19.10Uhr, beide Kinder schlafen. Warum das auch keine Lösung ist.

Gestern Morgen klingelte mein Handy. Unbekannte Nummer aus der Nachbarstadt. Als ich ranging, war da eine Dame vom Kreis, die mir mitteilte, ich könnte für die Kinder zwei Plätze in der Musikschule haben, ob wir noch Interesse hätten. Wir stehen dort seit über einem Jahr auf der Warteliste, die Plätze sind rar und falls ein Kind irgendwann ein Instrument lernen möchte, sind diese Plätze lebensnotwendig. (Verrückt, oder?) Also hatten wir natürlich Interesse.

Wir hatten großen Spaß im Musikgarten und besonders A. scheint sehr interessiert an Musik. Sie singt und tanzt den ganzen Tag und holt sich oft die kleinen Instrumente, die wir für die Kinder haben (Regenmacher, Tamburin, Klangstäbe, Glockenstäbe, Xylophon…) und probiert sich aus. M. hat auch viel Spaß beim singen und tanzen, ergreift da aber nicht die Initiative. Spaß ist bei Beiden zu erkennen und ich will ihnen die Möglichkeit bieten können, diesen Bereich zu vertiefen, wenn sie möchten. Ich selbst beherrsche kein Instrument, kann nur so mittelgut singen und meinem Mann geht es ähnlich. Sollten die Kinder jedoch in einem Chor singen wollen, oder ein Instrument erlernen, kommt man hier an dieser Musikschule nicht vorbei.

Lange Rede, kurzer Sinn: Sowohl das Jetzt (die Kinder haben Spaß an musikalischen Spielen) als auch das Später sorgten dafür, dass ich kurzerhand „Ja“ sagte, OBWOHL der Kurs bereits um 14.00Uhr in der Nachbarstadt beginnt.

14.00Uhr. Uff. Eigentlich ist das mehr als eine No-Go-Zeit für uns und bereitete mir gestern ordentlich Bauchschmerzen. Ich hole die Kinder um 12 Uhr aus dem Kindergarten ab. Bis wir im Auto sitzen, ist es irgendwas zwischen 12.15Uhr und 12.30Uhr. („Mama, Toilette!“ „Einmal noch rutschen?“ „Selba Jacke und Suhe anziehen!“ x2), bis wir zu Hause sind ist es noch 10 min später. Mittagessen, aufräumen, Kinder frisch machen und dann folgt für gewöhnlich der Mittagsschlaf. Sie schlafen noch immer 1,5 Stunden mittags und sind auch ziemlich erledigt nach dem Kindergarten. Heute hieß es dann aber Musikschule statt Schlaf. Ich hatte keine Ahnung ob es funktioniert und, wenn nicht, wie schlimm es wird. So kurzfristig hatte ich natürlich auch keine Begleitung und musste allein hin, was mit ausgeruhten Kindern kein Problem ist.

Es war toll. Die Kinder hatten einen Riesenspaß und man merkte ihnen dort den fehlenden Schlaf nicht an. Danach war ich sogar so übermütig gut gelaunt, dass ich noch mit Beiden ein Eis essen ging und auch das verlief reibungslos. Aber wieder zu Hause war es die Hölle. Sie waren schlimme kleine Zankäpfel, extrem weinerlich und ungeschickt, so dass sie sich dauernd weh taten. Sie wollten sich nicht hinlegen oder ausruhen und die Zeit, bis der Papa endlich da war, war sehr zäh. Und all die Dinge, die wir sonst abends tun, fielen natürlich aus. Nach dem Abendbrot war es nur noch kreischig, die Kinder völlig übermüdet. Also wurden sie im Eiltempo bettfein gemacht und schliefen innerhalb von fünf Minuten ein.

Uff, uff. Also an das schnelle Einschlafen könnte ich mich ja gewöhnen, aber lieber hab ich ausgeruhte Kinder.

Erzählt mal: Wann hörten eure Kinder mit dem Mittagsschlaf auf? Aus eigenem Antrieb oder wurde er von euch abgeschafft? Wie lief das?

Ich würde gern diesen Kurs wahrnehmen, aber nicht um jeden Preis. Gewöhnen sie sich daran, auch wenn sie nur einmal in der Woche keinen Mittagsschlaf machen?

Ich bin hin- und hergerissen. Hachjanun.

Die erste Woche Kindergarten nach dem Urlaub. 

Wir starteten Samstags nachmittags mit dem Kindergartenfest. M. verlangte schon im Auto, wieder nach Hause zu fahren. Alle Beteuerungen, dass wir dort nur Kuchen essen und spielen würden und wir dann wieder zusammen nach Hause fahren würden, halfen nichts. Ich trug ein weinendes Kind zum Fest, allerdings mit der Idee, dass es ein guter Einstieg für sie wäre. 

Als sie im Kindergarten erkannte, dass ganz viele Eltern da waren, entspannte sie sich. Es durfte sie jedoch keine Erzieherin ansprechen, dann versteckte sie sich sofort. 

Den gesamten Sonntag weinte sie, wenn wir über den Kindergarten sprachen. Und Montag Morgen, als sie bereits im Bett wegen des Kindergarten weinte, habe ich etwas getan, was ich fragwürdig finde, ihr aber durch die gesamte Woche geholfen hat: Ich sagte ihr, ihre Schwester sei ja auch da, die hätte sie lieb und würde auf sie aufpassen, wenn ich nicht da bin. A. bestätigte das, und M. war beruhigt. Sie erzählte das jeden Morgen der Woche, bevor sie in den Kindergarten ging: Maja lieb, Maja (passt) auf. 

Es hinterlässt zwar ein bisschen Bauchweh bei mir, aber bis jetzt scheint es A. nicht zu belasten und M. hilft es. Als Weiteres trägt M. nun eine Windel im Kindergarten, um die Toilettensituation und den Druck zu nehmen. Je länger die Woche dauerte, desto entspannter wurde sie wieder. Ich glaube, sie geht wieder gern. 

Das Gespräch mit der Bezugserzieherin steht noch aus und ist für nächste Woche geplant.  

 
(Erste Kindergartenkunstwerke.)