Das Stillen, das Fläschchen und eine Mutter zwischen den Stühlen

Ich stille gern, das habe ich euch ja schon erzählt.  Seit einer Weile bekommt M. abends ein Fläschchen Pre, einfach, weil es tatsächlich langsam körperlich anstrengend wird und ich ein bisschen Entlastung brauche. Mittlerweile sind wir bei 150ml angekommen, gestartet haben wir mit 60ml und haben in 30er Schritten erhöht, damit meine Brust Zeit hat sich an die neue Situation zu gewöhnen. Eigentlich sollte auch A. dann mit dem Fläschchen beginnen, so dass beide abends vom Papa versorgt werden können. Meine Wundermädchen sind nun fünf Monate alt. Aber A. weigert sich, egal was wir versuchen. Sie schreit, als würden wir sie vergiften wollen. Auch der Tipp von Kerstin zu meinem letzten Post funktionierte leider nicht. Also freundete ich mich schon mit dem Gedanken an, A. zu stillen, bis es nicht mehr nötig ist, dass sie MuMi oder Flaschennahrung bekommt, hatte aber sofort ein schlechtes Gewissen M. gegenüber. Das konnte ich aber beruhigen, denn sie genießt ihr Fläschchen mit Papa sehr.

Und schon stehe ich vor einem neuen Problem: Ich habe sie im Verdacht sich abstillen zu wollen. Es wird immer schwieriger sie zu stillen, wenn der Wundermann in der Nähe ist. Wenn sie hungrig ist, schmatzt sie ihn an und nicht mehr mich. Nehme ich sie dann zum Stillen, dreht sie sich weg, biegt sich, guckt ihren Papa an, schimpft und manchmal weint sie auch. Es ist ein regelrechter Kampf sie zum Stillen zu bewegen. Und neuerdings geschieht immer öfter eine ähnliche Ablehnung wenn sie mit mir allein ist.

Es bricht mir mein Herz. Ich möchte sie doch stillen und ich will nicht A. stillen und M. nicht mehr. Ich kann es schlecht erklären, aber ich empfinde es, als würde ich M. dann benachteiligen. Alle sagen, das ist Quatsch. Aber mein Herz ist da ganz anderer Meinung. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen weniger zu Stillen. Meinetwegen auch abzustillen. Aber nicht nur ein Kind.

Hach ja. Verrückte Mutterherzgedanken. Aber M. hat sich scheinbar entschieden. Vermutlich wäre es ähnlich grausam ihr das zu verweigern. Ob ich erst mal abpumpe und so einen Kompromiss mit ihr schließe? Gut fühlt sich das nicht an. Hach ja.

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7 Kommentare zu “Das Stillen, das Fläschchen und eine Mutter zwischen den Stühlen

  1. Mein Herz versteht Dich total gut, mein Kopf sagt aber das das nicht stimmt mit dem Benachteiligen und so und deswegen fühl Dich feste gedrückt.

  2. Oh ich kann mir vorstellen wie grausam sich das für sich anfühlt… Aber die kleine M weiß ja nicht, was das „bessere“ wäre, und wünscht sich eben das was ihr besser gefällt. Vielleicht genießt sie die neue Exklusivzeit mit Papa, vielleicht ists auch einfach aus der Flasche bequemer, wer weiß schon? Aber auf Dauer zum Stillen zwingen wollen ist vermutlich genauso schwer wie zum Fläschchen zwingen wollen.. Ich fands auch für mich persönlich, unabhängig vom Gedanken „ich will das für ihn weil das das Beste ist“, schwer, als MrMini sich mit 5 Monaten auf einmal abgestillt hatte (bei ihm mit Beikostbeginn, er hatte Blut geleckt), hab mich aber dann +/- schweren Herzens gefügt – dem zufriedenen Kind zuliebe.
    Ich hoffe du fühlst dich nicht so, als würdest du eine der Kleinen bevorzugen, schließlich ist das „Beste“ fürs Kind ja Definitionsfrage in dem Fall, vor allem da du schon so lange so viel gestillt hast. Bin mir sicher du findest eine Lösung die dir 2 glücklich Mädels beschert. Ich denke, Zwillinge hin oder her – jeder ist eben anders, und braucht anderes, vllt auch dann mit Beikost?
    Hör auf deinen Bauch, und .. Alles Gute 🙂

  3. Oh, das Gefühl kenne ich! Und solche Gefühle haben wir Zwillingseltern eben auch immer wieder. Die Kinder führen uns damit aber eben auch immer wieder vor Augen, dass wir es mit zwei unterschiedlichen kleinen Personen zu tun haben. Bei nicht gleichaltrigen Geschwistern ist das anders. Meine (Einlings-)Tochter habe ich/hat sich nach sechs Monaten abgestillt. Meine Zwillinge wollten nach sechs Monaten aber keineswegs ohne Muttermilch leben. Das heißt: Unsere Tochter wurde sehr viel kürzer gestillt als unsere Jungs. Weil sie aber zwei Jahre älter ist, vergleicht man das aber eben nicht so direkt, ich habe deswegen nie ein schlechtes Gewissen gehabt. Wenn Deine Töchter also nicht im selben Alter wären, würde Dir der Unterschied wohl auch gar nicht so auffallen. Was ich sagen will: Ja! Es ist sehr schwer fürs Herz in solchen Situationen, aber Du tust Deinen Töchtern NICHTS Schlechtes, wenn Du individuell auf ihre Bedürfnisse eingehst und für jede einzelne schaust, was das Beste für sie ist. Es ist also nichts dagegen einzuwenden, allen beiden das zu geben, wonach sie verlangen, auch wenn das eben etwas Unterschiedliches ist. Ich hab auch gelitten, als der eine Zwilling in seiner Kitagruppe direkt Freunde hatte und sein Bruder in der Nachbargruppe noch so gar nicht (kam dann etwas später)… Oder als der eine in den Fußballclub kam und dort Spaß hatte und der andere mit mir am Rand stand, weil er eben nicht ganz so sportlich ist. Dafür kann er viel besser puzzlen als sein Bruder und so haben alle ihre eigenen Erfolgserlebnisse – aber eben zu unterschiedlichen Zeiten. Wie ganz normale Geschwister eben, nur dass sie gleich alt sind und in unserem Falle auch noch (fast) gleich aussehen…

  4. Schade, dass es nicht geklappt hat. Aber zwingen ist natürlich auch nichts. Ich hab beim Prinzenkind aber auch öfter versuchen müssen.
    Dass M. sich abstillen möchte und du da etwas „leidest“ bzw. deine Gedanken kann ich total gut verstehen. Ich würde wohl genauso empfinden. Lustig, was für einen Ehrgeiz man da selbst entwickelt oder? 🙂 Wahrscheinlich ist es aber wirklich nur so, dass ihr die Flasche einfach bequemer ist. Immerhin ist aus der Brust trinken eine Menge Arbeit für so ein kleines Ding.
    Egal wie es kommt, du gibts deinen BEIDEN Töchtern nur das Beste. Egal ob jetzt Flasche oder Brust…

  5. Oh weh da blutet mir mit das Mutterherz!
    Bei uns ist es einfach so passiert. Unsre Maya hat sich quasie selber abgestillt und ihr großer Bruder stillt als wenn es nichts besseres gibt. Ich schaffe es im Moment eher Schlecht als recht beide mit Muttermilch zu versorgen (abendliches und nächtliches Abpumpen und dann eben Prefläschen für beide): Ich bin mal gespannt wie lange das noch funktioniert!
    Ganz abszupumpstillen bringe ich auch noch nicht übers Herz eben weil ich dann spüre dass ich Maya „vernachlässigen“ würde. Aber es geht an die Substanz und das Rezept für die Milchpumpe läuft bald aus (bis zum 6. Monat macht unser Kinderszt das geren mit hat er gneient) Zum Mäusemelken-aber wie hat meine Hebamme es so schön formuliert „Aus der Not heraus sind noch die besten Lösungen entstanden“ Ich denke für dich udn euch wird sich auch eine Lösung finden! Nur Mut zur Bauchentscheidung (auch wenn es Klein M. ihre wird)
    Lg

  6. Meine Zwillinge sind grade drei Monate alt. Und so wie dir gehts mir seit dem ersten Tag. Meine Tochter war sofort nach der Geburt auf der Intensivstation, mein Sohn eins a topfit bei mir im Zimmer. Er wurde noch im Kreißsaal das erste Mal angelegt, sie bekam Infusionen. Absoluter Mist sowas. Es ging ihr zum Glück schnell besser. Trotz vieler Versuche hat sich meine Tochter aber geweigert, an der Brust zu trinken. Bis ich mich damit abgefunden habe hat es vier Wochen gedauert. Aber nachdem die Entscheidung gefallen war ging es uns beiden viel besser… Mein Mann hat es übrigens sehr genossen, dass er unsere Tochter füttern durfte und damit ein „eigenes“ Kind hatte. Die Bindung zwischen den beiden ist auch immer noch enger als zwischen ihm und unserem Sohn, was beruhigen etc. angeht. Bei mir ist es dafür eher umgekehrt. Nicht falsch verstehen bitte, mir geht es hier wirklich nur ums Beruhigen oder ähnliches, nicht allumfassend!!! Ich pumpe also tagsüber parallel zum Stillen meines Sohnes für sie ab und das bekommt sie dann per Flasche. Nachts ist mir das zu aufwendig, da muss es mir möglichst schnell gehen. Auch tagsüber reicht die Menge nicht, ich mache das entweder 20 Minuten oder bis mein Sohn aufhört, je nachdem was eher ist. und die Menge die es geworden ist, die ist es dann halt, egal ob 50ml oder 150ml. In Summe bekommt sie am Tag ca. 500ml Muttermilch und 300ml Pre, das ist aber je nach Tagesform sehr unterschiedlich. Wenn mein Sohn einen Schub hat und alle zwei Stunden beide Brüste leertrinkt ist es nochmal deutlich weniger. Die Flasche nimmt er von mir nämlich nicht. Alle paar Wochen überfällt mich das schlechte Gewissen mal wieder, dass ich meine Tochter benachteilige, aber dann bekommt sie extra Kuscheleinheiten und ich beruhige mich wieder. Kinder haben eben auch schon wenn sie so klein sind einen eigenen Kopf! Es ist sehr schwer sich da zu entspannen, ich drück dir die Daumen dass es dir bald gut damit geht!
    Zum Rezept: Meine Krankenkasse hat den Kauf einer Medela Pumpe voll übernommen. Ich habe einfach nachgefragt. Die Mietkosten bei meiner Apotheke waren 80€ im Monat, eine Pumpe zu kaufen kostet 180€. Das habe ich ihnen geschrieben und mir von meiner Frauenärztin ein Rezept ohne das Wort „Verleih“ geben lassen. Hat sie nach Erklärung auch problemlos gemacht. Damit bin ich zur Apotheke, die haben einen Kostenvoranschlag an die Kasse geschickt und eine Woche später war meine eigene Pumpe da. Vielleicht auch für euch noch eine Option?

  7. Uiuiui – ein Glück ist mir das bis jetzt noch erspart geblieben. Ich wünsche dir viel Kraft und Ausdauer!
    Wenn du Ablenkung brauchst, kannst du gerne in meinem neuen Blog zum Thema „Studium mit Kind“ stöbern. Ich freue mich über deinen Besuch.

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