Kindergarten: Die Eingewöhnung

Am Donnerstag begann ein neuer Lebensabschnitt für uns. Meine Mädchen sind nun Kindergartenkinder. 

  
Ich brachte sie Donnerstag um neun in den Kindergarten. Zuerst waren sie sehr anhänglich, also blieb ich. Dann war Frühstückszeit. Diese Gelegenheit nutzte ich, um die vielen Sachen, die ich für die Kinder mitbringen musste (Turnsachen, Windeln, Feuchttücher, Gummistiefel, Matschhosen etc.) an die dafür vorgesehenen Plätze zu verteilen. Anschließend blieb ich eine Weile im Flur, bis die Brotdosen zurück in die Rucksäcke gebracht wurden. Da fragte ich die Kinder, ob ich weg fahren darf und sie sagten schlicht: „Tschüss!“. Mit den Erzieherinnen sprach ich ab, dass ich um elf wieder da sein würde, also eine Stunde später, außer, sie würden mich anrufen. (Sie riefen nicht an.) 

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit war ich allein. Ich meine so richtig allein. Natürlich war ich schon öfter ohne die Kinder. Aber nur, um mit anderen Menschen zusammen zu sein. Freunde besuchen, arbeiten, zum Arzt gehen. So richtig allein war ich seit der Geburt der Kinder nicht mehr. Sehr ungewohnt war das, ich landete nach einem kurzen Ausflug zwanzig Minuten vor der Zeit wieder vor dem Kindergarten und wartete im Auto. 

Die Kinder haben das toll gemacht. Sie fragten zwischendurch nach mir, waren aber mit „Mama kommt gleich wieder.“ zufrieden. Als ich zurück kam, spielten sie friedlich, A. winkte mir von Weitem zu (sie war sehr beschäftigt mit Rutschen), M. begrüßte mich kurz und ging dann wieder im Sand spielen. Es dauerte 30Minuten, sie ins Auto zu überreden. 

Nachmittags sprachen wir viel über den Kindergarten. Ich erzählte wieder und wieder, dass sie am nächsten Tag wieder dort hingehen würden und ich auch wieder weg fahren würde. 

Freitags hatte ich Zweifel, ob das ein guter Tag werden würde. Ich musste beide mühsam wecken, sie waren sehr müde und wollten nicht aufstehen. Mühsam bekam ich sie pünktlich in den Kindergarten. A. wollte zuerst nicht von meinem Schoß. Aber als die Erzieherin ein spannendes Puzzle aus dem Hut zauberte, waren Beide so beschäftigt, dass sie mir nur unwillig zuwinkten, als ich mich verabschiedete. An diesem Tag blieben sie zwei Stunden allein. A. fiel hin, ließ sich aber auch problemlos dort trösten. 

Heute war Tag drei. Ich brachte sie hin, sprach kurz mit einer Erzieherin und einer anderen Mutter, verabschiedete mich und sollte erst um viertel nach elf wieder da sein. Sie waren sehr müde, aber glücklich, als ich sie abholte. Und sie nach Hause zu überreden ist echt harte Arbeit. 

  
Die Freiheit winkt, Zeit zum Durchschnaufen naht. Beides habe ich verdammt nötig. 

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. 

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4 Kommentare zu “Kindergarten: Die Eingewöhnung

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