30.

Guten Morgen, liebe 30. Nun bist du da. Eine Zahl, die ich mir früher nie für mich vorstellen konnte und nun? Guten Tag, ich bin Emma Wunder, 30 Jahre alt, Mutter und Ehefrau, Heilerziehungspflegerin in Elternzeit. Das klingt so gar nicht nach mir, und doch bin ich das Alles. Das liest sich komisch und fühlt sich auch so an.

Bin das ich? Ich lebe das jeden Tag und doch wirkt es gelesen so, als müsse es das Leben einer anderen Frau sein. So Vieles, was ich mir als Jugendliche für mein Leben wünschte, wurde nicht wahr. Studieren nach dem Abi für die große Karriere? Habe ich dann doch gelassen. Ich entschied mich nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr für einen Job, der weder die große Karriere, noch das große Geld oder gesellschaftliches Ansehen bietet. Aber ich liebe diesen Job und liebe die Menschen, mit denen ich dort arbeiten darf. Und auch ein paar andere Pläne scheiterten, zum Glück. Kinder? Wollte ich nie, bis ich den Wundermann traf. Ein so spießiges Leben als Ehefrau und Mutter mit Haus, Hund und Katze führen? War für mich eine Horrorvorstellung.  Bis zum Wundermann.

Heute vor einem Jahr machten wir einen Geburtstagsausflug zu den Externsteinen. Dort warf ich eine Münze und wünschte mir so sehr Mutter werden zu dürfen. Das hätte mein 17jähriges Ich sich niemals vorstellen können.

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Einen Tag später fand dann DIE Punktion statt, 35 Wochen und einen Tag später durfte ich M. und A. in meinem Leben begrüßen.

Hallo. Ich bin Emma. Ich bin 30 Jahre alt, Mutter, Ehefrau, und noch so viel mehr. Und vor allem bin ich eins:
Glücklich.

Mal wieder ein Stillpost.

M. und A. sind jetzt 15 Wochen alt und ich stille immer noch voll. Schon lange wollte ich euch zum Thema ein Update geben, aber (wie das eben so ist) es kam dauernd etwas dazwischen. Jetzt aber!

Meine Hebamme, das Goldstück, hatte mit ihrer Vorhersage Recht, nach etwas über 6 Wochen war der Anfangsspuk vorbei. M. und A. tranken schneller und effektiver, das Anlegen hörte auf zu schmerzen, es wurde tatsächlich noch schön. Und das ist es noch. Denn noch stille ich voll. Allerdings plane ich eine Mahlzeit am Tag auf Pre umzustellen, sobald sie vier Monate alt sind. Das ist der Zeitpunkt, an dem ich keine HA-Nahrung mehr geben muss, die mögen sie nämlich nicht (mehr). Ich bin gespannt, was sie zu normaler Pre sagen.

Dauernd werde ich gefragt, wie lange ich noch stillen will. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich will auch keinen Zeitpunkt festlegen, sondern einfach schauen, wann ich nicht mehr will. Letzte Woche war ich nah dran, als die Milchkanäle beschlossen sich zu verschließen und ich einen schlimmen Milchstau hatte. Ich bekam die Kinder nicht satt, weil eine Seite komplett ausfiel und meine eingefrorenen Vorräte schnell zu Ende waren und es war wirklich schmerzhaft. Aber dann lief es wieder (nach zwei Tagen) und ich habe das Stillen noch mal mehr genossen.

 

Also, durchhalten lohnt sich. Stillen wird irgendwann schön.

Dinge, die ich als Mutter perfektionierte

1. Dinge verlegen, die ich gerade wirklich, wirklich brauche.

2. Multitasking: Stillen, mit dem Fuß die Federwiege mit dem anderen Kind wippen, dabei singen und twittern.

3. Das Haus in minutenschnelle besuchsfein zu machen, es sieht sauber und ordentlich aus und nur ich weiß, dass da mehr Schein als Sein ist.

4. Schlaf. Ich kann in jeder Situation, Lage und Zeit schlafen. Wie auf Knopfdruck.

5. Zeit sinnvoll nutzen. Kein Weg umsonst,immer etwas nebenbei erledigen. Z.B.: Ich muss ins Bad? Auf dem Weg dahin sämtliche Schmutzwäsche einsammeln und in den Wäschekorb bringen.

6. Kochen: Schnelle Gerichte, die trotzdem ausgewogen und gesund sind.

7. Gut in Gammelklamöttchen aussehen. Behauptet zumindest der Wundermann, wenn er mich mit zerzausten Zopf, bespucktem Wundermannshirt und sexy Jogginghose sieht. Nicht zu vergessen die Augenringe und die wahnsinnig schlechte Haut momentan.

8. Raum für mich schaffen. Drei Minuten so nutzen, dass ich mich besser fühle.

9. Auf meinen Instinkt hören. Und nur darauf.