Wildes Durcheinander

Ich bin nun in der 16. Woche schwanger, heute zähle ich 15+5. Ich dachte, wenn ich schwanger bin habe ich unendlich viel Zeit für Alles, aber ich muss ehrlich zugeben, dass ich noch nicht mal annähernd das schaffe, was ich sonst neben der Arbeit erledigt habe. Es geht mir zwar besser, keine Blutungen und keine Übelkeit mehr, jedoch lasten mich klitzekleine Aufgaben für einen ganzen Tag aus. Wenn ich dann noch ein Freundinnenfrühstück oder -kaffee an einem Tag geplant habe schaffe ich es kaum  noch irgendwie produktiv zu sein. Nachts schlafe ich außerdem sehr schlecht (Vorbereitung auf das was kommt?), so bin ich dauernd müde und das ist nicht gerade förderlich. Wenn ich meine Müdigkeit ignoriere folgt die Strafe auf dem Fuße: Der Bauch zieht dann und zwingt mich so zum Ausruhen. Also passe ich besser auf uns auf und gewöhne mir schon jetzt etwas von meinem „Ich hab´s gern ordentlich und sauber“ ab.

Gerade habe ich so eine Phase, wo ich es schrecklich unwirklich finde, dass Leben in mir wächst. Ja, meinem Bauch kann ich beim Wachsen zusehen und die anderen Wehwehchen habe ich euch bereits beschrieben. Aber ich kann die Wunderwesen noch nicht spüren und ich weiß ja auch noch nicht, ob ich Mädchen, Jungs oder Beides erwarte (das wissen wir dann endlich nächste Woche…). So verrückt es klingt, diese schreckliche Übelkeit und die Blutungen haben es irgendwie realer für mich gemacht. Also befinde ich mich gerade in so einer Art Schwebezustand. Der Wundermann beschäfigt sich schon seit Wochen mit der Namensfrage, ich kann das noch gar nicht so richig. Ob das nächste Woche besser wird, wenn die Wunderwesen sich geoutet haben?

Und da gibt es noch so ein Erlebnis, dass ich teilen möchte. Ich befinde mich in der glücklichen Lage einen sicheren Job zu haben, der außerdem sehr familienfreundlich ist. Der Wundermann ist selbstständig und arbeitet schrecklich viel. Seitdem wir wissen, dass wir Zwillinge erwarten, haben wir trotzdem entschieden, dass ich drei Jahre Elternzeit nehme, denn ich möchte weder meine Zwerge Fremden anvertrauen noch unsere Eltern um Betreuung bitten, damit wir Beide arbeiten können. Ich denke halt, dass unsere Eltern ihre Kinder schon groß gezogen haben und zudem sind sie alle noch berufstätig. Ich könnte zwar am Nachmittag arbeiten, jedoch möchte ich das einfach nicht von ihnen verlangen sondern wünsche mir, dass sie gern auf sie aufpassen, wenn mal Termine oder andere Dinge anstehen. Wir haben ein bisschen hin- und hergerechnet und wir befinden uns in der glücklichen Lage, das finanziell hinzubekommen. Es wird zwar eng und so etwas wie Urlaub wird so lange ausfallen müssen, aber es wird gehen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, denn schließlich kann es der Wundermannfirma plötzlich nicht mehr so gut gehen und somit gehen wir da ein relativ hohes Risiko ein. Ich glaube aber ganz fest, dass es gehen wird und dass wir glücklich sein dürfen, dass ich meinen Wunderwesen das ermöglichen kann. Ich empfinde das als Luxus und hoffe, dass es die richtige Enscheidung ist. Leider treffen wir in unserem Umfeld dazu nicht auf viel Verständnis, gerade die Menschen, die direkt nach dem ersten Jahr wieder arbeiten gegangen sind kritisieren uns scharf, oder noch schlimmer, unterstellen  uns, dass wir es ja nicht nötig haben, (ja, unser Geld wächst auf Bäumen…), dass ich arbeiten gehe. Das schmerzt mich sehr. Ich habe so lange auf dieses Wunder gewartet und will es schlicht genießen und hoffe, dass es auch gut für die Wunderwesen ist, wenn ich da bin. Natürlich hat eine Fremdbetreuung auch Vorteile und ich habe auch nichts dagegen, wenn Mütter und Väter überhaupt keine Elternzeit nehmen, nur ich will es eben anders und mein Wundermann will es möglich machen. Mein Gehalt wird uns sicherlich fehlen und wir werden gut haushalten müssen. Ich weiß, dass keiner von uns in der Vergangenheit zum Spaß arbeiten gegangen ist und das verdiente Geld eigentlich überflüssig war. Wir hatten früher auch schlechte Zeiten, wo wir kaum über die Runden kamen und daher wissen wir einfach, dass wir es schaffen diese Zeit finanziell zu überbrücken. Und wenn es ganz schlecht läuft, gibt es immer noch den Bausparvertrag, der uns eine Weile retten kann. Schrecklich, wie solche Aussagen mich verletzen und ich es überhaupt nicht verstehen kann, warum gerade die, die Eltern sind, so argumentieren. Ist es Neid? Oder woher kommt das? Manche menschliche Züge werde ich wohl nie verstehen.

(Ich hoffe, ihr könnt mein Gedankenwirrwarr nachvollziehen. Das musste einfach mal raus.)

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27 Kommentare zu “Wildes Durcheinander

    • Liebe Muc,

      ich poste hier auch noch mal meinen Kommentar leicht angepasst von deinem Post. 😉

      du sollst dich doch nicht aufregen! 😉 Ich danke dir sehr für deinen ausführlichen Kommentar. Mir stößt halt auf, dass es scheinbar nicht mehr gesellschaftsfähig ist, wenn eine Mutter zu Hause bei ihren Kindern bleiben möchte und nicht so schnell wie möglich wieder zurück an die Arbeit will. Zumindest wird mir das Gefühl vermittelt, dass ich damit mich selbst und meine Karriere aufgebe und mich in Abhängigkeit begebe. Dabei finde ich, dass es durchaus emanzipiert ist sich bewusst für Familienzeit zu entscheiden und dass ein bisschen mehr Toleranz demgegenüber herrschen sollte. Das ist meine sehr persönliche Meinung, ich weiß, dass das scheinbar nicht mehr zeitgemäß ist. Hach… Es ist so schwer all das was ich darüber denke in Worte zu fassen, ich hoffe, ich kann zumindest eine Idee davon vermitteln wie meine Einstellung dazu ist…

      LG, Emma

  1. Hey.
    Lass Dich nicht ärgern! Ich bin auch neidisch und würde auch gern. Aber es deswegen andern n
    icht vergönnen? Ist doch schön, dass es geht. Das freut mich für Euch. 🙂
    16. Woche schon! Wow. 😀

      • Ach. 😀 Es ist ja nicht so, dass ich es Dir nicht gönne, oder mich nicht für jeden freue, der es machen kann. Ich würde nur auch gern und kann nicht, das macht mich neidisch. Aber dafür kannst Du ja nichts. 🙂

  2. Hallo liebe Emma,

    nichts auf das Geschwätz anderer geben! Ich habe für mein Kind auch ein Jahr Elternzeit genommen und das ging so schnell vorbei… Ich hab plötzlich gemerkt, daß ich mein Kind doch noch nicht in fremde Hände geben will und kurzfristig die Elternzeit verlängert. Finanziell ist das für uns auch kein Zuckerschlecken, da ich ja jetzt nix mehr bekomme, aber die Zeit mit meinem Kind ist es tausendmal Wert und die kann mir keiner nehmen!
    Ich habe dafür auch Null Verständnis erfahren, aber das ist mir Wurscht! Es ist meine Entscheidung und ich muß mich damit gut fühlen! Ich bin viel entspannter, seit das alles endlich geklärt ist und so froh, jeden Tag ein neues Wunder an meinem Kind zu entdecken…
    Mein AG hat dafür auch kein wirkliches Verständnis, aber zugestimmt hat er nun mal… Ich bin jetzt sogar durch Kryo ss geworden und freu mich riesig, daß ich dann wieder Elternzeit nehmen kann und dieses Mal mindestens 2 Jahre! Ich hab so hart für diese Kinder gekämpft, da bring ich es nicht übers Herz, sie so schnell in fremde Hände zu geben! Wir werden uns in den nächsten Jahren eh selbständig machen und dann werde ich noch soooooooooo viel arbeiten! Was sind da diese paar wunderbaren Jahre Zuhause mit Kindern?
    Ich finde eure Pläne toll! Heute meint jeder gleich nach der Geburt wieder arbeiten zu müssen! Man bekommt ein schlechtes Gewissen eingeredet… Es mag sicher Leute geben, die können das finanziell nicht stemmen, aber wenn ich jetzt auf ne halbe Stelle gegangen wär, wär das komplett fürdie Kita drauf gegangen! So müssen wir zwar rechnen und gut Haushalten, aber das kenne ich noch vom Studium und da haben wir’s auch hinbekommen!

    Ich wünsche dir und den Wunderwesen alles Liebe und Gute und Schick dir ein „dickes Fell“, das braucht man!

    Anna

  3. Hallo Emma,
    ich verstehe dich total. Kenne aber ohne das ich schwanger bin die Vorwürfe von beiden Seiten geht man gleich wieder nach einem Jahr arbeiten ist man eine Rabenmutter und schiebt die Kinder ab geht man erst wieder nach drei Jahren arbeiten ist man ne Glucke kann sich nicht trennen und hat wohl zu viel Kohle. Egal wie man sich entscheidet anderen dummen Menschen macht man es nicht recht. Ich wünsche mir auch sehr, dass ich bis dahin meine Selbstständigkeit soweit ausgebaut habe, dass ich meinen Fotojob in den 4 freien Tagen meines Mannes machen könnte und am Abend die Bilder bearbeite oder am Mittag aber naja erstmal muss es ja klappen aber man malt sich das alles schon vorher aus 🙂

    Ich kann dir nur sagen, hör auf dein Mutterherz und vielleicht, hat dein Mann mal die ein oder andere Aufgabe in der Firma die du übernehmen kannst und sollte das Geschäft nicht gut laufen kannst du dir immernoch was suchen immerhin hast du nen tollen Job gehabt und hast genug Erfahrung 😀 Drück dich

    • Liebe Nadja,

      ich habe großes Glück und kann nach den drei Jahren wieder zurück an meinen Arbeitsplatz. 🙂 Du hast Recht, egal wofür man sich entscheidet, Menschen finden immer ein Haar in der Suppe. Ich bin halt anders und mir fällt es dann oft schwer diese Menschen zu verstehen.

      LG, Emma

  4. Hallo, ich bin fast parallel mit dir schwanger 🙂 heute bin ich 15+0 … Allerdings nur mit einem Bauchbewohner und schon mit meinem Dritten 🙂 viele Sachen, die du schreibst erlebe ich also gerade genauso. Zum Thema Elternzeit: ich bin seit der Geburt meiner Großen vor fast genau 4 Jahren Zuhause und empfinde es als Luxus, die Betreuung meiner Kinder bis 3 übernehmen zu können und zu dürfen. Für meinen Mann und mich war das auch so genau richtig und wir genießen diese Kleinkindzeit! Aber ich kenn auch Frauen und Familien, für die passte das einfach so nicht – aus vierlerlei Gründen. Lass die Leute, die gegen drei Jahre Elternzeit reden … Wenn es sich für euch gut und richtig anfühlt und finanziell machbar ist, dann macht es! Es ist Zeit, die euch bzw. insbesondere dir und den Kindern keiner mehr wegnehmen kann. Ich wünsche dir und den Zwergen eine schöne und entspannte Schwangerschaft!

    • Liebe Barbara,

      ja, du hast Recht. Diese Zeit ist so kostbar, das empfinde ich genauso. Ebenso ist es das größte Geschenk, dass der Wundermann uns machen kann, schließlich lasten die Finanzen zwei Jahre allein auf seinen Schultern.

      LG, Emma

  5. Ach, die Leute reden immer. Mich haben auch schon viele gefragt, wie wir das machen wollen.
    Ich habe erst mal zwei Jahre Mutterschutz beantragt, dann mal schauen. Dann mal schauen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden.
    Lass Dich nicht ärgern.
    LG
    June

  6. Hallo Emma,
    wie mans macht ist es verkehrt. Mein Kleiner ist jetzt 7 Monate alt und ich werde nach einem Jahr wieder arbeiten gehen. Da treffe ich dann auch größtenteils auf Verständnis, ja man geht schon eigentlich davon aus, dass die Mutter wohl nur ein Jahr aussetzt. Und dann kommt gleich die (naja Frage kann mans nicht nennen) Annahme „da passen ja dann sicher Oma und Opa auf“. Ja so ist das hier auf dem Land eben, man geht zwar arbeiten, aber man gibt sein Kind doch nicht in fremde Hände… dass Oma und Opa selbst noch berufstätig sind und man vielleicht auch lieber „neutrale“ Erzieherinnen als verhätschelnde Großeltern als Betreuungspersonen hat, das interessiert keinen, das macht man einfach nicht. Auch ich musste schon den ein oder anderen kritischen Blick über mich ergehen lassen.
    Lass dich nicht unterkriegen!

    • Liebe sternchenb,

      ja, das ist ein weiterer Aspekt der nicht zu verachten ist. Wir leben auch sehr ländlich und jeder hat eine Meinung, wie es zu richtig ist… Aber jedem kann man es wohl nicht recht machen…

      LG, Emma

  7. Mit Sicherheit ist da viel Neid dabei.
    Drei Jahre Elternzeit ist Luxus und wenn ihr euch das erlauben könnt, dann ist das doch ganz wunderbar! Versteh ich nicht wieso immer alle sofort urteilen müssen.
    Lass dir da bloß nichts schlecht reden. Du hast lang genug gewartet und du darfst in vollen Zügen die Zeit mit deinen Kindern genießen!

    • Liebe Blumenpost,

      ich hoffe, dass wir es uns leisten können. 🙂 Aber es wird schon gehen, mit ein bisschen Verzicht und Sparsamkeit. Natürlich ist es Luxus und genau so werde ich es genießen. Danke! 🙂

  8. Liebe Emma,
    Ich werde auch für mein Kleines Zuhause bleiben und nicht arbeiten gehen und wurde deswegen auch schon mit diesen Kommentaren zugetextet. Mich ärgert sowas immer total, warum könnende Leute einen nicht so leben lassen, wie man es möchte, sondern immer versuchen einem die eigene Meinung aufzudrücken? Meine Mutter ist ebenfalls für mich Zuhause geblieben und ich war immer so froh, dass sie für mich da war und aus diesem Grund möchte ich das bei meinem Kind auch so machen. Ich denke nicht schlecht über Frauen, die es anders machen, denn jeder muss sein Leben so gestalten, wie er es für richtig hält, aber ich denke, dass bei den ein oder anderen solche Sprüche wirklich auf Neid basieren. Viele Mütter, die ich kenne, müssen arbeiten gehen, denen bleibt gar keine andere Wahl, weil sonst das Geld nicht reicht und das sind meistens auch die, die am lautesten lästern, wenn man erzählt, dass man für sein Kind Zuhause bleibt. Ich bin so froh, dass ich in der glücklichen Lage bin, mir diesen Luxus erlauben zu können, weil ich einfach nicht von fremden Menschen erzählt bekommen möchte, wenn mein Kind seine ersten Schritte macht oder seine ersten Worte sagt.
    Laß dich von solchen Sprüchen nicht ärgern, ihr macht das schon richtig so und das wichtigste überhaupt ist, dass ihr es so wollt und so machen könnt.
    LG Feb

  9. Ich wuerde so gern länger als 1 Jahr zuhause bleiben.. Aber wir können es uns leider nicht leisten 😦
    Aber auf die Idee neidisch auf andere zu sein wuerde ich niemals kommen.. Jeder macht es halt wie er kann.. Ist doch toll wenn man die Möglichkeit hat..

  10. Lass die doch reden! Es ist allein Deine bzw Eure Entscheidung, wann Du wieder arbeiten gehst. Ist doch schoen, wenn Ihr es finanziell hinkriegt, dass Du 3 Jahre Auszeit nehmen kannst. Und wenn es eng werden sollte, kannst Du ja immer noch frueher wieder einsteigen.
    Ich kenne die komischen Blicke und doofen Sprueche andersrum (von meiner SchwieMu und Schwaegerin), da ich nach 1 Jahr wieder arbeiten gehen will, in Teilzeit. Momentan denke ich zwar, dass ich auch gerne laenger ganz pausieren wuerde, aber mit nur einem Gehalt muessten wir uns finanziell zu sehr einschraenken, was wir dann doch nicht wollen.

  11. Wahnsinn wie die Zeit vergeht und das es manchmal immer wieder ganz unwirklich erscheint, das ist ganz normal – zumindest ging es mir auch so.

    Ich hab fast das Gefühl das ein Jahr Elternzeit heute „normal“ sind und man sich für alles weitere rechtfertigen muß. Ich hasse diesen Satz „ihr könnt euch das ja leisten…“ denn ja, es ist Luxus das ich zu Hause bleiben kann aber der große Mann arbeitet auch nicht gerade wenig und muahhhh (ich möchte mich nicht aufregen). Genieße Euer Glück und streichle Deinen Bauch bei jedem blöden Spruch.

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