Sehnsüchteleien. Oder doch nicht?

Eigentlich bin ich mir sicher, dass ich nicht mehr schwanger werden möchte. Eigentlich. Aber.

Eigentlich bin ich mir sicher, dass wir gerne noch ein Pflege/Adoptivkind aufnehmen möchten. Eigentlich. Aber.

Eigentlich bin ich auch zufrieden, wie es jetzt gerade ist. Eigentlich. Aber.

Schon während der Schwangerschaft mit den Wundermädchen war ich mir sicher, dass das meine letzte Schwangerschaft sein wird. Sie war unglaublich anstrengend und es ging mir zu Beginn sehr schlecht. Ich war wochenlang nicht in der Lage, etwas anderes zu tun, als schlafen, k..zen, schlafen. Es war mir oft zu viel dem Hund die Tür in den Garten zu öffnen. Ich wüsste wirklich nicht, wie ich den Tag mit den Mädchen bewältigen sollte, sollte es mir wieder so schlecht gehen. Auch gab es viele Erlebnisse und Ängste rund um die Schwangerschaft und die Geburt, die ich nicht noch mal erleben möchte. Daher stand meine Entscheidung fest. Plötzlich aber sitzt da ein kleiner Sehnsuchtsteufel in mir, der mir zuflüstert, ob ich mir da sicher bin und wie schön es doch wäre noch einmal ein Kind zu bekommen.

Der Wunsch nach einem Pflege/Adoptivkind wohnt noch immer sehr tief in mir und ist ungebrochen. Ich habe noch so viel Liebe im Herzen. Aber immer öfter plagen mich Zweifel. Würden wir es schaffen, diesem Kind ein sicheres Gefühl zu geben? Neben den Zwillingen mit ihrer starken Bindung zueinander? Wäre das ein Familienkonstrukt, das funktionieren könnte? Zweifel, die nagen und die ich dringend noch mal mit unserer Sachbearbeiterin besprechen muss.

Und dann, manchmal, nach anstrengenden Nächten und schlimmen Tagen, da denke ich: Es ist gerade auch gut so, wie es jetzt gerade ist. Wir sind komplett. Eigentlich. Aber.

Kleine (Schlaf)erfolge

Ja, es verändert sich! Und zwar das Einschlafen! Ruckzuck, zack, Schlaf.

Wie wir das gemacht haben? Ich habe den Tagschlaf verändert. Bislang habe ich sie immer hingelegt, wenn sie tagsüber müde wurden. Das hieß, sie machten morgens ein ausgedehntes Schläfchen und nachmittags ein Kurzes. Und jetzt? Gibt es nur noch einen Mittagsschlaf. Das war zu Beginn sehr zäh, und das Mittagessen musste ich eine halbe Stunde vorverlegen, weil sie sonst beim Essen fast schon schliefen, aber nun pendelt es sich gut ein. Das gute Wetter kommt uns da auch sehr entgegen, draußen lässt sich immer so viel erleben, dass sie gar nicht merken, wie müde sie sind. Jetzt lege ich sie zum Mittagsschlaf in die Wiege, M. schläft nach zwei, A. nach 5 Minuten. Und abends? Genau so. Sie waren jetzt oft zu müde fürs Baden oder gründliche Waschen, aber auch das wird besser. Sie gewöhnen sich an den Rhythmus und es scheint ihnen gut zu tun. Allerdings ist die letzte Stunde vorm Schlafen anstrengend, sie brauchen viel Ablenkung, damit es gut geht und nicht im Drama endet.

(Die Nächte? Über die reden wir lieber noch nicht. A. ist gestern nach 30min wieder aufgewacht und war bis 0.30Uhr wach. Sie trank in der Zeit 750ml Wasser und kam erst dann zur Ruhe. Hitze und so…)

Mal sehen, wohin uns der Weg noch führt.

Von der Liebe, der Sehnsucht, der Überforderung und der Angst

Es ist eine harte Zeit gerade. Gestern wurde unser Hund operiert. Sie hat seit Wochen Probleme beim Laufen, unsere Tierärztin überwies uns deshalb in eine Tierklinik, 1 1/4 Std von hier. Dort wurde sie am Knie operiert, Ein Kreuzbandriss und ein gerissener Außenminiskus wurden repariert. Die Diagnostik der Klinik und der Eingriff gestern haben 2013€ gekostet. (Sie hatten mittags gesagt, wir sollen 1800€ bezahlen, wenn wir sie wieder abholen, dass es noch mehr wird hat uns natürlich keiner angekündigt. Da standen wir also mit dem Geld, das nicht reichte und mussten noch 203€ per Karte zahlen). Es folgen noch die Nachbehandlungskosten, die Physio und Co. Puh.

Das Geld tut uns weh, klar. Unsere Ersparnisse waren aufgebraucht wegen der Hausrenovierung, den IVF und der Anschaffungen für die Kinder. Ich verdiene gerade kein Geld (es ist gerade keine Option, dass ich wieder mehr arbeite, denn in dieser Zeit müsste der Wundermann die Kinderbetreuung übernehmen. Das macht schlicht keinen Sinn, denn der Windermann verdient sehr viel mehr als ich) und wir haben uns mühsam ein kleines Polster angespart. Was wir nun wieder los werden.

Wir lieben unseren kleinen Hund, er ist ein Familienmitglied. Es ist nur Geld, sie ist uns so viel wertvoller. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Was mir Sorgen macht, ist eben alles, was daran hängt. Der Wundermann arbeitet schrecklich viel um uns zu finanzieren. Sechs Tage in der Woche, oft 12 Stunden. Es bleibt so wenig Zeit und er fehlt mir so. Er, als mein Mann. Der Papa außerdem. Und nicht zu vergessen die helfende Hand.

Es entgleitet mir gerade alles etwas. Der Wundermann, die Ehe, der Haushalt, ich. Ich versuche den Wundermann zu entlassen. Er braucht Zeit zur Regeneration, Kraft für seine Aufgabe, und das Gefühl uns nicht im Stich zu lassen. Wir sind da gerade in einem Hamsterrad, der Wundermann arbeitet und fehlt hier, ich muss das auffangen und bin damit gerade ziemlich überfordert. Die Versorgung des frisch operierten Hundes und der Kinder, die Putzfee, die sechs Wochen Urlaub hat und dem daraus resultierenden Chaos, in dem ich mich nicht wohlfühle, der Finanzen, das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Für alles. Für die Kinder, den Mann, dem Hund und mich. Ich sehne mich danach, dass es leichter wird. Dass ich wieder unbeschwerter sein kann.

Ich wünsche mir, dass unsere Liebe uns durch diese Zeit trägt.