Nestbautrieb deluxe

Mein Nestbautrieb besteht nun schon ein kleines Weilchen und jetzt erreicht er neue Dimensionen. Ich habe plötzlich diesen unglaublichen Drang in mir, dass ich alles zusammen haben muss und es auch einsatzbereit ist. Dieser Drang ist mit dem vorherigen Nestbautrieb nicht zu vergleichen. Und er führt dazu, dass mein Konto traurig ist, der Postbote neulich meinte wir wären seine besten Kunden und ich fast alles bereits hier habe, was wir brauchen. Ich kriege Schweißausbrüche, wenn ich daran denke dass der Kinderwagen noch nicht da ist, eigentlich würde ich schon gern die bereits zum Babymarkt gelieferten Autositze abholen (was Quatsch ist, denn der ist in der großen Stadt 50min Autofahrt von hier, und es reicht wenn ich sie hole, wenn auch der Kinderwagen da ist) und dass der Wickeltisch noch nicht fertig zusammen gebaut ist lässt mich Augen rollen. Das Schlimmste daran: Ich weiß, dass der Stress nicht nötig ist, aber mein Verstand schafft es nicht den Drang zu stoppen. Also erliege ich ihm einfach. Tja nun…

Als würde das nicht reichen mache ich mir auch noch schrecklich viele Gedanken über die Zeit, wenn die beiden Wundermädchen endlich hier einziehen. Gerade beschäftigt mich folgende Frage am Meisten: Wir besitzen einen Miezekater und einen kleinen Hund. Wie wird das funktionieren?… Der Hund ist sehr kindererprobt. Sie war von ihrer Geburt an immer mit Kindern jeden Alters zusammen und ist immer sehr geduldig und vorsichtig, Aber nun werden die Wundermädchen nicht nur zu Besuch sein. Das ist für den Hund neu. Wird das Probleme geben? Sollte ich lieber vorher unsere Hundetrainerin bestellen? Oder erst wenn die zwei hier sind? Ich weiß nicht, was richtig ist. Habt ihr Erfahrungen?

Der Kater wird weniger Probleme machen. Er ist Freigänger und sobald das Wetter wieder einigermaßen ist wird er mehr unterwegs als zu Hause sein. Das Haus ist groß und er hat viel Platz um sich zurück zu ziehen.

Tja, alles in allem finde ich mich selbst gerade ein bisschen anstrengend. Hoffentlich habe ich meine To-Do-Liste bald abgearbeitet.

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Ein Nachtrag. Ein sehr nachdenklicher.

Ihr Lieben,

eine unruhige Nacht liegt hinter mir. Mein gestriger Post liegt mir noch schwer im Magen und nun habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich nicht deutlich genug war. Der Post ist auf Maras Frage hin entstanden und stellt meine ganz persönliche Meinung zu meiner ganz persönlichen Situation dar. Ich habe versucht zu beschreiben warum der Wundermann und ich bestimmte Entscheidungen getroffen haben. Dieses Thema ist ein sehr großes, es war und ist mir nicht möglich sämtliche Eventualitäten zu berücksichtigen. Es gibt viele schlimme Geschichten und jede davon ist sehr individuell. Jeder Mensch ist verschieden und muss auf seine eigene Weise zu einer Entscheidung finden. Verurteilen möchte ich niemanden, das steht mir nicht zu. Wie könnte ich das auch? Es ist ein emotionales Thema, auch für mich aus bestimmten Gründen. Das Gesetz, von dem ich gestern schrieb, hat mit Sicherheit eine Daseinsberechtigung. Das habe ich auch nie bestritten.

Es tut mir unglaublich leid, wenn ich Jemanden verletzt habe. Das war nicht meine Absicht.

Und noch etwas  Technisches: Ihr müsst euch nicht anmelden um zu kommentieren, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint. Es ist auch möglich in die Felder z.B. Anonym einzutragen. Kommentare von Lesern, die anonym kommentieren oder zum ersten Mal angemeldet kommentieren, muss ich jedoch erst frei geben. Ihr dürft euch auch hier über meine Meinung ärgern oder offen zu eurer stehen. Solange eure Kritik nicht völlig unter die Gürtellinie geht wird alles veröffentlicht.

(Edit: Torlonia hat Recht. Ihr müsst auch eine E-Mailadresse angeben. Die wird jedoch nicht überprüft, veröffentlicht oder von mir verwendet.)

Fluch und Segen

Heute waren der Wundermann und ich in der großen Stadt im Pränatalzentrum um unsere beiden Wunderwesen noch einmal ganz genau anzuschauen.

Wie immer war ich sehr aufgeregt und habe schlecht geschlafen. Dieser Fluch der „ungewollt Kinderlosen“ verfolgt mich weiter stetig, bis heute finde ich es total irreal, dass ich wirklich schwanger bin und da gleich zwei Mädchen in mir wohnen. Ich hangele mich von Termin zu Termin und warte immer noch darauf, dass da der Haken kommt. Und jedes Mal wundere ich mich, dass ich „ungeschoren“ davon komme. In diesem Zentrum musste ich von unserer Kinderwunschvergangenheit erzählen und mir wurde wieder ganz bewusst wieviel wir bereits erlebt haben, der Wundermann und ich. Und dann war ich wieder so schrecklich dankbar für diese beiden Wunder in mir.

Es wurde sich viel Zeit genommen, die Untersuchung dauerte etwas über eine Stunde. Meine kleinen Mädchen sind so, wie sie sein sollen, es gibt keinerlei Auffälligkeiten. Sie haben die Größe, die auch Einlingskinder zu dieser Zeit hätten, sind bestens per Nabelschnur und Plazenta versorgt, Sie haben jeweils 10 Zehen und Finger, perfekte Skelette und alle Organe arbeiten so wie sie sollen. Welch ein Segen.

Ich bin unglaublich glücklich und dankbar. Sie waren wieder so wundervoll, nuckelten am Daumen, spielten mit der Nabelschnur und lagen ganz nah mit den Köpfen zusammen.

Liebe kleine Wundermädchen,

die Ärztin sagt, ihr müsst nun nur noch wachsen. Ansonsten seid ihr perfekt. Mein Herz schwappt über vor lauter Liebe und ich kann kaum erwarten euch endlich in meinen Armen halten zu können…

Meine Entschuldigung lautet:

Das Internet war kaputt, das böse. So war ich in den letzten Tagen ausschließlich über das Handy online und damit posten ist mir ein bisschen zu anstrengend. Erst recht mit der dörflichen Schneckenverbindung, ohne WLAN dauert hier alles ein bisschen länger… Dafür bekommt ihr zwei Posts heute, okay?

Dieses „Schwanger sein“ strengt mich gerade ein bisschen an. Ich glaube, so viele Sorgen wie in der letzten Zeit habe ich mir noch nie in meinem ganzen Leben gemacht. Und ja, ich meine inklusive der Hormonsausen, wo man schon argwöhnisch genug betrachtet was im Körper passiert. Kein Vergleich zum tatsächlichen schwanger sein, ich sag´s euch. Und Vieles ist so zwiegespalten, z.B. diese Bauch-Sache. Hier ist immer noch Stillstand, der Bauch will einfach nicht wachsen. Einerseits macht mir das Angst, denn zwei Wunderwesen sollten doch ordentlichPlatz brauchen, aber andererseits finde ich es auch ganz gut, denn ich möchte nach der Schwangerschaft einen möglichst hübschen Bauch zurück und da ist es sicherlich von Vorteil, wenn ich nicht so explodiere. Dann die Sache mit den Kindsbewegungen. Ich spüre sie, ja. Aber ich kann nicht unterscheiden ob es Beide sind oder nur Eines, wie sie liegen und ob es ihnen gut geht. Ich bin nun in der 22. SSW, ich dachte, da wäre das Problem längst erledigt… Andererseits: Sie stören mich noch nicht im Schlaf, ich sollte also dankbar sein, dass die Plazenten noch so viel abdämpfen…

So ist das im Moment mit mir, ich bin mit nix zufrieden. Der Wundermann hat schon so nen Satz fallen lassen, dass er sich freut, wenn seine Frau nicht mehr so hormongesteuert ist. Dabei bin ich so ein Sonnenschein…

Überrascht bin ich auch immer über viele Frauen, mit denen ich mich im Moment so unterhalte, vor allem wenn sie bereits Müter sind. Ich berichte dann immer ganz selbstverständlich von den medizinischen Details und blicke sehr oft in ratlose Gesichter. Dass die Plazenta verschiedene Lagen in der Gebärmutter haben kann war fast allen fremd und so geht es mit vielen anderen Dingen auch. Informiert man sich wirklich nur so genau, was alles in einem passiert, wenn man eine längere „Kinderwunschkarriere“ hinter sich hat? Ich weiß es nicht… Vielleicht haben diese Frauen auch einfach unglaubliches Glück, dass sie alles so unbeschwert erleben durften. Ein bisschen neidisch bin ich schon darauf, das würde ich mir auch wünschen.

Aber natürlich habe ich auch noch schöne Dinge zu berichten. Meine To-Do-Liste arbeitet sich immer mehr ab, dem Januar und dem damit verbundenen Schlussverkauf sei Dank. Überall wird der Preis reduziert, wie kann man da nur wiederstehen?… Oft kann ich mich gar nicht entscheiden, weil es so viele wundervolle Sachen gibt, mein Konto weint schon leise und hofft auf baldiges Ende des Nestbautriebes (so wie der Wundermann, der bereits das Beistellbett und die Kommoden aufgebaut hat, schließlich sind wir schon in der 22. Woche!!!).

Ich glaube ich habe gestern das erste Mal ein Wunderwesen von außen gespürt. Es war ganz flüchtig, ich bin mir also nicht so sicher. Aber vermutlich war das ein ganz kräftiger Tritt, der es durch die Plazenta geschafft hat. Das sind dann wieder die Momene, in denen ich versöhnt mit allem bin und einfach nur selig vor mich hin lächel.