Das Internet und ich-eine große Liebe

Immer öfter lese ich in letzter Zeit Rants über das böse Muttiversum. Auch ich ärgere mich oft, und was zB. die Kerstin von Chaos hoch zwei hier schreibt, lässt mich bedauerlich oft zustimmend nicken oder seufzen. Aber weil ich immer versuche positiv zu sein, will ich euch heute mal erzählen, warum ich das Internet liebe. 

Diese Liebe begann, als ich meine zweite Fehlgeburt nach unserer ersten IVF erlebte. Unser Kinderwunsch war groß, wir warteten schon lange, verloren bereits ein Baby und hatten entschieden, dieses Kinderwunschding allein und heimlich durchzuziehen. Das zweite Mal schwanger, der zweite Verlust und ich konnte mit Niemandem außer dem Wundermann darüber reden, und der war ja auch selbst betroffen. Ich fühlte mich allein, und surfte wild im Internet. Ich fand Blogs mit anderen Betroffenen, verschlang sie, fühlte mich verstanden und begann mein eigenes Blog. Emmas Wunderwelt war geboren. Schnell fand ich meine eigene kleine Filterbubble, Menschen, die all das lasen, kommentierten, Daumen drückten, mit mir traurig und glücklich waren. Das hat mir wohl durch die schwerste Zeit meines Lebens geholfen. 

Zuerst beschränkte ich mich auf „mein“ Thema, aber mein Horizont erweiterte sich rasch. Twitter ließ mich viele wunderbare Menschen kennenlernen, die mich jeden Tag inspirieren und die tatsächlich einen großen Einfluss auf mein Leben haben. Das findet ihr bedenklich? Ich nicht. Denn ohne all diese wunderbaren Menschen würde ich mich sehr viel weniger mit bestimmten Themen beschäftigen, wie z.B. Alltagsrassismus, Verzicht auf Plastik, die Hebammenproblematik (ohne das Internet wäre das wohl einfach an mir vorüber gezogen), Ordnung und Organisation, DIY, nachhaltig Leben und gärtnern, Minimalismus, Feminismus, und natürlich nach wie vor alles rund um meine Kinder. 

Ich habe viele Dinge in den letzten Jahren getan, die Menschen, die ich im realen Leben kenne, argwöhnisch beäugen und verurteilen. Dazu gehört die Kinderwunschbehandlung, das Benutzen von Stoffwindeln, Familienbett, Langzeitstillen, mein Erziehungsstil und vieles mehr. Das tolle am Internet? Hier finde ich immer Menschen, die ähnlich ticken. Das macht, dass ich mich normaler fühle und nicht wie Jemand von einem anderen Stern. 

Wisst ihr was? Das Internet kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Und nervig. Und die Menschen darin blöd. Oder man macht da einfach nicht mit und „macht sich die Welt, wie sie einem gefällt.“

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5 Kommentare zu “Das Internet und ich-eine große Liebe

  1. Wahre Worte 🙂 Das Internet ist das, was man daraus macht. Und ich finde es spannend, wie jeder ein anderes Internet hat und es ganz anders wahrnimmt. In meinem Teil ist wesentlich mehr Freude und liebe Menschen als das, was man bei anderen manchmal so liest. Eins ist sicher, um das Internet zu lieben sollte man sich auf jeden Fall von Facebook-Gruppen fernhalten 😉

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