Endlich, ein Antwortpost.

Erst einmal ein dickes Dankeschön. Zu meinem vorletzten Post erreichten mich so viele Anregungen, Tipps, Kommentare…Wow! Und auch die Muc veröffentlichte eine sehr ausführliche Antwort, danke! Hier hat sich ein bisschen was verändert. Ich fühle mich tatsächlich nicht wohl, wenn es nicht ordentlich und sauber ist. Ich kann da auch nicht über meinen Schatten springen, es ist unabänderlich. Die Zeit mit M. und A. ist mir aber auch wichtig. Die Lösung: Der Wundermann und ich haben uns durchgerungen, eine Putzfee zu engagieren. Das heißt zwar, dass wir uns noch mal ein bisschen einschränken müssen, aber ihr habt vermutlich recht, das schenkt uns unglaublich viel Zeit. Am Mittwoch kommt unsere neue Putzfee zum ersten Mal, ich bin aufgeregt deswegen. Ein bisschen komisch fühlt es sich nämlich schon an. Was hat sich noch geändert? Ich lege mich nun Mittags mit hin. Das hat gleich zwei positive Auswirkungen auf unser Leben: A. und M. schlafen viel besser und länger und sind damit prima ausgeruht und ich schlafe auch ein bisschen mehr. Also bessere Laune für alle. Außerdem habe ich mir eine Stunde Haushalt pro Tag  „erlaubt“. Ich nehme mir nicht mehr vor, was ich alles an diesem Tag schaffen will, sondern stelle mir die Eieruhr, erledige nach dem „Wichtigkeitsprinzip“ und höre auf, wenn die Zeit um ist. Wenn die Kinder mich in der Zwischenzeit brauchen, pausiert die Eieruhr. Im Moment spielen sie aber begeistert mit ihren Spieletrapezen und so habe ich tatsächlich ein bisschen Luft dafür. Ich habe mich getraut, mir einen Frisörtermin zu machen. Der ist zwar erst im November, aber: Ich habe Einen! Ich freue mich schon drauf, der Wundermann wird mich begleiten und um die Kinder kümmern, damit ich das volle Programm genießen und zwischendurch stillen kann. M. trinkt mittlerweile abends eine Flasche mit Pre, das tut mir tatsächlich auch gut. Ich versuche derzeit auch A. zu überreden, die lässt sich aber auf dieses Fläschchendings nicht ein. Versucht habe ich bisher verschiedene Sauger, auch solche, wo sie dieselbe Technik wie an der B.rust verwenden kann, Muttermilch statt Pre, um sie überhaupt da heranzuführen, andere Presorten, verschiedene Menschen, die ihr die Flasche geben wollten mit mir in der Nähe oder auch nicht, verschiedene Tageszeiten… Sie will einfach nicht. Gibt’s noch Tipps? Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.

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Hand aufs Herz

Es ist eine große Herausforderung eine Zwillingmutter von vier Monate alten Wundermädchen zu sein. Sie nehmen mich ein, mit Haut und Haar. Sie bestimmen, wann und ob ich schlafe, was, wann und ob ich esse, wo ich hingehe und vor allem wie lange, ob und wann ich dusche, dass ich in der nächsten Zeit wohl nicht zum Frisör gehe und noch so vieles mehr. Mein Garten verwildert, mein Haus ist nie richtig sauber, von den Fenstern wollen wir gerade gar nicht reden. Letzte Nacht stillte ich in der Zeit von 10 bis 6 ganze 9 mal, seit drei Wochen stille ich nachts nicht weniger als sechs Mal. Mein Verstand ist im Dauerdämmerzustand, vorletzte Nacht war ich so verzweifelt, dass ich während eines nächtlichen Stillens weinen musste. Müde, erschöpft, eigentlich möchte ich mich in Embryostellung ins Bett legen und da für zwei Tage bleiben. Und doch sammele ich jeden Morgen ein bisschen Kraft zusammen und bewältige den Tag. Es macht mir auch Spaß, ich lache viel mit den Mädchen, kümmere mich gern. Je mehr ich mich zurück stelle und meine Bedürfnisse ignoriere, desto besser läuft es.

Ich lese während des Tagstillens gern Blogs und bin erstaunt, was andere Mütter noch alles so machen. Nähen, stricken, häkeln, basteln, dekorieren, backen, kochen und nicht zu vergessen die eigene Schönheitspflege. Ich dagegen bin froh, wenn ich etwas Sauberes anhabe, die nötigste Grundpflege erledigt habe und duschen kann, wenn der Wundermann da ist. Den Haushalt erledige ich in den wenigen Kinderschlafpausen, ich putze wenn meine Mutter zur Kinderbespaßung kommt. Der Wundermann kocht oft und kauft ein. Und was mache ich den ganzen Tag? Aufstehen um spätestens sieben, Kinder waschen, wickeln, anziehen, stillen, hoffen, dass sie noch mal ne halbe Stunde schlafen, wenn ja in der Zeit mich waschen, anziehen, frühstücken, Wäsche, dann stillen, Kinder in den Kinderwagen, spazieren, stillen, in den Mittagsschlaf schaukeln, essen, den nötigsten Haushaltskram erledigen, stillen, mit den Kindern spielen, nebenbei Wäsche falten und wegräumen, den Wundermann begrüßen, duschen, essen, stillen, dringende Haushaltsdinge erledigen, die noch nicht geschafft wurden, Haare fönen während der Wundermann die Kinder bettfein macht, fix aufräumen und dann die Kinder in den Schlaf begleiten. Manchmal noch mal aufstehen und Wäsche anstellen (mit Startvorwahl). Und dann ist der Tag schon rum. Nachts bleibt mir dann nur, die anderen Mütter zu bewundern und dankbar zu sein, dass meine Töchter nicht noch zusätzlich Quengelweinkinder sind. Und ganz leise flüstert eine Stimme: Du schaffst es einfach nicht. Du solltest es sauber und ordentlich haben, nähen, basteln, dekorieren, kochen und noch so viel mehr. Hand aufs Herz: Wie macht ihr das nur? Ich schaffe es nicht.