Von Säbelzahntigern, Brüllmücken, Fressraupen und anderen Ungeheuern

Die Wundermädchen sind nun vier Wochen und sechs Tage alt, die Zeit rast. Bald sind sie schon groß, meine süßen kleinen Fressraupen. Ja, das sind sie: Fressraupen. Sie wollen an die Brust, immer und ständig. Da trinken sie auch tatsächlich, nuckeln erlaube ich nicht, zum Wohle meiner geschundenen B.rustwarzen. Außerdem nehmen sie gigantisch zu, M. hat in einer Woche 300g zugenommen, A. 250g. Das ist viel, sagt die Vertretungshebamme. Ich finde, dass sie mit 3200g (A.) und 3340g (M.) zwei Wochen nach ET genau richtig sind.

Das Stillen. Fronleichnam hatten die kleinen Fressraupen so einen Tag, an dem sie ununterbrochen gestillt werden wollten. Und mit ununterbrochen meine ich ununterbrochen. Während ich das eine Kind stillte, schrie das Andere. Tandemstillen funktioniert immer noch nicht, so war ich mehr als dankbar, dass der Wundermann da war um das schreiende Kind zu trösten. Abends waren wir alle total fertig, bei mir liefen dann irgendwann auch hemmungslos die Tränen, ich wünschte mir so sehr eine Pause. Und plötzlich war der Spuk vorbei, ich hatte himmlische zwei Stunden Pause und danach hatten sie einen zeitversetzten drei-Stunden-Rhythmus. Das bedeutete zwar wenig Schlaf für mich, aber es war trotzdem stressfreier, weil nicht ständig ein weinendes Kind im Hintergrund war. Freitags hatte ich dann allerdings wunde, kaputte B.rustwarzen, die ich vermutlich dem Dauerstillen in Verbindung mit dem Stillhütchen zuschreiben kann (ja, M. braucht es immer noch). Die wurden über das Wochenende natürlich nicht besser, sondern schlimmer. Trotz M.ultimamkompressen, Zinnhütchen und viel frischer Luft. Also rief ich die Vertretungshebamne an (ich mag sie nicht so gern, deswegen habe ich es zuerst mit altbewährten Mitteln selbst versucht) und bat sie sich das anzusehen. Sie kam, laserte und führte mit mir ein langes Gespräch übers Stillen. Sie riet mir jeweils eine Mahlzeit von Jeder durch Prenahrung zu ersetzen, zumindest für eine Zeit. Sie führte verschiedene Argumente auf: Zum Einen verliere ich nach wie vor rasend schnell Gewicht (gesund essen, stillfreundlich dazu, keine Schokolade… Das mit der Kalorienzufuhr ist ein kniffliges Thema, vor allem, wenn man nicht den halben Tag Zeit zum Essen hat), dann bekomme ich höchstens eine Stunde Schlaf am Stück und meine B.rustwarzen brauchen dringend Zeit zur Regeneration.  Ich bin außerdem nicht bereit meinen Kindern einen vier-Stunden-Rhythmus aufzuzwingen um ausreichend Pausen zu haben, sie dürfen essen wenn sie Hunger haben.  Die Hebamme glaubt, dass ich nicht mehr lange durchhalten würde und dann vielleicht ganz abstillen muss. Also nahm ich mir das zu Herzen und ersetzte eine Mahlzeit, denn die Rhythmusvariante kommt erst recht nicht in Frage. Aber wohl fühlte ich mich damit ganz und gar nicht. Meine Kinder im Arm zu halten und die Flasche zu geben fühlte sich einfach nicht gut an. Da nun alles gut verheilt ist stille ich ab heute wieder voll, obwohl die Wundermädchen mit Prenahrung  nur einmal pro Nacht hungrig waren und ich so viel Schlaf hatte. Ich bin für diese Fläschchensache einfach noch nicht bereit.

Wusstet ihr, dass Säuglinge noch den Urinstinkt besitzen, nicht abgelegt werden zu wollen, weil man sonst von wilden Tieren gefressen wird? Bei A. scheint das sehr ausgeprägt. Sie braucht ständigen Körperkontakt und schreit sich in Rage wenn ich nicht in Sichtweite bin. Das Tragetuch rettet uns über den Tag. Ständig erzähle ich ihr, dass kein Säbelzahntiger in Sicht ist und sie keine Angst haben muss. Sie lässt  sich davon aber nicht überzeugen, wählt zur Sicherheit den Brüllmückenmodus und scheint an mir festwachsen zu wollen.  Wenn sie kein Zwilling wäre… Aber so ist das enorm anstrengend. Ich muss mich schließlich auch um M. kümmern, was immer zu viel Geschrei führt.  Hoffentlich wird das bald besser…

(Dieser Post wurde vom Smartphone während des Stillens über zwei Tage verteilt getippt. Tippfehler, wie immer, bitte ignorieren…)