Elternzeit und die Arbeit

Ich habe einen Job, den ich ganz gern mache. Ich habe mit 19 ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht und es hat mir dort so gut gefallen, dass ich meine Ausbildung in derselben Einrichtung gemacht habe. Anschließend hatte ich unglaubliches Glück und durfte auch als Fachkraft da bleiben. Zwischendurch hatte ich immer Phasen, wo ich die Nase voll hatte, bewarb mich hier und dort und schnupperte rein, aber die Bedingungen waren nie so gut wie in „meiner“ Einrichtung. Also blieb ich.

In der Kinderwunschzeit hat mein Chef mich toll unterstützt, ich bekam frei, wenn es nötig war und er bewahrte Stillschweigen. Trotzdem hatte ich kurz vor meiner Schwangerschaft überhaupt keine Lust mehr. Es war eine anstrengende Zeit und es gab da keine Erfolge, immer nur Niederlagen.

Das war einer der vielen Gründe, weshalb ich mich für drei Jahre Elternzeit entschied. Das tat ich aus vollem Herzen, und ich genoss es sehr erst mal nicht hin zu müssen.

Irgendwann reifte jedoch in mir der Wunsch, wieder ein bisschen am Arbeitsleben teilzuhaben. Ich vermisste ein paar Menschen dort, ich gehörte immer weniger dazu und es nervte mich zunehmend überhaupt kein Geld zu haben, dass nur mir gehört. Also fragte ich im Januar, ob ich, innerhalb meiner Elternzeit, ein bisschen Arbeiten kommen dürfte.

Ich durfte. Wir einigten uns ziemlich schnell auf 20 Stunden im Monat, so dass ich nur einmal in der Woche 5 Stunden arbeiten würde. Mein Chef ist mir da sehr entgegen gekommen, denn normalerweise ist die Mindeststundenzahl von Teilzeit in Elternzeit sehr viel höher (ich glaube mindestens 15 pro Woche? Ich weiß es nicht mehr…) aber mehr als einmal die Woche konnte ich mir nicht vorstellen. Ich musste einen neuen Elternzeitantrag stellen, indem ich meinen Wunsch auf Teilzeit in Elternzeit formulierte, und am Mittwoch war mein erster Arbeitstag, nach fast zwei Jahren.

Da ich im Pflegebereich arbeite, hatte ich sofort nach Bekanntwerden der Schwangerschaft ein Berufsverbot. Daher war ich seit der 6. SSW nicht mehr arbeiten. Vor meinem ersten Tag war ich total nervös, ich hatte Angst viel vergessen und verlernt zu haben. Das hat sich nicht bestätigt, das große Ganze ist noch da. Es fehlen nur kleine Details, die aber ziemlich schnell wieder da waren. Jetzt muss ich mir nur noch einen genauen Überblick über die Medikamente verschaffen und bin dann wieder „voll drin“.

Und wisst ihr was? Das fühlt sich richtig gut an. Ich fahre ganz allein mit lauter Musik zur Arbeit, kann ohne Ablenkung meinen Job machen und bin da nicht „Mutter“, denn so werde ich da nicht wahrgenommen. Ich bin da einfach ich, es gibt keine „Mamathemen“ und alles, was da so dran hängt, und das Beste: Ich kann mich voller Aufmerksamkeit einfach mal einer Sache widmen ohne das mein Hauptaugenmerk bei den Kindern ist. Gespräche und Tätigkeiten Ablenkung. Es ist einfach mal wieder anderer Input, der mich fordert und das tut einfach unglaublich gut.

Für mich war es so die richtige Entscheidung, und ja, ich habe meine Meinung geändert. Und ich bin froh, dass der Wundermann, der während meiner Arbeitszeit die Mädchen betreut, und mein Arbeitgeber meine Meinungsänderung einfach so mittragen. Zu meinen Bedingungen, so dass niemand darunter leiden muss. Es ist also eine Win-Win-Situation für alle.

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Das Abstillen: Ein Teilerfolg

Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich es schaffen würde, meine Mädchen so lange zu stillen, hätte ich es nicht geglaubt. Und ich hätte auch nicht geglaubt, dass ich es vermissen würde, wenn es zu Ende geht. All die Anstrengung, die Schmerzen, die Tränen der ersten Zeit. Ich habe fest geglaubt, ich könnte es nicht abwarten. Jetzt ist es aber so, dass mir das Abstillen zwiespältige Gefühle macht.

Es erwartete mich nicht nur eine Überraschung beim Abstillprozess: A., der kleine Stilljunkie, hat das Essen für sich entdeckt, seitdem sie einfach alles bei uns mitessen darf und die Breizeit offiziell beendet ist. Sie stillt sich gerade ohne mein aktives Zutun von selbst ab. Sie isst und isst, weiß vor lauter „Mmmmh… Namnam“ gar nicht, wohin mit sich vor Glück und braucht mich scheinbar als Nahrungsquelle nicht mehr. Konkret bedeutet das, dass ich sie tagsüber und nachts gar nicht mehr stille, nur noch am Abend. Und auch das lässt sie mittlerweile immer mal wieder aus oder stillt nur ganz kurz. Ich biete ihr das aktiv nicht mehr an, stille sie nur, wenn sie deutlich danach verlangt. Also nicht mehr zum Einschlafen, das Ritual hat der Wundermann nun übernommen: Er schaukelt und summt sie in der Federwiege in den Schlaf. Das genießt sie so sehr, dass sie, wenn sie doch stillen wollte, danach nichts mehr von mir wissen will, sondern nach ihrem Papa verlangt. Exklusivzeit nur mit ihm allein, das findet sie großartig. Wenn sie dann schläft, bringt er sie mir ins Beistellbett. Nachts muss ich ihr dann manchmal noch beim Schnuller suchen helfen, aber ansonsten schläft sie. Ja, sie schläft. (!!!) Und ich spüre deutlich an mir, wie sehr diese kleine Entlastung schon zu meiner Erholung beiträgt und ich neue Kräfte sammeln kann.

Auf der einen Seite ist das eine unglaubliche Erleichterung, auf der anderen Seite bin ich aber auch ein bisschen traurig. Abschied nehmen ist nie einfach.

(Das Abstillen und M. ist ein ganz anderes Kapitel. Dazu an anderer Stelle mehr.)

Urlaub und so.

Zwei Wochen Dänemark und 3,5 Tage Familientreffen (mit kurzem 5tägigem Wäsche waschen daheim) liegen nun hinter uns. Es war schön und schrecklich. Ich brauch jedenfalls erst mal Urlaub vom Urlaub.

Dänemark und ich, das ist einfach eine große Liebe, und jetzt, das erste Mal mit Kindern, ist es noch mal schöner. Kinderfreundlich können die. Überall Wickelplätze, Hochstühle (nicht nur Einer!) und Menschen, die sich über Kinder freuen. Überall sind Kinder selbstverständlich mit eingeplant, egal wo man hinschaut: Sie gehören einfach dazu. Und dann frag ich mich, warum das hier bei uns so anders ist. Es waren tolle zwei Wochen und hat uns gut getan. Nur dieses Drumherum ist fürchterlich anstrengend. Packen, waschen, an alles denken… Und vor allem nur vier Tage zu Hause Zeit um den tollen Urlaub nachzubereiten und das alljährliche Familientreffen vorzubereiten, der Wundermann war zwischen den Urlauben NATÜRLICH arbeiten. Und dann ging es wieder los. Diese Zeit war einfach fürchterlich. Wir haben ein Haus erwischt, das einfach nur eklig war. Schmutz überall… Es schüttelt mich immer noch überall. Ihr müsst euch das so vorstellen: Da wird von den vorherigen Urlaubern gefegt und dann ziehen die Nächsten ein. Das geht vermutlich schon sehr lange Zeit so. Egal was man tun wollte, es musste erst alles gereinigt werden. Also war es mit zwei Kleinkindern entsprechend stressig. Ihr könnt euch das sicher vorstellen.

Nun ja, jedenfalls sind wir zurück und ich freue mich auf den Alltag. Denn Ausnahmezustand ist auch irgendwie anstrengend.

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(Undankbare) Nörgeleien

Ich hatte es ja schon mal erwähnt, die Stimmung zwischen mir und meinem Körper ist… nennen wir es angespannt. Und irgendwie wird es nicht besser. Ja, mein Körper hat Unglaubliches geleistet, zwei Wunder hervorgebracht, und ja, das würde ich nienienie eintauschen. Das macht das Verhältnis zu meinem Körper jedoch kein Stück besser. Und als wäre das nicht schon schlimm genug habe ich jetzt mit weniger Stillen und gleicher Nahrungszufuhr (welch Überraschung) auch noch zugenommen. Aaaaargh. So kann das nicht weiter gehen. Ab jetzt muss ich mich mal wieder ein bißchen zusammenreißen und mich um mich kümmern. Und heute, mitten am Tag, nach einem Burger und Chips und Cola geht es los.  Damit ich durchhalte, halte ich euch auf dem Laufenden.

Was ändert sich?

1. Keine Süßigkeiten mehr. Und mit keine meine ich keine. Denn weniger schaffe ich nicht. Was nicht da ist kann ich auch nicht essen. Und da ich auf dem Dorf wohne ist Heißhungerbeschaffung sehr aufwändig, zum Glück.

2.  Sport muss her. Wie und was weiß ich noch nicht, aber nur hinter den Zwergen herlaufen ist auf Dauer nicht genug.

 

Also, los geht es. Macht jemand mit?