Liebes Jahr 2015,

irgendwie läuft es zwischen uns nicht gut, oder? Du bist 30 Tage alt und ich kann mich kaum an Lichtblicke erinnern. Zuerst kamen die schlechten Nachrichten über mein Auto, dass für 3600€ repariert werden muss und ich kaum weiß, woher ich das Geld nehmen soll. Dann wurden die Mädchen und der Wundermann krank. Es dauerte ewig, bis hier wieder alles in gewohnten Bahnen lief.

Und dann? Keine zwei Wochen später, letzten Samstag, erbrach M. einmal und hatte auch einmal D.urchfall. Ich war total froh, als es dabei blieb. Und dann kam der Sonntag. Nach dem Mittagsschlaf begann A. zu erbrechen. Ich gab ihr Vomex, dass der KiA beim letzten Mal verordnet hatte, aber das wirkte nicht. Sie übergab sich weiter alle 5-10Minuten und war nur noch ein Häufchen Elend. Erbrechen, Jammern, Einnicken, Erbrechen.

Um sechs hatte ich Angst, weil es einfach nicht aufhörte. Also fuhren wir zum Notdienst, nachdem die Oma M. übernahm, was etwa 30 Autominuten entfernt liegt. Sie übergab sich in der Zeit 4 Mal. Wir wurden umgehend ins benachbarte Kinderkrankenhaus eingewiesen. Das hatte ich schon geahnt, also hatte ich zu Hause Sachen gepackt. A. wurde ein Zugang gelegt, was ihr total egal war, dann bekamen wir ein Zimmer. Sie bekam Elektrolyte und ständig schaute jemand nach uns, denn das Erbrechen hörte einfach nicht auf. Erst gegen 3 Uhr in der Nacht kam sie etwas zur Ruhe und schlief zwei Stunden ohne Erbrechen. Danach kam der D.urchfall, worüber die Ärztin sich freute. Sie habe nun das Schlimmste überstanden, sagte sie.

So war das tatsächlich. Am Montag begann sie wieder zu essen, trinken wollte sie nur wenig und war ziemlich apathisch. Erst gegen Abend wurde sie munterer, begann zu spielen und richtig zu trinken. Da wurde ihre Elektrolytzufuhr etwas reduziert. Nachdem die Nacht von Montag auf Dienstag ruhig war, wurde die Infusionstherapie beendet und wir durften mit der Diagnose Norovirus nach Hause.

Mein Auto war aber gerade in der Werkstatt (und ist es noch) und so bekamen wir einen „Taxischein“ nach Hause, inklusive einer abenteuerlichen Taxifahrerin. Ich war froh als wir endlich daheim waren.

Aber auch da erwartete mich keine Erholung. M. war auch krank, erbrach seit Samstag ein bis zwei Mal am Tag und war total schlapp. Außerdem hinterließ der Wundermann RIESIGES Chaos. Am Nachmittag fuhr ich mit M. im Auto meiner Freundin zum Kinderarzt, der mir verschiedene Tipps gab und mir sagte, dass M.s Zustand sich über Nacht deutlich verbessern müsse, damit wir um einen Krankenhausaufenthalt drumherum kommen. Ich hätte auf der Stelle weinend zusammenbrechen können, riss mich aber zusammen und hoffte das Beste. Ich gab ihr gezuckerten und gesalzenen Tee, sie bekam Mikro.klist, weil sie zwei Tage nicht abführte und es ging ihr am nächsten Tag tatsächlich besser.

Zeit, mich dem Haushalt zuzuwenden. Wäsche, aufräumen, Gründerinnen und desinfizieren. Das kostete mich zwei Tage. Und wer denkt, wir hätten es geschafft: Weit gefehlt. A. erbrach einmal nach dem Mittagsschlaf gestern, M. zwei Mal in der Nacht. Ein Telefonat mit dem Gesundheitsamt (Norovirus ist meldepflichtig und daher bekam ich Post, dass ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen müsse) offenbarte viele nützliche Tipps (man kann sich JEDERZEIT wieder anstecken, dem Virus sind Temperaturen von -20 bis 60 Grad egal, man kann den Virus noch wochenlang übertragen, alle Kontaktpersonen müssen auf Hygiene und Desinfektion für mindestens vier Wochen achten…) und auch die Information, dass Rückfälle nicht ungewöhnlich sind. Heute ist Freitag, mein Auto wird noch bis morgen in der Werkstatt sein, meine Mädchen sind schlapp, appetitlos und müde.

Liebes 2015, wenn wir uns anfreunden wollen: Mach dem Spuk ein Ende. Ich bin am Limit, kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt richtig schlief und befürchte, mir auch noch eine Blasenentzündung zugezogen zu haben.

Und wenn ich mich recht erinnere, war ich zu Jahresbeginn schon ziemlich oft enttäuscht. Vielleicht liegt es also gar nicht am Jahr, sondern am Januar.

Bald. Bald ist Februar.

Ich habe einen guten Februar dringend nötig.

Lieber Februar, bitte sei mein Freund.

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5 Kommentare zu “Liebes Jahr 2015,

  1. Liebe Emma,
    Der Januar hatte es auch bei uns in sich. Der Februar MUSS besser werden! Kopf hoch!
    Ich denk an dich und gute Besserung für deine Süßen!
    Deine Katrin

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