Es ist wie es ist. Und so ist es.

M. und A. sind nun 6 Monate und 4 Tage alt. Ist das nicht unglaublich? Meine kleinen, süßen Babys sind nun schon ganz schön groß.

Parallel zu ihrem Wachstum fühlen sich immer mehr Menschen dazu berufen genau zu wissen, was ich falsch mache und mir das bei jeder Gelegenheit zu sagen. In der Regel sind es andere Mütter. In ihrer Kritik lässt sich deutlich erkennen, dass sie es nicht nur gut meinen, sondern es entsetzlich finden, was ich so tue. Bösartig sind sie manchmal, Augenbrauen hoch ziehend, kopfschüttelnd. Sie glauben, sie haben den einzig richtigen Weg gefunden, neben dem nichts anderes existieren kann. Ein bisschen Sektenflair, finde ich.

Hier, in meinem konservativen Umfeld, sind wir so etwas wie Revoluzzer. Stillen, wenn sie älter als sechs Monate sind? Familienbett? Viel Tragen? Bedürfnisse nach Möglichkeit sofort befriedigen? Stoffwindeln?

Wir müssen uns da viel anhören. Das finde ich schade, denn der Wundermann und ich machen uns viele Gedanken, was wir mit unseren Kindern machen und es gibt viele Gründe, warum es so ist, wie es ist.

Es ist unsere Familie, unsere Entscheidung. Sätze wie: „Also das haben wir uns nie angetan.“, „Du stillst IMMER NOCH?“, „Also ich hab ja noch ein eigenes Leben!“ , „Sie schlafen IMMER NOCH NICHT durch?“ , „Du verziehst sie. Das werden mal ganz verwöhnte Kinder.“ oder, der Klassiker: „Man erntet, was man sät.“ (mit diesem besonderen Unterton) sind hier an der falschen Adresse.  Erst Recht, wenn man nicht hinterfragt und die Beweggründe für unsere Entscheidungen kennt. Unsere Kinder, unsere Entscheidung. Und so lange, wie sich alle wohlfühlen, kann es nicht falsch sein. Ratschläge sind herzlich willkommen. Aber nicht jeder Ratschlag passt zu uns, zu unserem Leben.

Leben und Leben lassen. Warum fällt das ausgerechnet Müttern so schwer?

(Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir auch manchmal schwer fällt,anderen Erziehungsmethoden tolerant gegenüber zu stehen. Besonders, wenn es um das Thema „schreien lassen“ geht. Aber es ist, wie es ist. Ich sage meine Meinung, wenn ich danach gefragt werde, aber dann nicht auf DIESE eine Art. Ihr wisst schon.)

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13 Kommentare zu “Es ist wie es ist. Und so ist es.

  1. Jeder hat seine Meinung, und sollte sie meistens für sich behalten. Ich bin ja „nur“ Tante, deshalb ist dies die Meinung von einer, die ganz genau weiß, dass es besser ist, meine für mich zu behalten, auch wenn ich eine habe. Und manchmal nicht alles so machen würde. Aber auch das ist mein Ding. Ihr macht das auf eure Weise – und das ist gut so. Liebe Grüße in die Wunderwelt von Doris

    • Liebe Doris,
      Ich finde es gut, dass jeder seine Meinung hat. Genau das macht die Welt doch bunt. Ich finde nur dieses Abwerten blöd. Leider erlebe ich viel zu selten einen netten Austausch und Gespräche, aus denen jeder Teilnehmer profitieren kann. Und Tanten sollten auch einfach mal hinterfragen, objektive Meinungen schaden bestimmt nicht. Ich kritisiere hier den Umgang mit der eigenen Meinung. Nichts ist in Stein gemeißelt und ich denke es ist gut hin und wieder seine Einstellung überdenken. Aber das erreichen diese Mütter (oder Tanten) mit den hochgezogenen Augenbrauen und dem bösen Unterton bei mir nicht, sondern eher, dass ich mich dem verschließe. Schade, oder? Es könnte so schön sein. Und bewegend.

      • Stimmt, am allerbesten ist, sich auszutauschen. In den Dialog zu kommen und so gegenseitig Gedanken anzuschieben. Nur ungefragt Meinungen „aufzudrängen“, und dann auch noch negativ? Kein Wunder, dass das für dich immer wieder zu Konflikt und Abwehr führt 😉

  2. Aus eigener Erfahrung, weiß ich, dass die blöden Kommentare und besserwissererischen Ratschläge irgendwann nachlassen. Meine Mädels sind jetzt 10 und 14 Jahre alt und da kommt keiner mehr auf die Idee, mir zum Thema Erziehung oder ähnliches reinzureden.
    Meistens sind es die „Neumütter“, die in der Schwangerschaft alle Ratgeber verschlungen haben und jetzt ihr Wissen weitergeben müssen. Ob man es hören will, oder nicht.
    Ihr macht es genau richtig. Das sieht man daran, wie glücklich Ihr seid.
    Zum Thema: wann kann ich endlich mal sagen, dass die Mädels erst noch spielen dürfen, denn Mama braucht noch fünf Minuten Schlaf. Das dauert leider noch ein bißchen. Wünsche dir viel Kraft!
    PS: ich würde jetzt gerne frühstücken, aber die Mädels schlafen noch….

  3. Es ist wirklich erstaunlich, dass dieses Problem so oft besteht. Ich hatte das Thema auch schon mehrfach auf meinem Blog.
    Scheinbar wird man mit abgeschlossener Geburt automatisch entmündigt. Vorher hat es keinen interessiert, wie man sein Leben geführt hat und plötzlich wissen es alle besser und müssen *unbedingt* ihre Meinung Kund tun.
    Wir machen es wie ihr, stillen, tragen, Familienbett, sofortige Bedürfnisbefriedigung. Glückliche Kinder scheinen für viele immer noch eine Horrorvorstellung zu sein. 😀

    Ich diskutiere nicht mehr. Ich sage klar, dass ich keine Meinung und keine Einmischung wünsche. Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich frei und ungeniert.

    Liebe Grüße und gute Nerven
    Missy

  4. Hallöchen, meine Maus ist jetzt 15 Wochen alt und wir müssen uns das gleiche immer wieder anhören. Du sprichst mir mit dem Post aus dem Herzen vielen Dank dafür. Egal was wir machen für unsere Mäuse sind wir immer die besten Eltern der welt

  5. Oh, das kenne ich nur allzu gut… Bei mir ging es damals schon nach nur 3 Monaten los, ob ich noch stille und dass ich dem dünnen Jungen mal ne Flasche geben soll, damit eral was auf die Rippen bekommt… grausam fand ich das… aber ich hab mich nicht beirren lassen. .. Fazit?!?! Er ist nun 2 Jahre alt und immer noch lang und dünn, obwohl er isst wie ein Bär… ist halt einfach so gebaut…

    Also: Ohren zu und erhobenen Hauptes DEINEN bzw. EUREN Weg gehen!!!? Lasst euch nicht beirren, denn ihr als Eltern wisst am Besten, was gut für eure Mäuse ist!!!!

    Alles Gute weiterhin!!!

  6. Liebe Emma, auch ich kenne diese seltsamen Vorwürfe. Was mir aufgefallen ist: Meistens sprechen diese fremden Frauen Dich gar nicht direkt an, sondern kommunizieren über Dein Kind mit Dir. Beispiele aus jüngster Zeit: Hat Deine Mama Dich nicht richtig angezogen, Du armes Kind (wenn man bei 20 Grad Celsius die Jacke auf dem kurzen Weg zum Auto mal offen lässt und die gerade vom Kind herabgezogene Mütze nicht zum 100. Mal wieder aufsetzt?). Quetscht Deine Mama Deinen Bauch, Du armes Kind? (wenn ich das Kind beim Bezahlen an der Kasse mal mit einem Arm halte und umklammere, damit ich die Münzen aus meinem Portemonnaie fischen kann). So etwas zu sagen, würde mir im Leben nicht einfallen! Ich finde das einfach nur schräg. Vielleicht sollte man da wirklich in die Offensive gehen und dem männlichen Begleiter der fremden Frau sagen: Hat Ihnen Ihre Frau heute nichts Passenderes zum Anziehen rausgelegt, dass Sie so komische Sachen tragen? Oder achtet Ihre Frau nicht auf Ihre gesunde Ernährung, dass Sie so dick sind? Das würde das ganze vielleicht mal ad absurdum führen und offenbaren, wie frauenfeindlich und verachtend solche Aussagen sind.
    Übrigens gibt es noch ein empfehlenswertes Buch zum Thema: „Mütterterror – Angst, Neid und Aggressionen unter Müttern“ von Christiane Mundlos.
    Viele liebe Grüße und alles erdenklich Gute Dir und Deinen beiden Süßen.
    Juja

    • Das sind doch klasse Retouren, die muß ich mir merken 🙂
      Eine gute Reaktion bei „man erntet, was man sät“: ein verzücktes Lächeln und ein begeistertes „Jaaa“ 😉 Denn wo sie recht hat, hat sie recht. Deine Mädchen werden sich nämlich vermutlich gut um Dich kümmern, wenn Du Hilfe benötigst. Ihr Kind/er wohl eher weniger…

  7. Alles was ihr macht ist wunderbar. Lass dich nicht beirren. Ich bin froh, dass so viele Zwillingsmütter diesen Weg gehen, auch wenn ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es sehr hart ist und viel Kraft kostet. Das Stillen. Das Elternbett. Das Tragen. Die Schlaflosigkeit (wobei man das wirklich, wirklich, wirklich mit gar nix auf der Welt beeinflussen kann. Außer vielleicht mit Willen-Brechen-Durch-Schreien-Lassen. Pffft.).

    Emma, hör nicht hin was sie sagen und macht genauso weiter, wir ihr angefangen habt, einfach WUNDERbar.

  8. *Haha* leider weiß wahrscheinlich fast jede Mutter genau, was du meinst. Wobei ich immernoch erstaunt bin, dass uns das nicht allzu oft passiert, oder vielleicht geht es uns einfach am Popo vorbei : ).
    Schlimmer als „Tipps ohne Widerworte“ sind nur nach Babys grabbelnde Menschen die schon aus meterweiter Entfernung unangenehm riechen.
    Gerade wenn man sich das alles genau überlegt und so handelt, wie man es abgesprochen hat, gibt es doch immer wieder jemanden der es besser weiß.
    Ich erinnere mich noch wie komisch wir angeschaut wurden, als wir das erste Mal sagten, dass wir anfangs keinen Kinderwagen brauchen. Die Tragehilfe wurde sowieso von jedem komisch beäugt und man meinte ‚wir hätten sicher kein Geld für einen Kinderwagen‘ ; ).

  9. Hi. Ist mir auch schon passiert! Ich habe aber beschlossen solche Bemerkungen nicht persönlich zu nehmen. Es gibt anscheinend Menschen die glauben mit jedem Kind“ freundlich“ reden zu müssen – aber eben leider nicht übers Wetter sondern über Erziehung und Entwicklung. B. 3 Mon. „Und isst du schon?“, B. 8 Mon. „Und läuft er schon?“ Oder „Redet er schon.“ „Schläft er durch?“ … jetzt ist er 2,5 J und die Zwillinge sind 4 Monate und meine Antworten haben sich geändert: „Sie schlafen sehr brav.“ „Sie sind sehr zufrieden.“ „Sie sind sehr aufgeweckt.“ „Uns geht es sehr gut, wir haben drei gesunde Kinder. „…..also nicht ärgern nur wundern. „Auch Ihnen einen schönen Tag…“

  10. Auch, wenn ich noch keine wirkliche Mutter bin, sondern „nur“ schwanger, kann ich total nachvollziehen, worüber du da schreibst. Ich verstehe solche Menschen auch nicht, die sich ständig in die Angelegenheiten einmischen. Bei mir geht es immer darum, ob ich in Elternzeit gehe, wenn ja wie lange und warum ich den letzten Monat der Elternzeit gerne ein paar Stunden arbeiten möchte. Warum ich mir den Druck mache und versuchen möchte meine Ausbildung in einem halben Jahr zu beenden, wenn mir doch alle anbieten, dass ich auch ein ganzes Jahr verlängern könnte. Sich für alles rechtfertigen zu müssen, wie man sich das selbst gerne vorstellt und versuchen möchte umzusetzen ist oft einfach nur anstrengend und lästig. Zumal, wenn dann Kommentare wie „Du stellst dir das alles eh viel zu einfach vor!“ etc. kommen.

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