Aufgrund einiger technischer Schwierigkeiten, der Fülle an mitzuteilender Informationen und der Not per Smartphones zu bloggen…

… gibt es heute einen „Etwas-Anders-Post“, eben geballte Neuigkeiten in Kurzfassung.

Technische Schwierigkeiten: Seit ca 2 Wochen sind wir schon wieder ohne Internetanschluss zu Hause. Wir haben vermutlich den großartigsten Anbieter der Welt, an den wir, Gott sei Dank, vertraglich noch ein Jahr gebunden sind (Ironie aus), dank dem wir regelmäßig auf Internet verzichten müssen. Und weil die heute neu gelieferte Hardware nicht den gewünschten Erfolg brachte, tippe ich nun fleißig einen Post ins Smartphone.

Mitteilungsbedürftige Neuigkeiten: In der 30. SSW, genauer: 29+4, waren wir zur Vorsorge. Das ist nun schon zwei Wochen her. Beide wogen zu dem Zeitpunkt ca. 1200g und auch alle anderen Werte waren bilderbuchmäßig.

Gestern waren wir im Krankenhaus „Notfallplan“ und waren sehr zufrieden. (An der Pforte wurde ich folgendermaßen begrüßt: „Kommen Sie zur Entbindung?“ Jaha, sooo groß ist der Bauch schon…) Sie wogen gestern jeweils 1600g, haben also in zwei Wochen 400g zugenommen. M., der führende Zwilling, liegt brav weiter in Schädellage, A. liegt gerade in BEL. So, wie es jetzt aussieht, dürfte ich dort eine spontane Entbindung versuchen. In zwei Wochen wollen sie mich erneut sehen, um nachzugucken, ob die Damen immer noch brav sind. Spätestens in der 38. SSW würden sie eine Geburt einleiten wegen der Gefahr der Gebärmutterüberdehnung. In diesem Krankenhaus hätte ich ein Riesenteam im Kreissaal, was ich aber für den Versuch einer natürlichen Entbindung gern in Kauf nehme (anwesend wären definitiv zwei Ärzte, vielleicht ein Assistenzarzt zum Lernen, eine Hebamme mit Schülerin und ein Narkoseteam für den Ernstfall). Mein Lieblingsplan ist jedoch weiter die Geburt mit meiner Hebamme.

Meine beiden Wundermädchen werden jeden Tag merklich kräftiger. Ich kann ihre munteren Phasen nicht mehr überschlafen, sie lieben schmerzhafte Spiele mit meinen Rippen und ich bin total verliebt in meinen zappelnden, wellenschlagenden Bauch.

Liebe M.,

du hast scheinbar einen Narren an deinem Vater gefressen. Wenn er seine Hände auf den Bauch legt, streckst du dich so entgegen, dass du richtige Beulen in den Bauch machst. Wenn er dann deinen Rücken krault, zappelst du begeistert mit Armen und Beinen und bemühst dich, deinen Rücken noch mehr gegen die Bauchdecke zu strecken. Du liebst es wenn ich (laut und falsch) singe, auch dann wird fleißig getanzt. Du spielst oft mit uns; wenn wir dich stubsen, stubst du fleißig zurück. Du bist sehr munter und reagierst mittlerweile nicht mehr verschreckt, wenn fremde Hände am Bauch sind. Wir sind unglaublich verliebt in dich.

Liebe A.,

dein liebstes Hobby ist nach wie vor Salto schlagen in meinem Bauch. Du reagierst stark auf Geräusche, zappelst aufgeregt wenn dein Vater mit dir spricht oder ich singe. Du hältst ganz still wenn du angefasst wirst und stubst dann nur zaghaft gegen die streichelnde Hand. Du bist eher vorsichtig, und es ist so wundervoll wenn du deine Saltos schlägst, weil du mittlerweile den ganzen Bauch zum Wackeln bringst wenn du das tust. Musik entspannt dich, du wirst dann immer ganz still. Schon jetzt hast du einen Rhythmus, du bist immer zwischen 19 u. 21 Uhr und zwischen 2 und 5 Uhr wach. Ich bin es dann auch, weil deine Saltos mich nicht schlafen lassen. Ich streichle dich dann immer fleißig und hoffe, dass du die Liebe, die wir zu dir empfinden, auch spürst.

Liebe kleine Wundermädchen,

unsere Freude auf euch ist unfassbar groß. Die Sehnsucht wächst von Tag zu Tag. Bald seid ihr da und stellt unser Leben auf den Kopf. Wir können uns nichts Schöneres vorstellen.

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Geburtsvorbereitungskurs, Nestbautrieb mal anders und Alltagssalat

Gestern ging es los, der Geburtsvorbereitungskurs. Wir hatten zwei Stunden, um uns kennenzulernen und zu erfahren, was uns in den nächsten Kursstunden erwartet. Insgesamt treffen wir uns sieben Mal, vier Mal dürfen die Partner dabei sein, wenn sie wollen. Wir sind ein gemischtes Trüppchen von 26 bis 42, dass die unterschiedlichsten Kinderwunschgeschichten mitbringt. Ich glaube, dass wir uns gut verstehen werden, ein paar von ihnen kannte ich schon aus dem Yogakurs. Eine Dame ist allerdings dabei, wo ich noch nicht weiß, wie ich sie finden soll. Nachdem ich grob von mir und der langen Kinderwunschgeschichte erzählt hatte und ich sowohl von den vielen Untersuchungen, Ängsten und allem was dazu gehört erzählt hatte, stellte sie mir doch ernsthaft die Frage, wie ich das denn finden würde Zwillinge zu bekommen. Etwas Schrecklicheres könne sie sich gar nicht vorstellen. („Findest du das etwa gut mit den Zwillingen? Schlimmer geht es ja kaum!“) Vielleicht bin ich empfindlich in diesem Punkt, aber was für eine Antwort hat sie da bitteschön erwartet? Weil wir uns aber zum ersten Mal gesehen haben, habe ich nicht impulsiv wütend geantwortet, sondern war sehr höflich. Gnarx. (Zwei kleine Wundermädchen wohnen in mir, sie sind aus mir und dem Wundermann entstanden und ich liebe sie schon jetzt. Ich bin in der 30.SSW und ich spüre sie ständig. Da wächst endlich Leben in mir, wie könnte ich da unglücklich sein?) Ihr habe ich aber nur die Kurzversion der Antwort gegönnt: „Wir können uns kein größeres Glück vorstellen.“ („Echt?! Also ich wollte das nicht!“) Tja… Was soll man dazu noch sagen… Ich bin gespannt, ob mein erster Eindruck von ihr bleibt oder ob sie mich noch positiv überrascht…

Gerade bin ich eh in so einer merkwürdigen Stimmung. Ich schlafe immer schlechter, das Wetter nervt mich unglaublich, ich weiß nicht, was ich bald anziehen soll, denn meine Umstandssachen werden zu klein (nur der Bauch wächst unaufhörlich, ansonsten habe ich noch meine alte Kleidergröße) und es wird sowas von Zeit für Frühling, denn ich befürchte auch meine Schwangerschaftsjacke passt nicht mehr wirklich lange (zwei Wochen noch, schätze ich. Vorausgesetzt ich wachse in dem Tempo weiter…). Mein Becken bereitet mir immer wieder Schmerzen, Dinge aufheben wird zum Kunsstück und ich werde immer unbeweglicher und eingeschränkter. Aufgrund des Wetters traue ich mich nicht Auto zu fahren, die Hunderunden beschränken sich auf Asphaltstrassen, weil ich sonst Angst habe zu fallen. Ich mache mir außerdem große Sorgen über die bevorstehenden Wochen. Wird es den Wundermädchen weiter gut in mir gehen? Wie lange werden sie noch in ihrer Bauchwohnung bleiben? Werden sie auf Intensivmedizin angewiesen sein? Das und hundert andere Gedanken treiben mich gerade um. Alle fragen mich, ob ich nicht Angst vor dem neuen Alltag habe, der mich erwartet. Aber das habe ich komischerweise gar nicht. Ich weiß doch noch gar nicht, was das für kleine Wundermenschen sind und ob sie es mir leicht oder schwer machen. Weshalb sollte ich mich also jetzt schon verrückt machen?

Schwangerschaftswoche 30. Wow. Schon bald sind wir zu viert. Dem Wundermann scheint das auch auf einmal klar geworden zu sein. Sonntag schaute er sich um und sagte: „Morgen fange ich an das Dachgeschoss auszubauen.“ Dazu muss ich vielleicht erkären, dass wir vor drei Jahren in eine alte Dorfschule gezogen sind, die seit den 50er Jahren nicht saniert wurde. Wir haben hier kernsaniert, in Eigenleistung: neue Wasserrohre, Heizungsleitungen, Strom… Wir haben im Prinzip bis auf die Grundmauern alles heraus gerissen und neu gemacht. Nun wohnen wir nur im Erdgeschoss, dass aber alles bietet, was wir bisher brauchten. Nur ein Kinderzimmer haben wir noch nicht, wäre ja auch erst einmal nicht nötig. Der Wundermann will aber jetzt die Ausbaumaßnahmen abschließen, bevor die Wundermädchen da sind. Ein Riesenprojekt, sag ich euch. Und, anders als zuvor, kann ich nun nicht helfen. Montag morgen rückte hier also ein LKW mit jeder Menge Material an, ein Container wurde gebracht, der Wundermann rief seine Kunden an und sagte, er käme diese Woche nicht und bestellte noch zwei Helfer. Dann ging es los. Abbrucharbeiten und dann der Ausbau. Ich musste ziemlich schnell ziemlich viele Enscheidungen treffen, obwohl ich nicht darauf vorbereitet war, dass es nun plötzlich los geht. Raumaufteilung? Wo sollen Steckdosen, Lampen und Heizungen hin? Einbaustrahler oder normale Anschlüsse? Brauchen wir noch Dachfenster oder ist es so genug Licht? Was für Fußboden? Wie soll verputzt werden? Ich bin gespannt, ob er es wirklich bis zum ET schafft… Aber Nestbautrieb ist Nestbautrieb. Das muss ausgelebt werden, egal wie. Also lasse ich ihn einfach und er strahlt jedes Mal, wenn er etwas allein entscheiden darf…

Eine Herzensangelegenheit.

Heute mal ein ernsterer Post, der mir sehr wichtig ist. Es geht um erste Hilfe. An diesem Wochenende habe ich, leider nicht zum ersten Mal, erlebt, wie wichtig es ist, erste Hilfe leisten zu können. Ich will euch grob erzählen, was passiert ist.

Vor fünf Wochen verstarb der Vater meiner Herzfreundin, ganz plötzlich und unerwartet. Ob es an einem Herzinfakt oder an einem Schlaganfall lag, wissen wir nicht. Er wurde zu spät gefunden und konnte nicht gerettet werden. Es hat uns alle sehr getroffen, besonders natürlich die Familie. Die Herzfreundinmutter ist nach außen immer eine sehr starke Frau, immer für alle da und der Mittelpunkt ihrer Familie. So war es auch in dieser schweren Zeit. Nun war es so, dass ein paar Freundinnen sich Freitag Abend bei der Herzfreundin einfanden, sie braucht im Moment einfach liebe Menschen um sich. Und heute kann ich nur sagen: Gut, dass wir dort waren. Die Familie lebt auf einem großen Hof, 4 Generationen von Uroma bis Enkel. Jede Familie hat eine abgeschlossene Wohneinheit, verbringt aber auch viel Zeit gemeinsam. So saßen wir also bei meiner Herzfreundin, als wir plötzlich gerufen wurden, weil mit der Mutter was nicht stimme. Wir fanden sie leblos auf dem Sofa, ganz grau, mit blauen Lippen und ohne Farbe im Gesicht. Wir waren zehn Personen, wovon die Meisten wie erstarrt waren, weil sie nicht wussten, was zu tun ist. Nur zwei handelten, jedoch falsch. Freundinnen haben versucht, mich vom Ort des Geschehens wegen meiner Schwangerschaft fernzuhalten. Als ich hörte, was sie da machten, drängelte ich mich trotzdem durch. Da ich eine Wiederbelebung nicht durchgehalten hätte, habe ich dann die nötigen Anweisungen gegeben, so dass wir die Zeit bis zum Eintreffen des Krankenwagens helfen konnten. Die Notärztin sagte uns hinterher, dass sie der Herzfreundinmutter ohne diese Maßnahmen nicht mehr hätte helfen können.

Ich habe eine pflegerische Ausbildung und werde zum Glück regelmäßig geschult, so dass ich das Gelernte gut abrufen konnte. Ich musste es Gott sei Dank noch nie vorher anwenden. Bei allen Anderen, die da waren, stellte sich heraus, dass deren Erste-Hilfe-Kurse ziemlich lange her waren und sie sich einfach unsicher waren. Es wurde uns bewusst, wie wichtig es ist regelmäßig einen Kurs zu besuchen, damit man im Ernstfall helfen kann. Denn oft entscheiden nur wenige Minuten über Leben und Tod. Wir werden bald gemeinsam einen Auffrischungskurs machen und dann hoffentlich regelmäßig. Und ich kann nur an alle appellieren: Frischt das Gelernte regelmäßig auf. Wer weiß, wann ihr es braucht.

Der Zustand der Herzfreundinmutter ist weiter kritisch. Wir müssen weiter für sie hoffen und gute Gedanken schicken.

(Ab sofort bin ich meinem Arbeitgeber dankbar, dass er uns regelmäßig zu langweiligen Kursen schickt. Ich werde mich nie wieder darüber beschweren oder stöhnen. Denn mein letzter, selbstbezahlter Erste-Hilfe-Kurs liegt auch bereits 12 Jahre zurück und ich hätte ohne diesen Job mit Sicherheit auch keine Auffrischung gemacht.)

Liebe Wunderwesen,

nun bin ich offiziell seit 201 Tagen schwanger. Ist das nicht unglaublich? Ich kann es bis heute manchmal nicht fassen, was für ein Glück wir haben. Tapfer habt ihr zwei alle Hürden gemeistert. Ihr habt bereits fünf Tage ohne mich gelebt und habt euch dann ein gemütliches Plätzchen in meinem Bauch gesucht. Und ihr seid geblieben. Ihr habt mit mir die ersten Monate der Übelkeit überstanden, habt mir aber ab da eine Schwangerschaft mit nur wenig Zipperlein geschenkt. Die Grippe hat euch überhaupt nicht beeindruckt, ihr wart die ganze Zeit munter obwohl ich so krank war. Ihr seid einfach wundervoll.

Schon jetzt seid ihr so verschieden. Du, liebe M., bist sehr aktiv und turnst viel. Ich spüre dich sehr oft und du reagierst immer promt, wenn ich die Hände auf den Bauch lege. Manchmal habe ich das Gefühl, du spielst mit mir, denn wenn ich in den Bauch stubse, stubst du immer öfter zurück. Du wirst von den Ärzten immer als der führende Zwilling bezeichnet, denn bei wirklich jedem Ultraschall liegst du brav in Scheitel-Steiß-Lage und ein wenig tiefer als deine Schwester. Ich glaube du drehst dich nicht,ich spüre es zumindest nicht. Und ganz ehrlich? Ich finde das gut, denn wenn du dich weiter weigerst diese Position aufzugeben kann ich uns vielleicht einen Kaiserschnitt ersparen. Du magst übrigens fremde Hände am Bauch überhaupt nicht, dann bist du immer sofort ganz still. Auch wenn dein Vater seine Hände auf den Bauch legt, verhältst du dich zuerst ganz ruhig, nach einem Moment strampelst du aber wieder fröhlich und zauberst deinem Vater ein wundervolles Lächeln ins Gesicht.

Du, liebe A., bist ein ruhiges Kind, glaube ich. Ich spüre dich regelmäßig, vor allem wenn du einen Salto machst und deine Lage mal wieder im Bauch veränderst. Du trittst mich selten und im Ultraschall liegst du meist deiner Schwester zugewandt, was mich vermuten lässt, dass sie deine Bewegungen öfter zu spüren bekommt als ich. Du hast häufig Schluckauf, das bringt manchmal sogar meinen Bauch zum wackeln. Nach dem  Yoga bist du immer ganz munter und trittst mich ordentlich – hoffentlich weil es dir gefiel? Dein Vater spricht immer ganz viel mit dir, weil du ihm nicht sehr oft die Freude machst, dass er dich fühlen kann. Dafür muss er immer lachen, wenn du Schluckauf bekommst. Und er hat gedroht dich, wenn du endlich da bist, so lange zu kitzeln, bis du vor Lachen nicht mehr kannst.

Liebe Wundermädchen, schon bald zieht ihr aus eurer Bauchwohnung aus und ich glaube, ich werde euch dort ab und zu vermissen.  Hier ist alles für euch bereit, ihr werdet sehnsüchtig erwartet. Lasst euch aber bitte mit eurem Umzug Zeit, denn jeder Tag in eurer Bauchwohnung ist sehr kostbar. Das wisst ihr aber vermutlich selbst. Egal, wie groß unsere Sehnsucht danach ist euch endlich mit allen Sinnen kennenlernen zu dürfen, sind wir noch dankbarer, wenn ihr euch für einen möglichst langen Aufenthalt in der Bauchwohnung entscheidet. Noch 79 Tage, sagt die App. Wir sind gespannt, wann ihr wirklich da seid.

Wir freuen uns wahnsinnig auf unser neues Leben mit euch.

In Liebe, eure Eltern

Da bin ich wieder.

Der letzte Post ist schon ein Weilchen her und es ist viel passiert. So viel, dass es vermutlich für mehrere Posts reichen würde, aber ich versuche mich einfach mal kurz zu fassen.

Nach meinem Gespräch mit der Hebamme letzten Donnerstag, von dem ich euch im letzten Post erzählte, waren der Wundermann und ich zur offiziellen Kreißsaalbesichtigung im Wunschkrankenhaus mit der Kinderklinik im Anschluss und den 30 min Fahrtzeit. Diese verlief sehr positiv, so dass wir eigentlich dachten, dass es wieder in Frage käme dort zu entbinden. Wir haben im Anschluss noch kurz das Gespräch mit der Hebamme, die uns geführt hat, gesucht und haben sie gefragt ob spontane Entbindungen dort möglich sind (Ja, das seien sie) und wann ich als Zwillingsschwangere mich dort vorstellen und anmelden soll (am Besten rufen Sie direkt morgen an um einen Termin zu vereinbaren), da die 35. SSW, wie sie im Vortrag vorher als der richtige Zeitpunkt empfohlen wurde, mir etwas spät erschien. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen rief ich also an und bekam sofort einen Termin für Dienstag. Das erschien mir schon komisch, denn in der 28.SSW kann noch keiner wissen, wie die Kinder letztlich liegen und ob eine spontane Geburt möglich ist. Aber darüber reden kann man ja mal, nicht wahr? Daher bin ich gemeinsam mit meiner Schwester hin, der Wundermann musste leider arbeiten. Zuerst erwartete uns ein totales Anmeldechaos (alleine das wäre schon einen Blogpost wert…) und dann eine sehr leise, mit ausländischem Akzent sprechende Oberärztin, die ich nur schwer verstehen konnte. Versteht mich nicht falsch, eine nicht deutsch stämmige Ärztin macht mir nichts aus, aber die Kombination mit der Lautstärke machte unsere Kommunikation echt schwierig. Der Untersuchungsraum war nach der vorherigen Patientin nicht aufgeräumt worden, so dass sich noch Blut am Boden befand und das Papier auf der Untersuchungsliege auch nicht ersetzt worden war. Die Ärztin bat mich direkt auf die Liege, so dass ich zuerst selbst das Papier erneuerte. Dann begann sie kommentarlos zu schallen. Sie sprach tatsächlich kein Wort und ich bin meinem Frauenarzt unendlich dankbar, dass er immer so viel erklärt, dass ich die Bilder ungefähr deuten konnte. Sonst wäre ich vor Angst wahrscheinlich durchgedreht. Erst, als ich fragte, ob sie gerade die Babies vermisst, fing sie sehr spärlich an zu sprechen. (Die Beiden waren 37 cm groß und 970 bzw 1040g schwer). Als sie mit der Untersuchung fertig war, wollte sie gehen, aber ich war doch schließlich gekommen um ein Gespräch zu führen und hatte das auch ausdrücklich bei der Terminvereinbarung gesagt. So rief ich hinter ihr her, dass ich eigentlich mit ihr über die verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten sprechen wollte und was in diesem Krankenhaus möglich sei. Die Ärztin kam tatsächlich zurück und setzte sich noch einmal, kommentarlos natürlich. Ich erklärte ihr dann, dass ich mir eine spontane Geburt wünsche und gern wissen würde, wie das KH dazu steht. Die Antwort lautete, dass sie das noch nicht entscheiden könne (verstehe ich, dafür ist es natürlich noch zu früh) und führte diverse Gründe, die für einen Kaiserschnitt sprechen würden, auf und dass dieser dann in der 37. SSW stattfände. Sie wolle mich nun alle zwei Wochen sehen um den Schwangerschaftsverlauf zu beurteilen und würde mir dann in der 35.SSW mitteilen wie ich entbinde. Darüber, wie eine spontane Zwillingsgeburt abläuft und ob es einen Zeitpunkt gibt, an dem sie spätestens einleiten würden, verlor sie kein einziges Wort. Sie ging und da saß ich nun mit meinen 100 Fragen.

 

Am Donnerstag war ich dann wieder bei meiner Hebamme, weil ich mir nicht sicher war, wie ich das alles deuten sollte. Nach dem Gespräch war klar, dass ich nicht dort entbinden werde. Die Gründe dafür sind verschieden. Zum Einen habe ich nicht das Vertrauen hin das Krankenhaus, dass sie mich richtig beraten und überhaupt bereit sind, den Weg mit mir zu gehen, wenn nichts dagegen spricht. Dann finde ich es total unnötig, dort alle zwei Wochen zur Untersuchung dort hin zu fahren, schließlich werde ich hier auch alle zwei Wochen von meinem Frauenarzt untersucht und das Krankenhaus kann eh erst über den Entbindungsweg entscheiden, wenn klar ist wie Beide letztendlich liegen. Ich verstehe die Vorgehensweise dort nicht und fühle mich einfach nicht mehr wohl. Also habe ich mich dagegen entschieden.

Meine Lieblingslösung ist immer noch die Entbindung mit meiner Hebamme, ich werde mich aber noch in einer der weiter entfernten Krankenhäuser vorstellen, falls ein Notfallplan nötig ist.

Tja, alles komplizierter als gedacht. Je näher die Geburt rückt, desto nervöser werde ich. Ich hoffe, ich fühle mich mit dem Notfallplan wohl, wenn ich dort gewesen bin…