Abstillen und die Sache mit dem Schlaf

Heute will ich euch von M. erzählen. Erst mal ein kurzer Rückblick: Das Stillen bereitete ihr zu Anfang Probleme. Sie war hektisch, das Anlegen eine Katastrophe, bis ich ziemlich am Ende war. Die Hebamme im Krankenhaus gab uns dann ein Stillhütchen, und das brachte echte Erleichterung. Plötzlich funktionierte das Anlegen problemlos. Als M. ungefähr 6 Monate war, waren wir beim Osteopathen, weil sie sehr linkslastig war. In dem Zusammenhang stellte der Osteopath auch ein verschobenes Zungenbein fest, dass er für das Stillproblem verantwortlich machte. Er bewegte sie durch, zeigte mir Übungen für den Mund und zwei Wochen später brauchten wir das Hütchen nicht mehr. Das war eine echte Erleichterung.

Ich hatte während der ganzen Zeit nicht das Gefühl, dass M. das Stillen sehr genießt. Sie machte immer den Eindruck, dass es ihr rein um Nahrungsaufnahme ging, ob aus der Brust oder der Flasche schien ihr egal zu sein. Abgestillt habe ich sie dennoch nicht, denn ich konnte es nicht übers Herz bringen ihre Schwester zu Stillen und sie nicht. Aufgrund all dieser Dinge hatte ich nie die Idee, dass das Abstillen kompliziert werden könnte. Ist es aber. Seitdem sie gemerkt hat, dass ich nicht mehr Stillen möchte, ist sie extrem fixiert auf mich. Sie klettet unglaublich, akzeptiert kein Fläschchen, ist völlig verzweifelt, wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Ich stille sie aktuell noch nach dem Mittagsschlaf (heute war ich danach nicht da, sie hat geweint, bis ich zu Hause war…), abends, und 2-3x in der Nacht. Stillzeit verkürzen? Verzweifeltes Weinen (nein, kein Wutweinen, das ist anders. Sie ist wirklich verzweifelt). Ihr Fläschchen statt Stillen anbieten? Auf keinen Fall. Egal ob Pre oder Muttermilch. Sie ist einfach noch nicht so weit.

Tja, und der Nachtschlaf. Was soll ich sagen: Die Nächte sind gerade eine Katastrophe. Sie sind beide dauernd wach, wollen Wasser oder Stillen, finden ihren Schnuller nicht, haben Wachphasen von bis zu 2Stunden. Natürlich nicht im gleichen Rhythmus. Gerade ist es so schlimm, dass der Wundermann nicht mehr bei uns schläft, schlicht, weil er mit so wenig Schlaf nicht arbeitsfähig ist. Es ist gut, dass er nun Schlaf bekommt, ich glaube, langfristig nützt das uns allen. Aber wir müssen dringend daran arbeiten, dass wir alle mehr Schlaf kriegen. Und: A., die nachts abgestillt ist, schläft momentan sehr viel schlechter, wenn ich noch einmal hören muss, dass das Stillen am schlechten Schlaf Schuld ist, knirsche ich laut mit den Zähnen… Wer mir nun zum Ferbern raten will: Nein. Machen wir nicht. Nicht jetzt und überhaupt niemals. Es muss auch anders gehen. Und das wird es auch.

So, ein Punkt zu besserem Schlaf ist das eigenständige Wasser trinken in der Nacht. Hat jemand einen Tipp für auslaufsichere Flaschen, die ich mit ins Bett nehmen kann? Weitere Ratschläge, die ich umsetzen werde: Schlafzimmer dunkler machen, Zeiten noch strikter einhalten, tagsüber den Alltag entschleunigen. Und dann tasten wir uns Schritt für Schritt an besseren Schlaf heran. So.

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10 Kommentare zu “Abstillen und die Sache mit dem Schlaf

  1. Diese Schlafprobleme sind in dem Alter leider irgendwie normal. Wir hatten das in dem Alter genauso und zwar egal ob der Tag ruhig oder stressig war. Es war auch egal was es zu Essen gab (wir hatten sogar schon gar keine Flaschen mehr, weil das Kind nicht mehr wollte) oder es eine langen oder kurzen Mittagsschlaf gab. Fünf von Sieben Nächten die Woche waren genau so mit stundenlanger Wachphase. Irgendwann war es dann aber genauso plötzlich vorbei wie es angefangen hatte und seitdem sind die Nächte, natürlich mit einzelnen Ausnahmen, richtig gut. Also das übliche Mantra: Es ist nur eine Phase……

  2. Wir haben seit drei Jahren die Trinklernflasche von NUK im Bett. Die läuft nicht aus. Erst wenn der Sauger/die Trinktülle zu sehr angebissen ist. Die muss man ab und zu neu kaufen. Viel Erfolg!

  3. Wir haben die von avent, die halten richtig dicht. Hilft mir allerdings nicht, wenn Babymädchen nachts was trinken will dann nur milch aus der nuckelflasche, in meinem arm gekuschelt wie beim stillen. Papa wird nicht akzeptiert. NO WAY !!!!
    einziger trost … ich weiss das bei nummer 4, irgendwann schlafen sie alle durch 🙂

  4. Wie haben die Eigenmarke von Rossmann, die würde ich als auslaufsicher bezeichnen (solange jedenfalls bis Frollein Tochter damit auf den Kopf gedreht die Flasche auf den Bettrahmen donnert). Vor einiger Zeit hab ich mich übrigens auch gefragt, wie ich mein Kind zum Durchschlafen bringen soll. Sie wach nachts ständig wach und wollte nie alleine schlafen. Wir haben dann auf den Zahn der Zeit gesetzt und (ich flüster mal lieber) seit ein paar Wochen wacht sie maximal einmal auf und (ich flüster noch leiser) hat sogar von 7 Nächten 6 durgeschlafen. Ich halte dieses: ab dem 1. Geburtstag Durchschlafen für lebensfremd, bei uns ist es jetzt mit 20 Monaten soweit. Durchhalten!

  5. Meine Tochter ist 1 Tag jünger wie Deine 2 und obwohl sie meistens gut schläft, hat sie in letzter Zeit auch eher Schwierigkeiten. Sie schläft gut ein, wacht dann ca. 1 Stunde später wieder auf und trotz aller Versuche, ist sie dann meistens erstmal 2-3 Stunden wach. Irgendwann schläft sie dann total erschöpft ein und schläft dann auch meistens durch. Aber während sie wach ist, weint sie bitterlich, wenn wir sie wieder ins Bett stecken wollen, weiss mir auch nicht genau zu helfen oder was sie hat. Ich weiss, bzw. sehe ich es, dass jetzt alle 4 Backenzähne durchkamen. Aber sonst merke ich es ehrlich nicht so genau, ob sie zahnt. Wenn wir sie wieder aus dem Bett genommen haben, war alles gut. Nur wenn sie wieder ins Bett soll, kullern dann die Tränen.
    Ansonsten gibt es jetzt auch immer mehr vereinzelte Tage, an denen sie wirklich komplett durchschläft, mindestes 12-13 Stunden. Das gab es vor ca. 3 Wochen noch nicht. Ist auch ungewohnt für mich und meinen Mann und ganz ehrlich, ist es uns manchmal lieber sie wacht auf, damit wir sicher wissen, dass es ihr gut geht:-)

  6. Es ist so schwierig einen guten Rat zu geben, ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern als es bei uns nicht einfach war. Das was du gerade erlebst ist doch um einiges anstrengender. Wenn die Zwillinge schlechte Nächte hatten, habe ich immer bei ihnen auf einer Matratze geschlafen. Um schneller beruhigen zu können und auch um selber doch wieder ein wenig mehr Schlaf zu erhalten. Zur Zeit ist dies nur noch dann nötig wenn eine Krankheitswelle über uns rollt. Evtl. Hilft es, wenn Du das Abstillen noch weiter herauszögest ??
    Ich wüsche Euch von Herzen, dass die Nächte bald wieder besser werden.
    Liebe Grüße
    Ihr schafft das !

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