Ein ungleiches Paar

Sie sind am gleichen Tag geboren, sie sind Zwillinge. Sie sind aber eigentlich „nur“ Geschwister mit dem gleichen Geburtstag. Nicht mehr und nicht weniger. Das muss ich mir immer vor Augen halten, denn es wird immer deutlicher, wie verschieden sie eigentlich sind. A. hat zwei Zähne, M. hat keinen. M. krabbelt, A. beginnt gerade erst damit, sich rückwärts zu schieben. A. brabbelt, dafür interessiert sich M. nicht die Bohne. Das ist auch alles gut und richtig so, ich kann gelassen mit dieser unterschiedlichen Entwicklung umgehen. Wenn, ja, wenn… Hier kristallisiert sich immer mehr heraus, dass M. ihrer Schwester körperlich total überlegen ist. A. hat einfach keine Chance gegen sie. M. will ihr Spielzeug? Dann holt sie es sich. M. will da lang? Dann klettert sie halt drüber. Sie will an A.’s Haaren ziehen? Dann krabbelt sie hin und macht es. A. kann sich einfach nicht wehren. Ich bemühe mich, A. möglichst viel zu schützen. Aber ist das richtig so? Oder muss sie lernen damit umzugehen? Wo ziehe ich die Grenze? Wann schreite ich ein? Helfe ich A. auch mal einen Kampf um ein Spielzeug zu gewinnen?  Schadet es A.’s Selbstbewusstsein die ständig Unterlegene zu sein? Manchmal weiß ich nicht, wie ich es richtig mache. Wie habt ihr das gelöst? Habt ihr Ideen?

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3 Kommentare zu “Ein ungleiches Paar

  1. Mhhh, schwierige Frage. So rein aus dem Bauch raus und noch völlig ohne Kinder würde ich die beiden einfach machen lassen, solange die Situation nicht irgendwie gefährlich wird. Bei Geschwistern die z.B. ein Jahr auseinander sind würde man ja auch nicht immer den kleineren beschützen und ihm bei allem helfen.

    LG

    Kaya

  2. Hallo,
    ich verfolge deinen Blog schon eine Weile und habe immer mitgefiebert und mich über jede Nachricht von dir und deinen Kindern gefreut. Ich habe im Dezember 2012 auch Zwillinge bekommen. 2 Monate zu früh. Zwei Jungs und finde mich in vielen deiner Gedanken wieder.
    Zum Thema, mir wurde im Pekipkurs gesagt, dass ich nicht einschreiten soll, sondern das die beiden das selber regeln müssen. Also nur im Ernstfall eingreifen. Das ist wohl aus dem Kess-Prinzip. Das fällt mir persönlich sehr schwer. Da bei uns auch immer einer den anderen dominiert. Allerdings wechselt das bei uns immer…:-D Kann dich also voll verstehen. Falls du Lust auf personlichen Kontakt hast, kannst du dich gerne mal per Mail melden. Viele liebe Grüße

  3. Das ist bei uns ganz genauso. Die Kleine hat manchmal sehr unter ihrem Bruder zu leiden, zumindest in meinen Augen. Er nimmt ihr ständig das Spielzeug weg, oder krabbelt auf sie drauf o.ä. Gott sei Dank ist sie noch immer so ne Buddha-Natur, die wirklich nur schreit, wenn es ihr zuviel wird. Oder sie nimmt sich halt ein anderes Spielzeug, wenn er ihr es mal wieder wegnimmt. Ich versuche auch nur einzuschreiten, wenn sie sich wirklich weh tun könnten. Aber verdammt ist das schwer!! Das einzige was mir dabei hilft ist, dass ich merke, dass sie es manchmal durchaus schafft sich zu wehren, dass sie ihn wegschiebt, sich wieder ihr Spielzeug nimmt etc. und es ist ja auch gut, dass sie es lernt, sich gegen ihn durchzusetzen.

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