Das Abstillen: Ein Teilerfolg

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich es schaffen würde, meine Mädchen so lange zu stillen, hätte ich es nicht geglaubt. Und ich hätte auch nicht geglaubt, dass ich es vermissen würde, wenn es zu Ende geht. All die Anstrengung, die Schmerzen, die Tränen der ersten Zeit. Ich habe fest geglaubt, ich könnte es nicht abwarten. Jetzt ist es aber so, dass mir das Abstillen zwiespältige Gefühle macht.

Es erwartete mich nicht nur eine Überraschung beim Abstillprozess: A., der kleine Stilljunkie, hat das Essen für sich entdeckt, seitdem sie einfach alles bei uns mitessen darf und die Breizeit offiziell beendet ist. Sie stillt sich gerade ohne mein aktives Zutun von selbst ab. Sie isst und isst, weiß vor lauter „Mmmmh… Namnam“ gar nicht, wohin mit sich vor Glück und braucht mich scheinbar als Nahrungsquelle nicht mehr. Konkret bedeutet das, dass ich sie tagsüber und nachts gar nicht mehr stille, nur noch am Abend. Und auch das lässt sie mittlerweile immer mal wieder aus oder stillt nur ganz kurz. Ich biete ihr das aktiv nicht mehr an, stille sie nur, wenn sie deutlich danach verlangt. Also nicht mehr zum Einschlafen, das Ritual hat der Wundermann nun übernommen: Er schaukelt und summt sie in der Federwiege in den Schlaf. Das genießt sie so sehr, dass sie, wenn sie doch stillen wollte, danach nichts mehr von mir wissen will, sondern nach ihrem Papa verlangt. Exklusivzeit nur mit ihm allein, das findet sie großartig. Wenn sie dann schläft, bringt er sie mir ins Beistellbett. Nachts muss ich ihr dann manchmal noch beim Schnuller suchen helfen, aber ansonsten schläft sie. Ja, sie schläft. (!!!) Und ich spüre deutlich an mir, wie sehr diese kleine Entlastung schon zu meiner Erholung beiträgt und ich neue Kräfte sammeln kann.

Auf der einen Seite ist das eine unglaubliche Erleichterung, auf der anderen Seite bin ich aber auch ein bisschen traurig. Abschied nehmen ist nie einfach.

(Das Abstillen und M. ist ein ganz anderes Kapitel. Dazu an anderer Stelle mehr.)

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4 Kommentare zu “Das Abstillen: Ein Teilerfolg

  1. Ach ja, das Stillen… Ich hab mich am Anfang auch jedes Mal sehr gequält mit gerissenen BW, Milchstau… Und gegen Ende war die Stillerei oft nervig-Kind angelegt, Kind dreht sich weg, zappelt rum, nimmt einen Schluck, will nicht mehr…dann, wenn alles wieder eingepackt ist, doch nochmal nen Schluck…manchmal hat’s genervt und ich sehnte das Abstillen herbei. Dann, als die Kinder plötzlich nicht mehr wollten, hat’s mich irgendwie getroffen, blöd, gell?!? Jetzt, nach 2 Monaten abgestillt, denke ich manchmal wehmütig dran zurück, genieße aber auch wieder das Gefühl, daß mein Körper mir allein gehört.
    Vielleicht haben wir Glück und ein weiteres Kind findet seinen Weg zu uns und dann werd ich mich am Anfang wieder quälen, es dann genießen und letztendlich vermissen…hach… Schön wars( meist)!

  2. Du kannst stolz auf dich sein, deine Zwillinge so lange gestillt zu haben und es ist schön zu lesen, dass A. sich von alleine abstillt. Besser könnte das ja nicht sein :-).
    Ich erinnere mich auch daran als ich die Julimaus mit 13 Monaten abgestillt habe. Sie hat nur noch am Morgen getrunken und ich war auch wehmütig, als sie das erste Mal einen Milchschoppen bekam und diesen trank als hätte es nie etwas anderes gegeben.
    Jetzt geniesse ich es die Aprilbohne zu stillen :-D.

  3. Oh weh,ich versteh dich so gut.
    Es ist alles,schön traurig und vor allem neu.
    Eine Stillbeziehung die so endet Wünsche ich dir auch für dich und M!

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