Kindergarten. Der erste Einbruch. 

Es wäre ja auch zu schön gewesen. Fast einen Monat lang gingen die Kinder völlig komplikationslos und mit viel Spass in den Kindergarten. Und dann kam der gestrige Donnerstag.

M. war morgens nicht gut gelaunt. Meckrig, miesepetrig, bockig. Das allein ist im Moment leider eher die Regel, allerdings am Nachmittag, wie ich euch hier schon erzählte. Also dachte ich mir nichts dabei.

Es lief wie immer. Gerade M. braucht ihre Rituale und ich achte darauf, sie einzuhalten. Im Kindergarten angekommen, die erste Überraschung. Statt, wie in den letzten zwei Wochen, mit mir zur Toilette zu gehen (tagsüber ist sie mittlerweile oft windelfrei), verlangte sie eine Windel. Also ging ich sie wickeln. Danach wollte sie nicht von meinem Arm, wollte sich nicht verabschieden und nicht mit ihrer Erzieherin auf den Balkon zum Winken. Sie bockte. Ich entschied, sie trotzdem dazulassen, sagte aber, dass sie mich anrufen sollen, wenn sie weiter unbedingt nach Hause will. Bei der Verabschiedung weinte sie herzzerreißend, während A. fröhlich winkte und Luftküsse warf. (Wie überleben Eltern nur eine Eingewöhnung, wenn Kinder bei jeder Trennung weinen? Ich habe gestern schon fast mitgeweint, ich weiß nicht, wie ich das jeden Tag durchstehen sollte…)

Der restliche Morgen im Kindergarten verlief laut Erziehern aber komplikationslos. Sie hatte nach deren Erzählungen noch ein kurzes Tief nach dem Frühstück, ließ sich aber gut ablenken und fing sich schnell wieder. Mittags spielte sie wild draußen und wollte nicht mit nach Hause, mir fiel ein kleiner Felsbrocken vom Herz.

Gestern Nachmittag musste ich arbeiten. Und, wie immer seit Kindergarten, ging ich, als die Kinder noch schliefen und kam auch erst nach Hause, als die Kinder längst im Bett waren. Natürlich waren Beide vorbereitet und wussten das. Der Nachmittag mit Papa verlief ruhig.

Heute Morgen weinte M. direkt nach dem Aufwachen. Es war kaum möglich, einen Zugang zu ihr zu finden. Als ich sie endlich ein bisschen beruhigt hatte, verstand ich, dass sie immer „Kigaga nich!“ sagte. Hmmm.

A. wollte gern in den „Kigaga“, also überzeugte ich M., sie hinzubringen. M. fuhr wieder mit mir nach Hause. Im Kindergarten versteckte sie ihr Gesicht in meinem Pullover und sie wollte dort mit Niemandem sprechen. Als wir zur Tür hinaus waren, war sie ein glückliches, entspanntes Kind, wie ausgewechselt.

Sehr merkwürdig. Ob das ein „normaler“ Einbruch ist? Oder ob etwas passiert ist? Ich blicke ein bisschen angespannt auf Montag.

(A. fand es großartig heute allein im Kindergarten. Sie erzählte heute Nachmittag von nichts Anderem.)

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2 Kommentare zu “Kindergarten. Der erste Einbruch. 

  1. Während überraschenderweise das Tochterkind gar keine Probleme macht und mir morgens fröhlich winkt und dann spielen geht (hätte ich niemals gedacht), ist Sohn 1 inzwischen jeden Morgen am Weinen und Klammern, seit er mitbekommen hat, dass Mama wirklich jeden Tag weggeht. Und auch er sagt morgens oft schon vorm Kiga, dass er zu Hause bleiben will. Das ist nicht einfach. Aber ich weiß A, dass er auch schlimm weint wenn zu Hause einer von uns Eltern geht und er bei dem anderen Elternteil bleibt und B, dass er nach spätestens 5 Minuten im Kindergarten fröhlich spielt und sonst alles recht problemlos läuft. Es nimmt ihn immer eine Erzieherin direkt in Empfang und auf den Arm und nachmittags bekomm ich ihn kaum mit nach Hause. Trotzdem… PUH EY!! Hab da schon öfter ein Tränchen weggewischt, wenn er so brüllt.

  2. Huhu,
    ich las gerade ganz gespannt deinen Beitrag. Es ist immer interessant, die Situationen aus der Sicht der Eltern zu sehen. Ich würde dir den Tipp geben mal mit den Erzieher/innen darüber zu sprechen. Vielleicht fiel etwas vor.
    Doch meistens ist das ganz normal. Die anfängliche Euphorie ist vorbei- alle Spielsachen von allen Seiten bestaunt und alle Kinder kennen gelernt. Das kommt auch bei mir im Kindergarten öfter einmal vor, das nach ein paar Wochen die Kinder sich entscheiden, lieber zuhause bei Mama sein zu wollen. Wie gut sich auch jede Erzieher/in bemüht, die Mama kann man einfach niemals ersetzen. Und dann kommt eben auch die Zeit, in dem sie merken, das die Mami nachhause geht oder arbeiten geht und das fällt den Kindern oft schwer- sie möchten ja bei ihr sein. Was bei uns den Kindern oft hilft, sind feste Rituale wie du auch schon oben beschrieben hast. Sehr schwierig wird es, wenn die Mama oder der Papa anfängt, das Kind wieder mit zunehmen wenn es weint. Denn dann kann passieren, das die Tränen öfter kommen. Bei uns ist es so, dass das Kind dann bei dem Bezugserzieher abgegeben wird und diese sich dann um das Kind kümmert. Meist ruft 20Minuten später die Mami an, damit sie weis wie es ihrem Kind geht. Ich wünsche euch am Montag viel Erfolg 🙂
    Liebe Grüße

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