Eine Herzensangelegenheit.

Heute mal ein ernsterer Post, der mir sehr wichtig ist. Es geht um erste Hilfe. An diesem Wochenende habe ich, leider nicht zum ersten Mal, erlebt, wie wichtig es ist, erste Hilfe leisten zu können. Ich will euch grob erzählen, was passiert ist.

Vor fünf Wochen verstarb der Vater meiner Herzfreundin, ganz plötzlich und unerwartet. Ob es an einem Herzinfakt oder an einem Schlaganfall lag, wissen wir nicht. Er wurde zu spät gefunden und konnte nicht gerettet werden. Es hat uns alle sehr getroffen, besonders natürlich die Familie. Die Herzfreundinmutter ist nach außen immer eine sehr starke Frau, immer für alle da und der Mittelpunkt ihrer Familie. So war es auch in dieser schweren Zeit. Nun war es so, dass ein paar Freundinnen sich Freitag Abend bei der Herzfreundin einfanden, sie braucht im Moment einfach liebe Menschen um sich. Und heute kann ich nur sagen: Gut, dass wir dort waren. Die Familie lebt auf einem großen Hof, 4 Generationen von Uroma bis Enkel. Jede Familie hat eine abgeschlossene Wohneinheit, verbringt aber auch viel Zeit gemeinsam. So saßen wir also bei meiner Herzfreundin, als wir plötzlich gerufen wurden, weil mit der Mutter was nicht stimme. Wir fanden sie leblos auf dem Sofa, ganz grau, mit blauen Lippen und ohne Farbe im Gesicht. Wir waren zehn Personen, wovon die Meisten wie erstarrt waren, weil sie nicht wussten, was zu tun ist. Nur zwei handelten, jedoch falsch. Freundinnen haben versucht, mich vom Ort des Geschehens wegen meiner Schwangerschaft fernzuhalten. Als ich hörte, was sie da machten, drängelte ich mich trotzdem durch. Da ich eine Wiederbelebung nicht durchgehalten hätte, habe ich dann die nötigen Anweisungen gegeben, so dass wir die Zeit bis zum Eintreffen des Krankenwagens helfen konnten. Die Notärztin sagte uns hinterher, dass sie der Herzfreundinmutter ohne diese Maßnahmen nicht mehr hätte helfen können.

Ich habe eine pflegerische Ausbildung und werde zum Glück regelmäßig geschult, so dass ich das Gelernte gut abrufen konnte. Ich musste es Gott sei Dank noch nie vorher anwenden. Bei allen Anderen, die da waren, stellte sich heraus, dass deren Erste-Hilfe-Kurse ziemlich lange her waren und sie sich einfach unsicher waren. Es wurde uns bewusst, wie wichtig es ist regelmäßig einen Kurs zu besuchen, damit man im Ernstfall helfen kann. Denn oft entscheiden nur wenige Minuten über Leben und Tod. Wir werden bald gemeinsam einen Auffrischungskurs machen und dann hoffentlich regelmäßig. Und ich kann nur an alle appellieren: Frischt das Gelernte regelmäßig auf. Wer weiß, wann ihr es braucht.

Der Zustand der Herzfreundinmutter ist weiter kritisch. Wir müssen weiter für sie hoffen und gute Gedanken schicken.

(Ab sofort bin ich meinem Arbeitgeber dankbar, dass er uns regelmäßig zu langweiligen Kursen schickt. Ich werde mich nie wieder darüber beschweren oder stöhnen. Denn mein letzter, selbstbezahlter Erste-Hilfe-Kurs liegt auch bereits 12 Jahre zurück und ich hätte ohne diesen Job mit Sicherheit auch keine Auffrischung gemacht.)

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5 Kommentare zu “Eine Herzensangelegenheit.

  1. Hallo meine Liebe,
    dies wird auch bald ein Thema auf meinem Blog, es geht aber diesmal um erste Hilfe am Säugling / Kind.
    Oft lernt man das ja nie wirklich ausser man arbeitet mit Kindern zusammen.
    Liebe Grüsse

  2. Kannst Du bitte mal kurz erläutern, wie man in einem solchen Fall hilft? Ich würde eine Herzdruckmassage machen, zum Rhythmus von „Staying alive“, das habe ich kürzlich gelesen. Aber ob das ausreicht???

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