Mein kleines, großes Mädchen.

Liebe A., 

heute morgen bin ich besonders stolz auf dich. Du hast etwas geschafft, von dem ich nie geglaubt hätte, dass du es schaffst. Und schon wieder hast du bewiesen, dass du doch so viel mehr kannst, als ich dir zutraue. 

Als du auf die Welt gekommen bist, war stillen das erste, was du wolltest. Du bist mit offenem, suchendem Mündchen in meinen Arm gelegt worden und das Stillen war unglaublich wichtig für dich. Du verlangtest danach, wenn dir etwas zu viel wurde, zur Beruhigung, zum Einschlafen. Bis du zehn Monate alt warst, hast du keine andere Art der Beruhigung akzeptiert. Aber dann hast du ganze Mahlzeiten gegessen und ich musste dir beibringen, auch ohne meine Br.ust auszukommen, ganz langsam, Schritt für Schritt. Du konntest ohne mich nicht einschlafen und warst immer sehr verzweifelt, wenn ich ausnahmsweise nicht da war, wenn du müde wurdest. Dein Papa hat sich alle Mühe gegeben, aber ohne mich ging es nicht. Also habe ich noch einmal versucht, dir eine Alternative anzubieten. Ich habe dich doch noch dazu gebracht, einen Schnuller zu akzeptieren. Du warst noch so klein und brauchtest das saugen zum Einschlafen. Ich hab es nicht übers Herz gebracht, dir das wegzunehmen. 

Für dich war das genau richtig, du konntest eben nicht ohne. Und so bist du zu einem Schnullermädchen geworden. 

Seit einer Woche aber hast du begonnen, deinen Schnuller kaputt zu beißen. Jeden Tag einen. Samstag waren es drei, gestern zwei. Und das, obwohl du sie nur noch zum Schlafen bekamst. Ich habe dir wieder und wieder erklärt, dass du das nicht darfst und du ohne Schnuller schlafen musst, wenn alle kaputt sind. 

Gestern Abend war es soweit. Nach dem Zähneputzen hast du mir wieder einen kaputten Schnuller in die Hand gegeben und wolltest einen neuen. Ich habe dir gesagt, dass alle kaputt sind und du jetzt keinen mehr hast. Du wolltest neue kaufen fahren, aber als wir aus dem Fenster geguckt haben und du gesehen hast, dass alles dunkel ist, hast du verstanden, dass alle jetzt ins Bett gehen und wir keinen neuen kaufen können. 

Du hast mit Papa eure Sendung geguckt und hast dann noch mal nach einem Schnuller gefragt. Wir haben es dir noch mal erklärt und dann bist du ins Bett gegangen. 

Das Einschlafen fiel dir schwer, wir mussten sehr viel kuscheln und ein bisschen Summen. Du hast mir auch noch mal erzählt, warum du ohne Schnuller schlafen musst. Dann bist du eingeschlafen und hast die ganze Nacht gut geschlafen. 

Als du heute morgen wach geworden bist, warst du so stolz, und ich bin es auch. 

Mein kleines, großes Mädchen. 

(Wenn du heute einen Schnuller willst, bekommst du ihn. Ich möchte, dass du selbst irgendwann dazu bereit bist, ihn abzugeben. Der erste Schritt ist gemacht und vielleicht hast du verstanden, dass du das nicht kaputt machen darfst. Und dann kommt vielleicht bald die Schnullerfee. Das wäre doch schön.) 

  

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