Ein Montag. Die Kindergartengeschichte nimmt ihren Lauf.

Das Wochenende war okay. Ich hatte Kinder, die sich langsam wieder in den Familienalltag einfügen. Toben, wüten, stampfen, zanken… Alles wieder in Maßen, die ich als „normal“ bezeichnen würde. 

Ich habe mit M. oft über den Kindergarten gesprochen, Bücher darüber gelesen (mein Tipp, nicht gesponsert!: Leo Lausemaus will nicht in den Kindergarten), immer wieder. Jedes Mal begann sie erst zu weinen. Kein bockiges Weinen, es war traurig. Sie wollte nicht in den „Kigaga“ sondern mit Mama mit. Irgendwann erzählte sie vom Streiten. Das ist aber alles schwer zu fassen, M. spricht noch nicht besonders gut. Es war also nicht zu erfahren, wer mit wem streitet. 

Gestern Abend gab sie sich geschlagen, sie sagte, sie würde ein bisschen in den Kindergarten gehen. „Bisschen!“ war dabei wichtig. Nun gut. 

Heute Morgen war zu Hause alles okay, sie machte nicht den Anschein, nicht gehen zu wollen.  Im Kindergarten erstarrte sie ein bisschen, ich kann es leider nicht besser beschreiben. Sie wirkte mechanisch, ließ sich Jacke und Schuhe von mir aus- und Pantoffeln anziehen, was sie sonst immer selber tun will. Sie brachte ihre Flasche in die Gruppe, gab ihrer Erzieherin ihre Puppe. Alles ohne zu sprechen, immer den Tränen nah. Ich kuschelte noch kurz mit ihr und A., dann verabschiedete ich mich. Die Kinder gehen dann immer auf den Balkon zum Winken, zusammen mit einer Erzieherin. Heute wollte M. aber nicht mit der einen Erzieherin gehen, wollte einen Schnuller, war wieder den Tränen nah. Dann ging die andere Erzieherin mit, von der ließ M. sich auf den Arm nehmen. Sie winkten, ich fuhr. Laut Erziehern hat sie viel nach mir gefragt, ließ sich nicht wickeln, hat aber nicht geweint. Als sie heute Mittag gefragt wurde, ob sie morgen wieder kommt, hat sie „Nein!“ geantwortet.

Mein Herz ist schwer. Ich bin unsicher, warum mein Kind von einem Tag auf den anderen von „Ich habe keine Zeit für Frühstück, loooohoooos, ab in den Kindergarten!“ zu „Ich will da auf keinen Fall hin“ gewechselt hat. Ist es ein normaler Einbruch? Oder ist etwas geschehen, dass sie so verunsichert? 

Vielleicht finde ich es noch raus. Vielleicht auch nicht. Ich will doch nur, dass es den Beiden gut geht und sie sich wohlfühlen. 

Mein Herz ist schwer. 

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6 Kommentare zu “Ein Montag. Die Kindergartengeschichte nimmt ihren Lauf.

  1. Es liest sich so als wenn dem Kind der Kindergarten und das damit verbundene drumherum über den Kopf wachsen. Die erste Euphorie ist verflogen und nun wird ihr bewusst das sie das nicht will, nicht kann, aber eben, in dem Alter ist es schwer überhaupt auszudrücken warum etwas nicht geht.

    Hast du evt. die Option mit ihr gemeinsam im Kindergarten Zeit zu verbringen, so das sie sich sicher sein kann das du da bist?
    Oder noch mal eine Pause zu machen und in ein paar Wochen neu zu Starten?

    Ich wünsche euch allen das ihr das gemeinsam gut bewältigt.

    Claudia

    • Liebe Claudia,

      danke für deinen Kommentar.
      Ja, du hast Recht, vielleicht ist sie überfordert. Es ist so schwer, die Ursache heraus zu finden.

      Wir fahren ab Freitag in den Urlaub, für zwei Wochen. Vielleicht starten wir dann noch mal bei null. Ich glaube, ich darf jederzeit dort bleiben.
      Mal sehen, wie es sich entwickelt.

      Liebe Grüße, Emma

  2. Als die große mit 3 Jahren in den Kindergarten kam, durften wir nach ungefähr 2 Wochen die Eingewöhnungsrunde der u3 Kinder absolvieren. Das war auch für mich nicht schön. Irgendwann hat es dann klick gemacht und mir wurde klar, dass sie die Wartezeit auf der Bank bis die Abholzeit ist, nur schwer ertragen kann. Von da an war ich eher 5 Minuten eher an, was so mancher Erzieherin nicht gepasst hat. Das war mir aber egal. Manchmal dauert es einfach seine Zeit. Egal wie lang oder kurz es dauert. Ihr schafft das! ♥

  3. Liebste Emma,

    es wird immer mal eine Phase geben, in der deine Kinder nicht gerne in den Kiga gehen, manchmal evtl sogar beide. Das heisst nicht gleich, dass etwas passiert sein muss oder sie dort todunglücklich ist. Sie machen dort viele Erfahrungen, die sie zu Hause bei Mama nicht gemacht haben. Evtl hat sich deine Maus nur mit einem anderen Kind gestritten, das reicht oft schon aus. Vielleicht kommt sie auch mit ein paar Regeln nicht klar, die es nun mal in einem Kiga gibt.
    Meine Kinder sind ja auch extrem sensibel und kamen/kommen mit Auseinandersetzungen oft nicht klar. Dann wollen sie am nächsten Tag nicht mehr hingehen. Wenn sie dann aber gehen müssen, hole ich sie als glückliche Kinder wieder ab und sie gehen am nächsten Tag wieder gerne hin.
    Ich glaube, dass es wichtig ist, dass du ihr nicht die Möglichkeit gibst, zu Hause zu bleiben (außer natürlich es eskaliert total). Damit signalisierst du ihr, dass es zu Hause schöner ist. Und sie hat keine Möglichkeit, sich an feste Abläufe zu gewöhnen. Aber es ist vom Weiten natürlich auch schwer, etwas zu raten, weil ich sie ja nicht weinen sehe.
    Ich weiß zumindest, wie unglaublich schwer es ist, sein Kind abzugeben, wenn es unglücklich ist. Es ist furchtbar hart. Höre am Besten auf deinen Bauch, du machst das schon richtig.
    Jetzt genieß erst mal den Urlaub!

  4. Ja solche Einbrüche sind normal und kommen je nach Entwicklungsschub immer wieder. Selbst wenn die Eingewöhnung super unkompliziert lief. War hier bei der Tagesmutter so, und in der Krippe auch (beides mal war die Eingewöhnung total unkompliziert). Beim Wechsel in die Ü3-Gruppe dauerte es am längsten, wohl auch weil es dicht mit der Geburt des Bruders zusammen lief und sie wusste, dass Mama nun daheim ist. Ich kann dir nur raten viel zu kommunizieren. Mit dem Tochterkind, um ihre Befindlichkeiten zu erspüren und ihr Halt in der neuen Situation zu geben und mit den Erziehern um ihr Verhalten dort zu erfragen. Bei uns im Kinderhaus gibt es immer ein Feedback Gespräch nach der Eingewöhnung. Das ist eine gute Idee. Frag mal danach. Da wird dann besprochen wie die Eingewöhnung erlebt wurde (von beiden Seiten) und wie/ob das Kind seine Rolle in der Gruppe gefunden hat. Denn genau das ist die größte Aufgabe für die Kinder. Sie müssen erst ihren Platz finden und ankommen nachdem die erste Euphorie verflogen ist. Lernen, dass es dort andere Regeln und Abläufe gibt als daheim.
    Ich kann dir ja kurz erzählen wie es bei uns war: Die Prinzessin brauchte dafür letzten Herbst fast 4 Wochen. Obwohl sie dort schon viele Kinder kannte, weil sie vorher nebenan in der U3-Gruppe war. Aber sie war eben plötzlich eine unter vielen (24 Kinder statt 10) und nun auch noch eine der Jüngeren. Vorher gehörte sie immer zu den Älteren und genoss ein paar Privilegien (und Sonderaufgaben) und einen engeren Kontakt zu der Erzieherin deswegen. Aber auf einmal hatte sie dann ihre Rolle gefunden und gleichzeitig neue Freunde und seitdem geht sie jeden Tag gerne hin. Sie sagt, sie geht im KiGa arbeiten, so wie Mama im Büro. 😉 Ich hoffe, dass wir nach der langen Sommerpause (6 Wochen) da wieder unkompliziert weiter machen können. Beim Prinzen rechne ich schon mit einer neuen Eingewöhnung bei der TaMu bzw. plane das fest ein. Er ist einfach noch klein und macht mehr Entwicklungen durch in so kurzer Zeit.

  5. Keine Angst bei uns war es auch so und bei vielen anderen auch erst ist der Kiga toll und neu und plötzlich mag man nur noch bei mama bleiben es ging bei uns 3 mal also 1,5 Wochen dann war wieder gut es gibt so und so Tage halte durch

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