Auf dem Weg zum Musikgarten

5.45 Uhr, M. wird wach. Sie kuschelt mit Papa, bis der aufstehen muss, dann mit mir (Prioritäten und so), folgt ihm aber bald ins Bad. Ich döse neben der schlafenden A., bis der Wundermann aufbrechen muss, ich muss aufstehen. M. will SOFORT gewickelt und angezogen werden, es geht nicht schnell genug, sie tobt. Um 7.00Uhr haben wir es geschafft, sie ist ausschließlich mit Sachen gekleidet, die sie persönlich ausgewählt hat und wir gehen in die Küche.

Dort beginne ich die Spülmaschine auszuräumen, bei der Hälfte wird A. wach und ruft nach mir. Ich gehe sie holen, was M. wütend macht, sie schimpft aber nur kurz. Wir lassen den Kater hinein, füttern ihn gemeinsam, machen die Betten, wollen dann Frühstück machen, aber… der Wundermann hat das ganze Brot aufgegessen. Seufz. Ich muss in den Keller, um Brötchen zu holen und kann die Mädchen nicht mitnehmen. Gestern zerbrach auf der Treppe ein Glas und ich habe sie noch nicht abgesaugt. Doppelseufz. Das gibt Ärger. Augen zu und durch. Wie erwartet, tobt M, als ich die Tür hinter mir schließe und sie mir nicht folgen kann, A. belässt es bei einem „EY!“.

Die Brötchen sind im Ofen, ich bereite schnell das Frühstück vor und räume die Spülmaschine zu Ende aus. Um halb acht sitzen wir endlich am Frühstückstisch. Ich krümele mit meinem Brötchen, ein Krümel fällt auf meinen Bademantel. M. zeigt aufgeregt, ich verstehe nicht sofort, M. tobt. Sie tobt, weint, schreit und ist nicht zu beruhigen. Erst, als ich wieder bei A. am Tisch sitze, die ungerührt weiter frühstückte, und mit ihr ein Musikgartenlied singe, beruhigt M. sich und will sich zu uns setzen. Wir können ohne weitere Zwischenfälle zu Ende frühstücken.

A. wird gewickelt und angezogen, dann putze ich Beiden die Zähne, kämme Haare, mache Klammern hinein, wasche vier Händchen und zwei Gesichter. Die Zeit rennt, ich muss mich beeilen. Während ich mich anziehe, haben die Mädchen sich gegenseitig die Klammern aus den Haaren gezogen, sind empört und schimpfen, weil die bitteschön SOFORT wieder ins Haar drapiert werden müssen. Ich schimpfe, weil ich unter Zeitdruck bin, mache die Klammern wieder fest und schicke die Wundermädchen los, ihre Mützen, Schals und Schuhe holen. So sind sie hoffentlich beschäftigt und ich kann mich waschen. Weit gefehlt – M. findet ihre Mütze nicht sofort, zieht wütend A.’s Haare, beide weinen. Seufz. Ich unterbreche das Zähneputzen zum Trösten, schiele dabei auf die Uhr und seufze.

Irgendwie schaffe ich es, mich ausgehfertig zu machen und widme mich A. Ich ziehe ihr Schal, Mütze und Schuhe an, anschließend mache ich das bei M. Als ich fertig bin und mich den Jacken zuwenden will, sehe ich A., die heimlich, still und leise sich Schal und Mütze ausgezogen hat und sehr damit beschäftigt ist, ihre Schuhe auch loszuwerden. Ich schimpfe erneut, finde mich gleichzeitig blöd dabei, aber die Zeit, die dauernd tobende M. und überhaupt alles an diesem Morgen stresst mich. Endlich sind Beide angezogen.

Raus, zum Auto. Ich setze A. in den Sitz, währenddessen hüpft M. durch die Pfütze und malt Muster am schmutzigen Auto. Seufz. Als ich ihr sage, dass ich sie ins Auto setzen will, damit wir zum Musikgarten fahren können, wirft sie sich wütend auf den Boden. Wie konnte ich nur glauben, ich würde es schaffen, zwei saubere und ordentliche Kinder mit zur Gruppe zu bringen? M. schimpft und tritt, während ich sie zum Auto trage, dabei macht sie meine helle Jacke schmutzig. (Ja, selber schuld.) Während ich sie in den Sitz setze, schimpft und haut sie, heute kann auch meine Erklärung, dass wir zum Musikgarten wollen, nichts retten. Als ich ausweiche, bleibe ich mit den Haaren am Handgriff hängen, mein geflochtener Zopf löst sich in Wohlgefallen auf. Das Bild einer gestressten Zwillingsmutter wäre damit komplett.

Um 8.44Uhr sitzen wir endlich im Auto. Gerade losgefahren, fällt mir ein, dass ich die Tür zum Hof nicht abgeschlossen habe. Das reiht sich in diesen Morgen nahtlos ein. Letztendlich sind wir aber pünktlich im Musikgarten und da war es wieder richtig schön.

(Ich werde nienie wieder morgens noch ein bisschen liegen bleiben. Uff.)

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3 Kommentare zu “Auf dem Weg zum Musikgarten

  1. Ach Emma,

    ich musste grad schmunzeln! Ich hab zwar keine Zwillis, sondern einen gerade 3jährigen und eine 18 Monate alte kleine Lady und dein Morgen sieht meinem zum Verwechseln ähnlich! Ich hab manchmal das Gefühl, dass ich den Verstand verliere! Ich bin morgens auch immer so fertig und bleib gern noch ein paar Minuten liegen und es holt mich jedes Mal aufs neue ein. Irgendwie läuft die Zeit morgens schneller;-)
    Ich muss ab 10 jeden Morgen arbeiten und komm jeden Tag auf den letzten Drücker, mit zerrupften Haaren, Flecken auf der Hose und abgesplitterten Nägeln bei der Arbeit an. 10 ist ja jetzt nicht sooo früh und doch ist es für mich jeden Tag ein Kampf, wirklich peinlich. Will ich gerade zur Tür raus, hat eins der Kinder die Hose voll, also wickeln. In der Zwischenzeit verkippt das andere Kind einen Becher mit nem Milchrest vom Frühstück im Wohnzimmer. Wenn dann alles soweit fertig ist, läuft der große, während ich die kleine im Sitz festschnalle, ins Blumenbeet und saut sich total ein…und und und
    Wie du siehst, geht’s dir nicht alleine so. Mamasein ist das schönste und zugleich anstrengendste auf der ganzen Welt!

    Liebe Grüße einer „Leidensgenossin“

  2. Meine kleine wird im mai 2 Jahre alt… Läuft bei und identisch, den ganzen lieben Tag lang. Zum durchdrehen……………

  3. Ich hab das Gefühl, dass du über meine Zwillingmädels geschrieben hast. 😀 Wir haben fast den gleichen Tagesablauf :D: D:

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