Was wurde eigentlich aus dem Wunderplan? 

Die Meisten von euch wissen sicherlich, dass wir anerkannte Adoptionsbewerber sind. Und ein paar Wenige wissen auch, dass das Jugendamt Kontakt aufnahm, als ich in der 9. Woche schwanger war, und uns gefragt hat, ob wir ein Kind kennenlernen und dann vielleicht aufnehmen wollen. Ich veröffentlichte damals einen Beitrag darüber, nahm ihn aber wieder aus dem Netz, weil ich den Anfeindungen, die mich dann auf meinem Blog, in meinem EMail-Fach und auf fremden (!!!) Blogs trafen, nicht gewachsen war. Lange war es deshalb still um dieses Thema, zumindest hier im Blog. 

Im RL war es jedoch nie still. Dieser Wunsch ist immer noch präsent und wohnt tief in mir drin. In den vergangenen (fast drei)  Jahren hatten wir regelmäßig Kontakt mit dem Jugendamt. Als ich dort meine Schwangerschaft offenbarte, freute sich unsere Sachbearbeiterin sehr für uns und noch mehr, als wir ihr sagten, dass wir auf den Zeitpunkt warten wollen, dass wieder ein bisschen Ruhe in unsere Familie eingekehrt ist und wir über eine Dauerpflege oder Adoption dann wieder nachdenken wollen, wenn wir merken, dass die Mädchen uns Freiraum für ein weiteres Kind lassen. 

Die vergangenen zwei Jahre waren turbulent und die Mädchen haben all unsere Kraft gebraucht. Nun gehen sie bald in den Kindergarten. Und dann starten wir wieder mit Gesprächen im Jugendamt, um unsere aktuelle Situation zu durchleuchten und zu schauen, ob und welcher kleine Mensch sich bei uns zu Hause fühlen könnte. 

Wie weit ich die Internetwelt teilhaben lasse, muss ich noch entscheiden. Vielleicht erscheinen die Beiträge passwortgeschützt, vielleicht erzähle ich euch auch erst vom kleinen Menschen, wenn er bei uns einzieht. Falls das wirklich wahr wird. Die Zeit wird es zeigen. 

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2! 

Es ist ein besonderer Tag. Meine Mädchen werden zwei Jahre alt. 

Ich kann es kaum fassen, wenn ich darüber nachdenke. Das ist in so vielerlei Hinsicht verrückt. Es gab Zeiten, da dachte ich, ich würde niemals einen Geburtstag mit einem Kind feiern, dass „Mama“ zu mir sagt. Und nun tue ich das schon zum zweiten Mal, und das gleich doppelt. Es fühlt sich an, als wäre es gestern gewesen, als die Fruchtblase von M. mitten in der Nacht platzte und wir uns auf den Weg ins Krankenhaus machten. Die Geburt, die Wehen, das Gefühl, dieses kleine Wesen auf den Bauch gelegt zu bekommen, direkt eine zweite Geburt zu erleben, das erste Mal Stillen, das erste Lächeln, der erste Zahn, das erste Essen, das erste Wort, das erste Sitzen, Laufen, Krabbeln, alle unzähligen ersten Male. Das war doch erst gerade eben? Und doch fühlt es sich an, als seien sie schon immer da gewesen. Hier, bei uns. 

Zwei. Ich muss es mir immer wieder sagen, denn es fühlt sich so unwirklich wahr an. 

Liebe M., liebe A., 

Ihr habt mein Leben auf den Kopf gestellt. Und das habt ihr ziemlich gründlich gemacht. Nichts ist wie vorher, auch ich bin es nicht. Ihr zeigt mir eine neue Welt, eine, in der ich für immer mit euch durch dieses besondere Band verbunden bin, eine, die ihr entdeckt und mir neu zeigt, eine, die ihr so anders wahr nehmt als ich. Sie ist so schön, diese Welt, und ich bin so unglaublich dankbar, dass ihr sie mir zeigt. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer, eine neue Herausforderung, und wir wachsen gemeinsam daran. 

Meine kleinen Schätze. Ihr habt Geburtstag und ich wünsche euch von allem nur das Beste. 

Ich liebe euch. Sehrsehrsehr.