Dinge, die ich mir abgewöhnen sollte: Kommentare persönlich nehmen

Und doch ist es schon wieder geschehen.

Ich gewähre euch einen kleinen Einblick in mein Leben. Es sind Ausschnitte, Puzzleteile, Blitzlichter in mein Leben. Diese Bruchstücke sind sehr persönlich, aber man darf auch nie vergessen, dass es eben nur ein kleiner Teil unseres Lebens ist. Ein Urteil über uns und unser Leben ist daher eher nicht möglich, würde ich meinen.

Liebe Märchenkönigin, ich zitiere dich jetzt mal:

Hm, also ich finde, liebe Emma, das klingt ein bisschen verrückt. Was heißt denn der Wundermann “würde” übernehmen? Seit ihr nicht gleichberechtigt für eure Kinder da? Wäre es nicht eine Chance, dass er dich mehr unterstützt und dir evtl. sogar eine Nacht “kinderfrei” ermöglicht, damit du dich mal ausschlafen kannst?
Ich kann gar nicht glauben, dass die Wundermädchen nur auf dich fixiert sind. Ich meine, sie sind bald 2 Jahre! 2 Jahre, in denen der Papa nicht eine Nachtschicht übernommen hat? Was ist mit Oma und Opa? Andere Familie/Freunde?
Das soll jetzt nicht zu harsch klingen, aber ich kann mir das nur absolut so überhaupt nicht vorstellen. Es würde mich wahnsinnig machen, wenn ich wüsste, dass meine Kinder so abhängig von mir sind. Mit der Angst was dann ist, sollte mir etwas zustoßen, könnte ich gar nicht leben…

Vielleicht bin ich auch einfach ein (Groß)familiemensch. Bei uns haben die Großeltern von Anfang an babygesittet, wenn wir bei ihnen zu Besuch waren. Und ins-Bett-bringen übernehmen auch mal Tante oder die Oma. Nicht von Anfang an, klar. Aber so mit 8 Monaten oder so haben wir es zum ersten mal ausprobiert und es klappte gut. Oder Freunde haben Babygesittet, damit wir mal wieder ins Kino gehen können. Und heute freut sich die Prinzessin immer, wenn die Oma auf sie aufpasst oder eine meiner Schwestern sie betüttelt, wenn sie uns besuchen. Das ist einfach ganz normal und geht Hand in Hand mit uns Eltern. Ich genieße das sehr, dass ich in diesen Momenten die Verantwortung auch mal kurz abgeben kann und die Prinzessin lernt kennen, dass jeder die Dinge auf seine Art tut.
Momentan haben wir wieder ein Baby im Haus, das zudem nachts grottig schlecht schläft. 😉 Deswegen bin ich auch gerade etwas müde… wie das so ist. Dennoch gönne ich mir ab und an eine kleine Auszeit und hole tagsüber Schlaf nach, wenn die Schwiegerma oder meine zu Besuch sind und lasse den Prinzen so lange bei ihnen. Ihm geht es gut dabei, die beiden lernen sich ein Stück näher kennen und ich tanke neue Energie für den trubeligen Alltag mit zwei Kindern. Das als kleine Erklärung für meine Verwunderung.
Ich hoffe, du findest einen Weg, wieder etwas mehr Zeit nur für dich zu haben. Ich glaube “Loslassen” ist ein großer Baustein auf dem Weg dahin.

Wo soll ich da nur anfangen? Puh. Gucken wir mal Stück für Stück.

Du startest erst mal beleidigend. Verrückt klinge ich also. Aha. Um dann direkt Fragen hinterher zu schieben, die unser Familienkonstrukt hinterfragen. Aber harsch soll das nicht klingen. Haha.

Ob wir gleichberechtigt für unsere Kinder da sind? Wenn du damit meinst, ob wir die Zeit und die Aufgaben 50/50 teilen, dann nein. (Nach meiner Definition aber sehr wohl. Die kann aber nur Quatsch sein, also erkläre ich das nicht weiter.) Der Wundermann arbeitet, und das sechs Tage in der Woche. Er verlässt spätestens um sieben das Haus und ist gegen achtzehn Uhr zurück, Samstags kommt er nachmittags heim. Er verdient das Geld für unseren Lebensunterhalt, egoistisch wie er ist.

Ein Großelternpaar wohnt nebenan. Sie sind erst Mitte 50 und auch beide voll berufstätig. Sie nehmen die Kinder gern, sie entlasten mich immer, wenn die Zeit es erlaubt.

Das andere Großelternpaar, bestehend aus meinem Vater (berufstätig) und meiner Mutter (sehr krank) hilft auch wo sie können. Das heißt, dass meine Mutter einmal in der Woche vormittags die Kinder hier bei mir zu Hause betreut, damit ich Dinge erledigen kann, die ich sonst nicht schaffe. Und das findet hier statt, da sie sich das allein nicht zutraut (sie ist krank).

Du würdest an meiner Stelle wahnsinnig, weil die Kinder so abhängig von mir sind? Schön wäre, du hättest alles gelesen, denn dann wüsstest du auch, dass die Kinder seit Anfang Januar krank sind. Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist, aber meine Kinder sind besonders auf mich fixiert, wenn es Ihnen nicht gut geht, denn ich bin ihre Hauptbezugsperson.

Meine Kinder sind bald zwei Jahre, wie du richtig bemerkt hast. Und in diesen zwei Jahren teilt der Wundermann (bis auf ca. 3 Wochen) das Familienbett mit uns und somit auch jede Nachtschicht.

Ich gehe einmal in der Woche arbeiten, da bringt der Wundermann die Kinder zu Bett. Ich gehe regelmässig zum Mädchenabend oder mache was Schönes, wo auch der Wundermann allein übernimmt.

Wir haben zwei Kinder, die gleich alt sind. Daher bringen wir sie abends im Teamwork zu Bett. Weil es so leichter ist, schneller geht, entspannter und schöner ist. Weil wir es so wollen. Die Kinder gehen problemlos mit Oma oder Wundermann ins Bett, nur kontrollieren Sie in der darauffolgenden Nacht dauernd, ob ich noch da bin. Sie sind erst fast zwei, ich finde es normal, dass sie ihre Hauptbezugsperson brauchen.

Wenn du alles gelesen hättest, wüsstest du, dass das Hauptproblem ist, dass die Mädchen krank sind. Zuvor waren die Nächte so, dass sie kein Problem für mich darstellten. Auch das erwähnte ich in diesem Post. Somit ist das Schlafproblem temporär und schlaucht mich jetzt gerade. Ich bin aber so eine Helikopterübermutti, dass ich es nicht übers Herz bringe, sie krank nachts ohne ihre Hauptbezugsperson zu lassen. So what.

(Im Übrigen übernehmen die Großeltern die Kinder auch immer wieder, damit wir Eltern Zweisamkeit miteinander haben können. Wenn die Kinder gesund sind.)

Liebe Märchenkönigin, heute ist Montag und noch dazu habe ich PMS, ich wollte also nicht harsch klingen. Danke, dass du mir gezeigt hast, dass ich selber schuld bin. Nun weiß ich es besser und werde ab heute alles besser machen.

Ihr Lieben,

ich freue mich eigentlich über jeden Kommentar. Ich nehme von hier viel mit, auch die Kritik der Märchenkönigin bietet doch noch etwas, was ich überdenken kann. Aber bitte lest erst alles. Und irgendwie macht auch der Ton die Musik. Angegriffen werde ich nicht gern, erst recht nicht von Menschen, die uns nur aus den Ausschnitten kennen, die ich hier zeige.

Ich schätzte die Märchenkönigin und las auch ihren Blog. Wir hatten hoffentlich beide nur einen schlechten Tag. <(Edit: Ich las ihre neueren Posts erst nach Veröffentlichung von diesem Post hier. Wir haben wohl keine Übereinstimmungen mehr.)

Meine Oma sagt immer: „Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, hält man besser den Mund.“ Daran hätte ich mich heute vielleicht auch halten können, aber: Von Perfekt bin ich weit entfernt.

Und nun gehe ich wieder die kranken Mädchen beglucken.

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11 Kommentare zu “Dinge, die ich mir abgewöhnen sollte: Kommentare persönlich nehmen

  1. Ohje. Ich kann deine Reaktion auf den (sicher gut gemeinten) Kommentar verstehen….
    Und ich hab höchsten Respekt, wie Du das mit den beiden Mädels hinkriegst, vor allem so auf dem letzten Zahnfleisch wie momentan.
    Wir sind seit Mitte Januar auch abwechselnd oder gleichzeitig krank,in den letzten beiden Wochen kamen dann auch noch heftigste Wutanfälle beim Zwerg dazu. Ich bin also mit nur einem Kind plus Teilzeitarbeit schon absolut k.o. und auch mein Mann ist nicht gerade auf dem „Höhepunkt seiner Kräfte“.
    Wünsche Euch (und uns), dass die blöde Infektzeit endlich rum geht und Du wieder zu Kräften und ruhigeren Nächten kommen kannst (hier ist es auch so, dass die Nächte in den letzten Wochen für mich wesentlich anstrengender waren als davor)!

  2. Hallo meine Liebe,
    kenne deinen Blog ja schon lange aber in dem Moment vom letzten Post ging es mir gleich wie der Märchenkönigin und ich glaub auch nicht, dass sie dich damit angreifen wollte und verrückt ist in dem Sinne nicht so böse gemeint gewesen denke ich zumindest ..
    Jetzt beruhigen wir uns erstmal alle wieder und haben uns lieb 🙂 Krank ist einfach eine Ausnahmesituation, Sorgen würde ich mir nur machen wenn es immer so ist und ich mich als Mutter nur noch wie eine Maschine fühle oder so depressiv wie heute und gestern weil es nur regnet regnet regnet

    • Liebe Nadja,

      Ich hoffe sehr, dass sie es nicht so gemeint hat. Aber in erster Linie war sie sehr übergriffig und verurteilend. Und dass es eine Ausnahmesituation ist, habe ich ja in allen drei Posts betont. Nun drücke ich dich fest, denn bei dir weiß ich immer, wie es gemeint ist und dafür sage ich Danke. 🙂

  3. Mich nerven diese Besserwisserpostings auch, vor allem weil man den Scheibenden ja nur in ganz kleinen Auszügen kennt und ich blogge nicht selbst. Ich verstehe deinen Ärger gut und ziehe vor dir den Hut, wie du das mit deinen Zwillingsmädchen schaffst! Außerdem wünsche ich euch, dass die Krankzeit bald vorbei ist.
    LG von einer 2fach Mama (aber keine Zwillinge 🙂 )

  4. Liebe Emma, ich bin gerade auf dem Sprung, versuche aber dir hier an dieser Stelle zu antworten.
    Vielleicht kam in deinen letzten Posts zu viel Konjuktiv (hätte, würde, könnte) drin vor und allgemein klang dein Blogpost eben so, dass man sich als Leser aufgefordert fühlte, etwas dazu zu sagen/dir irgendwie mit Tipps zu helfen. Ich bin der Meinung, wenn man in seinem Blog schreibt, dass es einem schlecht geht bzw. dass man unzufrieden mit einer Situation ist, dass man in diesem Fall durchaus offen für Leserkommentare und einen Blick von außen ist (warum sonst sollte man es „öffentlich“ äußern?). Ich glaube, die Leserkommentare zeigen, dass es ja nicht nur mir so ging. Wenn nicht, kann man das ganz gut unterbinden, indem man hinzufügt: „Das musste einfach nur mal raus… ich habe mir schon selbst Gedanken gemacht und Ratschläge oder ähnliches bringen mir nichts.“ Sowas in der Art.

    Ich habe nicht gesagt, dass du verrückt bist, sondern dass dein Text „verrückt“, merkwürdig, nenn es wie du willst, klingt bzw. als Leser auf mich wirkt. Von den Schlafproblemen erzähltest du schon des öfteren. Ich habe jetzt nicht das Wort „müde“ in deinen letzten Blogposts der letzten Monate gezählt, aber nein, es war nicht zu erkennen, dass es allein am Kranksein der Mädels liegt. Und deswegen schloss ich daraus, dass du eben die Person bist, die am meisten Schlaf abgezwackt bekommt, wenn eine unruhige Nacht bevor steht und fragte mich, ob/warum ihr euch bei den Nachtschichten nicht abwechselt. Das hast du ja nun erklärt, in dem du schreibst, der Wundermann müsse viel arbeiten und fit dafür sein.

    Wenn ihr ein gutes Netzwerk habt, dann ist das doch prima. Das konnte man so nicht heraus lesen. Aber dann hättest du ja die Möglichkeit dir vielleicht bald eine Auszeit zu gönnen, wenn die Mädchen gesund sind und einfach Schlaf nachzuholen und so wieder etwas Kraft zu sammeln. Bei allem wünsche ich dir ja nur, dass du etwas mehr auf dich selbst aufpasst. Gute Besserung an die zwei Mäuse! Der Winter dauert sicher nicht mehr lang,

    • Liebe Märchenkönigin,

      Danke für deine Antwort. Natürlich darf man hier Anregungen geben, seine Meinung sagen und auch kritisieren. Ich bin dankbar für Ideen und Anregungen. Das, woran ich mich gestoßen habe, war eben der Ton. Ich habe es mehrmals gelesen, und fand deine Kritik alles andere als „lieb gemeint“. Es kam bei mir herablassend, übergriffig und verurteilend an, das fand ich schade. Das auch andere Leser einen ähnlichen Eindruck hatten wie du mag stimmen. Aber davon fühlte ich mich nicht angegriffen. Ich habe deinen Kommentar mehrere Male gelesen, bevor ich antwortete, aber das Gefühl änderte sich nicht. Und es erging Anderen ähnlich damit. Dein jetziger Kommentar klingt ganz anders, auf jeden Fall warmherziger. Ich hoffe, ich kann dir herüberbringen, was mein Problem ist und war und wir können damit unsere Missverständnisse aus dem Weg räumen.

      Viele Grüße,

      Emma

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