Das Stillen und ich

Ich stille die Wundermädchen voll. Die Muc zum Vorbild, die es nun fünf Monate geschafft hat ihre Jungs voll zu stillen war ich hochmotiviert, das auch zu tun. Und auch hier ist das wieder so ein Thema, dass die Gemüter bewegt, ähnlich wie das Thema Kaiserschnitt. „Du stillst? Wären Fläschchen nicht einfacher?“

Die Wundermädchen sind nun elf Tage alt. Und ja, Fläschchen wären in der Tat einfacher. Ich verbringe viel, viel Zeit mit Stillen. Ein Kind braucht ungefähr 30min bis es satt ist, manchmal 45min. Dann müssen sie zwischendrin noch gewickelt werden, das macht der Wundermann zur Zeit. Das dauert wiederum etwa 15min pro Kind. Also kann ich ab nächster Woche, wenn der Wundermann wieder arbeiten geht, ungefähr mit 2Stunden pro Stillmahlzeit rechnen. Wenn es gut läuft. Denn Stillen ist nicht sooo einfach, zumindest nicht hier.

A. ist ein prima Anfängerkind. Schon im Kreißsaal wusste sie von ganz allein wie das mit dem Stillen funktioniert. Und bis heute sperrt sie ganz weit ihr Mündchen auf wenn sie mich sieht und Hunger hat. Deswegen nenne ich sie gern „Schnappfisch“. Das Anlegen klappt von allein, vermutlich würde sie auch Kopfüber trinken wenn sie nur so an die Brustwarze kommt. Das Anlegen an sich ist jedoch noch immer schmerzhaft, ich muss jedes Mal irgendwo ‚reinbeißen, um nicht zu schreien. Tränen sind auch schon geflossen. Aber nach ca. 30sec ist das wieder in Ordnung und ist herrlich unkompliziert.

M. dagegen ist ein Kind für Fortgeschrittene. Schon im Kreißsaal hatte sie Schwierigkeiten, was das Anlegen betraf. Die Hebamme lag mit uns im Bett um ihr zu zeigen, wie das geht. Als das Anlegen geschafft war, trank sie gut. Und das zieht sich durch bis heute. Im Krankenhaus musste ich zu jedem Anlegen eine Schwester rufen, weil ich es mit ihr allein nicht geschafft habe. Irgendwann meinte eine Schwester, dass sie mir nicht helfen können und ich eigentlich alles richtig mache. Sie brachte uns ein Stillhütchen, was das Anlegen sofort erleichterte. Seitdem biete ich ihr trotzdem bei jeder Stillmahlzeit die Brust ohne Hütchen an, weil sie nicht so gut zunimmt wie sie sollte und das liegt vermutlich am Stillhütchen. Es klappt aber leider nur selten, dass sie ohne trinkt. Nun brachte mir meine Hebamme gestern größere Stillhütchen mit, damit M. lernt ihren Mund weiter aufzumachen. Nun lasse ich sie zuerst am Stillhütchen ein paar Züge trinken, nehme sie dann ab und schiebe ihr schnell die Br.ustwarze in den Mund. Das klappt wenn sie nicht zu hungrig ist, ansonsten ist sie sehr ungeduldig. Wenn das mit dem Trinken nicht klappt, streckt sie sich, fuchtelt wütend mit den Armen und schreit die B.rust an. Deswegen heißt sie hier auch oft Fräulein Fuchtelarm. Bei M. kann es also durchaus mal eine halbe Stunde dauern bis sie trinkt. Das ist ziemlich nervenaufreibend und erfordert jede Menge Geduld. Dann finde ich es oft nicht so gut, dass ich das allein schaffen muss und keine Pause haben kann.

Trotz allem stille ich sehr gern und ich genieße es auch. Wie lange ich aber stille, weiß ich noch nicht. Teilstillen wäre vielleicht eine Option. Dafür muss M. aber erst lernen, wie das mit der B.rust geht, sonst verwirre ich sie mit dem Fläschchen noch mehr. Mal sehen wie es so wird wenn ich allein bin.

Ich habe von euch so viele Tipps wegen meiner wunden Brus.twarzen, danke. Meine Hebamne gab mir vor zwei Tagen Zinnhütchen, die ich aufsetze, darin sammelt sich dann Muttermilch. Ich sage euch, das sind wahre Zauberhütchen, denn schon nach der ersten Nacht war alles viel besser. Muttermilch ist das beste Heilmittel, ich sag’s euch. 🙂

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4 Kommentare zu “Das Stillen und ich

  1. Respekt, 2 Babys stillen ist sicher ein gutes Stück Arbeit..
    Ich kann dich allerdings nur beruhigen: Fläschchen geben ist so viel entspannender wie ein Kaiserschnitt schmerzfreier ist. Wirkt auf den ersten Blick so, hat aber nen riiiiesen Rattenschwanz! Schon mit nur einem Baby bin ich gefühlt stundenlang damit beschäftigt (gewesen), Fläschen waschen, vaporisieren, Wasser abkochen, abfüllen, Milch anrühren, Temperatur kontrollieren und dann wieder angleichen (abkühlen, aufwärmen) – alles während im Hintergrund ein im Bestfall schon empört plärrendes Baby den Marsch bläst.

    Ich hab natürlich keine Ahnung wie anstrengend das Stillen mit 2 ist, aber bei einem Baby find ich: auch lange Stillen ist weniger Aufwand als Fläschchen geben – die trinken das übrigens auch nicht schneller, wenn die Tropfgeschwindigkeit richtig angepasst ist, bzw sollen nicht signifikant schneller sein als bei Brust; das Andocken ist klar viel einfacher, aber ich bin mir sicher dass die MrsMinifuchtel das auch bald hinbekommt und die Brustwarze schon aus 5cm Entfernung inhaliert 😀 Achja, und dieses Gefühl aufschreien zu müssen beim Andocken ist ganz ganz ganz bald vorbei, versprochen!!

    Alles Gute weiterhin!

  2. Also wirklich, du machst das toll! Aus meiner Erfahrung kann ich dir folgendes sagen:

    1.) Diese 30 Sekunden Mega-Schmerz am Anfang sind normal, das habe ich auch sogar jetzt noch manchmal. Manche Kinder saugen wohl vorsichtig an und ziehen dann erst kräftig, meine bieden ziehen sofort kräftig – das schmerzt wie Hölle. Aber wie du schon sagst, nach kurzer Zeit fließt die Milch und alles ist gut.

    2.) Das Problem was du mit M. hast hatte ich mit Emil auch. Er konnte zwar trinken, hat aber die Brustwarze nicht in den Mund bekommen. Meine Osteopathin hat mir dann einen wundersamen Tipp gegeben, der sofort gewirkt hat und Emil und mir beigebracht hat, schnell, einfach und unkompliziert ohne Stillhütchen zu trinken (wobei ich mit ihm die Ernährungsreihenfolge Magensonde – Fläschchen – Stillhütchen – Brustwarze durch habe): Den kleinen Finger ganz vorsichtig in den Mund vom Baby schieben, unter die Zunge. Rechts und links vom Zungenbändchen jeweils sanft 3-4 Sekunden drücken. Das findet das Baby in dem Moment unerhört und brüllt entrüstet. Danach ist aber der Saugreflex so stimuliert, dass (zumindest Emil) sofort angelegt wurde und ruck zuck lief die Milch. Vielleicht versuchst du das mal vorsichtig?

    3.) Ich gebe seit gestern Fläschchen und lass dir eins gesagt sein: Stillen ist VIEL einfacher und VIEL unkomplizierter als Fläschchen zu geben. Abgesehen von dem Argument, dass du nicht immer körperlich anwesend sein musst (was sich durch eine Milchpumpe lösen lässt) hast du immer sterile, wohltemperierte Milch dabei und kannst sofort reagieren. Fläschchen bedeuten Wasser abkkochen, abkühlen lassen, Pulver abmessen, Fläschen anschütteln, Fläschchen abkühlen lassen. Endlich Füttern (bis dahin hast du schon ein Kreischkonzert im Kanon) und danach die Fläschchen auswaschen, spülen, wässern und natürlich auskochen. Und steril lagern, nicht zu vergessen. DAS dauert LOCKER 2 Stunden, bei zwei Kindern, und macht – mir zumindest – viel, viel weniger Spaß. Zudem ist das Pulver schweineteuer und sofort alle, bei zwei Kindern. Ich habe gestern angefangen und schon 1/3 der Packung verbraucht, die 11 Euro kostet. Ich rechne jetzt mal nicht weiter…

    4.) Fräulein Fuchtelarm kannst du vielleicht etwas helfen, wenn du sie puckst zum stillen. Dann kann sie sich in Ruhe auf die Brustwarze konzentrieren und ist nicht durch ihre eigene Fuchtelei und Randale abgelenkt? Kannst du ja mal ausprobieren.

    5.) Bitte, bitte sei schlauer als ich und sorge von Anfang an für ausreichend Nährstoffe für DICH. Eisentabletten (Kräuterblut, Floradix) und CeTeBe sowie Femibion für die Stillzeit kann ich nur empfehlen, dann bist du gewappnet für das, was auf dich zukommt. Und viel, viel Kuchen und Torte! 🙂

    Emma, ich freu mich riesig dass alles so gut läuft. Das mit dem Stillen ist eine Mammutaufgabe, der du dich stellst, das ist großartig. Mach dich nicht fertig wenn es nicht klappt aber gib auch nicht gleich auf, denn Zwillinge stillen kostet viel Nerven und vor allem Disziplin. Oft war ich an dem Punkt wo ich gedacht habe ‚jetzt reicht’s, ihr kriegt jetzt die Flasche, ihr Monsterchen!‘ und eine Stunde oder auch einen Tag später war ich froh, nicht aufgegeben zu haben. Was auch noch auf dich zukommt sind die Wachstumsschübe, in denen sie plötzlich MEHR Milch wollen als üblich. Vielleicht pumpst du vorab schon ein wenig Milch und frierst sie ein – dann kannst du dich über diese Zeiträume retten. Denn sonst schimpfen sie, bis die MIlch nachproduziert wird – was zwei, drei Tage dauern kann.

    Und wenn du noch Fragen hast, dann melde dich immer gern auch per Email direkt bei mir, vielleicht kann ich nicht immer schlaue Tipps geben, aber auf jeden Fall moralische Unterstützung!

    Alles Liebe,

    deine Muc

  3. Ich finde dich ganz ganz klasse!
    Du machst das so toll, du hast eine Gelassenheit die beneidenswert ist.
    Ich kann natürlich nicht sagen wie es mit zwei Babys ist und jedes Baby ist auch anders, aber hier wurde das Stillen mit der Zeit immer leichter und vor allem schneller. Anfangs dauerte das Anlegen auch, aber je älter ein Baby wird desto einfacher ist das dann erstmal.

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