waren, sich in den Schlaf zu stillen oder zu schnullern. Zudem las ich irgendwo (leider weiß ich die Quelle nicht mehr), das Schnullern sei mit einer Sucht vergleichbar. Also verschob ich den „Entzug“ wieder und wieder. Wir verbannten den Schnuller immer mehr aus dem Alltag, letzten Sommer begann ich, sie nicht mehr zur freien Verfügung zu stellen. Sie mussten sie nach dem Frühstück abgeben und bekamen sie erst wieder, wenn sie langsam müde wurden. 

Als A. dann begann dauernd Schnuller zu zerbeißen, mussten sie im Bett bleiben und durften nur noch zum Schlafen in den Mund. Aber auch das war keine Dauerlösung. 

Also machte ich mich auf die Suche nach einem Buch über die Schnullerfee. Das war gar nicht so leicht, keine Geschichte, die ich fand, entsprach meiner Vorstellung. Die, die am Ehesten meinen Vorstellungen entsprach, war diese: Ein Bär von der Schnullerfee; von Bärbel Spathelf. Ausbaufähig, aber das Beste, was ich gefunden habe. (Übrigens selbst ausgewählt, gekauft und bezahlt. Keine bezahlte Werbung oder so was.)

Das lasen wir, wieder und wieder. Ich erzählte immer mal wieder ein bisschen über die Schnullerfee. Das fanden sie spannend, aber selbst mitmachen wollten sie nicht. Und, ehrlich gesagt, fiel mir auch kein Knallergeschenk ein, dass sie gegen ihre Schnuller tauschen wollen würden. 

Da kam mir der Zufall zur Hilfe. Wir bekamen Besuch von einer Kindergartenfreundin der Zwei und die brachte eine Puppe in einem PuppenMaxiCosi mit. Diese Puppe kann „Mama“ und „Papa“ sagen, außerdem lacht sie, wenn man ihr den Bauch drückt und macht Trinkbewegungen und-geräusche, wenn sie ihre Flasche bekommt. M. und A. waren außer sich. Sie haben bislang „nur“ meine alten Puppen zum Spielen und die Stoffpuppen, alle ohne „Features“. Und sie wollten auch genau so eine Puppe. 

Ich habe diese Chance ergriffen und ihnen erklärt, dass die Schnullerfee so eine Puppe bringen könnte. Und alle anderen Menschen (Omas, Opas etc.) erzählten Ihnen das auch. Die Idee fanden sie soweit ganz gut, aber die Schnuller abgeben… Nö. 

Ich besorgte diese Puppen und hoffte, dass sie es sich noch mal überlegen würden. Vor jedem Schlafen gehen fragte ich sie, ob sie ihre Schnuller der Fee geben wollen, und Samstag Mittag war es endlich soweit, A. erklärte, sie wolle eine Schnullerkette basteln und die Puppe bekommen. In Windeseile suchten wir alle Schnuller zusammen und begannen sie aufzufädeln. Da wollte M. dann auch. Ketten auf die Fensterbank im Wohnzimmer, ein Buch gelesen im Spielzimmer, und Zack! Waren die Schnuller weg und die Puppen da. Gut, dass ich nicht allein mit ihnen war und der Papa den Part der Schnullerfee übernehmen konnte. 

Sie waren ziemlich glücklich über ihre Puppen und sie werden seit Samstag überall hingeschleppt. Und der Schlaf? A. hat Samstag Mittag nicht geschlafen, sie wollte lieber mit ihrer Puppe spielen. Dafür war sie dann abends so müde, dass sie ruckzuck eingeschlafen ist, natürlich mit Puppe im Arm. M. machte schon Samstag Mittagsschlaf und schlief auch abends ein. Wir mussten extra viel kuscheln und das Einschlafen fiel schwerer als sonst, aber Tränen gab es nicht. Mittagsschlaf heute war kein Problem, wir haben sie beim Schwimmen heute morgen ordentlich müde gemacht. Und jetzt liegen auch zwei zufrieden poofende Kinder neben mir im Bett.

Sie fragen zwischendurch nach ihren Schnullern, aber wenn ich ihnen erzähle, dass die Schnullerfee sie den Babys gebracht hat, die sie jetzt dringend brauchen, sind Sie zufrieden. 

So war das hier mit der Schnullerfee. Und wie ist/war das bei euch? 

  

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5 Kommentare zu “Die Schnullerfee war da! 

  1. Ui das steht uns auch noch bevor. Unsere Zwillinge sind beide totale Schnullerkinder und ich habe zwar schon vor dem Sommer den Schnuller auf das Bett beschränkt, aber da ist er essentiell. Ich wollte ihn auch nicht wegnehmen, wenn der kleine Bruder einen haben darf. Das ist ja schwer genug, so einen Baby-Bruder zu kriegen. Interessanterweise verweigert der den aber komplett. Vielleicht versuchen wir es tatsächlich bald mal?

  2. Ich war laaaaaaange Schnullerkind. Wirklich lange. Und auch lange Flaschenkind.
    Im Nachhinein wundert es mich ein wenig, dass es meinen Eltern nicht peinlich war… 😉
    Aber ja, ich kann es gut mit einer Sucht vergleichen. Es ist mir unheimlich schwer gefallen, vor allem abends. Weil es so schön beruhigt hat.
    Na ja, jetzt höre ich Hörbücher zum einschlafen. … Oh, Moment, hab ich damals auch schon. 😉

  3. Super! Wie heißt denn die Zauberpuppe? Und wie alt sind deine zwei jetzt? Steht uns auch noch bevor. In der Krippe bekommt sie den Schnuller nur zum schlafen, das ist ok. Aber sobald wir da sind, will sie ihn haben geht dann leider auch nur selten ohne

    • Liebe stellamarie02,

      die Mädchen werden im Mai drei. Die Puppen sind von Bayer, das günstige Modell (20€, glaub ich.) So war das mit den Schnullern hier auch. Und jetzt ist er kein Thema mehr. 🙂

      Viele Grüße, Emma

  4. Bei uns war auch die Schnuller-Fee. Sie hat ein buntes Kaffeeset mit Kuchen und Muffins aus Holz gebracht. Tagsüber war alles gut, abends gab’s ein paar Tränen aber mit extra kuscheln und Teddys Ohr als Lutsch-Ersatz gings dann ohne Probleme :). Meine Tochter ist 3 1/2 und hing wirklich sehr am Schnuller. Zum Glück gibt’s die Schnullerfee, so habe ich mir mehr Sorgen im Vorfeld gemacht, als nötig :).

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