Alltag und Besonderes, ein kleines Durcheinander

Zuerst darf ich euch etwas Schönes erzählen: Eine meiner Leserinnen hat (allerdings schon am 19.11., Asche auf mein vergessliches Schwangerenhaupt) nach ihrem 10. Transfer endlich positiv getestet. Ich freue mich von ganzem Herzen, nicht Aufgeben scheint sich oft zu lohnen. Also noch einmal auf diesem Wege: Herzlichen Glückwunsch!

Als Nächstes möchte ich euch ein Bauchbild zeigen, es ist von 13+1. Tadaaa:

Heute ist er schon wieder ein bisschen größer, aber ich habe das Foto bei Tageslicht verpasst und kein schönes Aktuelles machen können.

Und ich habe heute das erste Babymützchen genäht. Noch einmal, tadaaa:

Nun traue ich mich endlich, ich denke das Shoppen, Nähen und Basteln kann beginnen!

Bauchgeschichten

Mein Wunderbauch, immer für eine Überraschung gut. Am Sonntag schlief ich ein, schlank, mit einer klitzekleinen Wölbung, die nur der Wundermann und ich mit viel Wohlwollen sehen konnten. Montag stand ich auf und plözlich war er da: Ein nicht zu verleugnender Babybauch, der sich nun auch deutlich unter meiner Kleidung abzeichnete, aber immer noch klein genug war für meine normale Alltagskleidung. Diese Woche habe ich mich nicht viel von zu Hause weg bewegt, nur für Hunderunden habe ich das Haus verlassen. Allerdings in meiner schwarzen, ultrabequemen Jogginghose. Und so kam es erst gestern Abend dazu, dass ich gezwungen war mir gesellschafsfähige Kleidung anzuziehen. Also Jogginghose aus, die weiteste Jeans aus meinem Fundus an, der Gürtel, der letzte Woche noch zwingend notwendig war, lag bereit. Und nun kommt es: Ich konnte die Jeans zwar schließen, aber nur gerade eben so. Gürtel? Quatsch. Hinsetzen in diesem Outfit? Nicht möglich weil autsch! Aber man kann mir ja nicht nachsagen, dass ich nicht vorbereitet wäre, so versuchte ich meine Umstandshosen. Und sie waren allesamt zu groß (sie rutschen einfach bei jeder Bewegung), denn schließlich habe ich sie in der Größe gekauft, die ich vor meinem enormen schwangerschaftsbedingtem Gewichtsverlust hatte. Nun passen meine normalen Hosen nicht mehr und die Umstandshosen (noch) nicht. Tja nun.
(Mein Bauch ist explodiert. Über Nacht. Und wächst nun unaufhaltsam. Es ist wunderwunderschön. Und ein klitzekleines bisschen beängstigend.)

12+5, den Wunderwesen geht es prima, der Mutter nicht so

Heute morgen war ich erneut beim Arzt. Er wollte sich die Wunderwesen noch einmal ganz genau anschauen. Daher durfte ich die zwei auch per 4D-Ultraschall bewundern und ich bin völlig hin und weg wie genau man alles sehen kann. Wir konnten die Herzen ganz genau anschauen, die Gehirne und auch alles Andere. Die zwei sind zeitgerecht enwickelt, ein Zwilling ist 7cm groß, der andere 6,5cm. Der Ultraschall hat dieses Mal sehr lange gedauert, so dass ich ausgiebig Zeit hatte meine Wesen zu bestaunen, die winzigen Gliedmaßen, das Gezappel, dass noch ein bisschen ungelenk wirkt und die Gesichtszüge, die langsam immer menschlicher werden. Das ist ein einmaliges, herzergreifendes Ereignis, dass ich wohl nie vergessen werde. Wie schön es ist, dass ich das erleben kann und was die Technik alles möglich macht. Meine Mutter ist auch völlig fasziniert, von mir gibt es nämlich überhaupt kein Ultraschallbild und von meiner Schwester zwei sehr, sehr Undeutliche (sie ist 4 Jahre jünger als ich). Also alles ganz wundervoll.
Bei mir allerdings gibt es nicht ganz so zufriedenstellende Ergebnisse. Trotz Utro habe ich immer noch ab und an Schmierblutungen, mein Blutdruck ist unterirdisch (heute 90/60) und an Gewicht ( ich habe ja zuerst 4kg verloren) habe ich seit dem letzten Termin erst Einen wieder zugenommen. Da ich eine schlanke, kleine Frau bin ist das natürlich nicht so ideal. Die ärztlichen Anweisungen lauten also: Koffein am Morgen, nicht schwimmen, nicht baden, nicht herzeln, alles im Schneckentempo, kein Schwangerenyoga, mäßig bewegen, nichts Schweres heben, nicht zu sehr anstrengen. Ich darf ein bisschen spazieren gehen, laaangsam und leichte (!!!) Haushaltsdinge erledigen. Utro weiter für zwei Wochen, dann mal weiter sehen.

Das nächste Wiedersehen mit den Wunderwesen ist erst in vier Wochen, der Arzt versprach dann verraten zu können, ob wir Mädchen, Jungs oder Beides erwarten. Der Wundermann glaubt  es sind zwei Jungs. Ich bin unschlüssig und total gespannt.

Fotos reiche ich morgen in einem geschützten Beitrag nach, heute bin ich zu müde. Also streichel ich noch ein bisschen meinen Bauch und schlafe dann wohl gleich zufrieden und mit ein paar Sorgen weniger ein.

Neuigkeiten. Und ein paar Gedanken.

Schmierblutungen sind schrecklich und machen mir Angst. Auch wenn es schrecklich wenig ist und „altes“ Blut. Es macht mir auch immer noch Angst, wenn und während mein Arzt mir sagt, dass es den Wunderwesen gut geht. Blut in der Schwangerschaft ist mein persönlicher Albtraum. So gern würde ich genießen schwanger zu sein. Leider werde ich es wohl nicht schaffen diese glückliche Unbeschwertheit meiner ersten kurzen Schwangerschaft zurück zu bekommen. Hoffentlich spüre ich die kleinen Wesen bald. Das könnte helfen.

Gestern waren wir zum ersten Kennenlerngespräch mit einer Hebamme. Der Wundermann hat mich begleitet, denn er findet, es sei ebenso wichtig, dass sie auch ihm sympathisch ist, er will sich im Geburtsvorbereitungskurs und ihren Besuchen auch wohl fühlen,  und genauso bei der Babymassage, die sie auch anbieten würde.  Es ist eine kleine Praxis, die eine heimelige und familiäre Athmosphäre vermittelt, sie war sehr nett und wir glauben, dass wir richtig bei ihr sind. Da ich eine Risikoschwangere bin möchte sie die reguläre Vorsorge nicht so gern übernehmen, sondern empfiehlt das beim Arzt zu machen. Sie würde mich zusätzlich betreuen, um meine Ängste aufzufangen, um Fragen zu beantworten und zwischendurch nach dem Rechten zu sehen. Auch das finde ich ganz wunderbar: Sie war ganz ehrlich, und trotz ihrer 19 Jahre Berufserfahrung findet sie in meinem Fall eine ärztliche Vorsorge besser.  Wir waren lange bei ihr, sie hat sich viel Zeit zum kennenlernen und zum beantworten all unserer Fragen genommen.

Heute bin ich in der 12. SSW, genauer bei 11+5. Mein Risiko eines der Wunderwesen zu verlieren, sinkt drastisch. Nie hätte ich gedacht, es bis hierhin zu schaffen und nun bin ich schon da. Der Bauch beginnt sich zu runden und die Wehwehchen lassen langsam nach. Es wird auch Zeit, denn ich habe seit Stimubeginn 4kg verloren und langsam wird es nötig, dass ich beginne zuzunehmen. (Wer hätte gedacht, dass ich mir je wünsche endlich zuzunehmen?)

 
Ein kleines Dankeschön möchte ich auch noch hier lassen, für all meine Leser, egal ob ihr akiv kommentiert, stumm mitlest, Daumen drückt, euch mit mir freut, Fragen stellt, mich zurück auf den Boden der Tatsachen holt oder mir Feedback gebt, für eure zahlreichen E-Mails und für das Gefühl, dass es Menschen gibt, die mich verstehen. Manchmal erschrecke ich mich nämlich ein wenig über die Umgangsformen, die mir hin und wieder im Internet so über den Weg laufen und dann frage ich  mich, ob diese Menschen in ihrem realen Leben auch so mit ihren Mitmenschen umgehen. Es passiert in unserer kleinen Kinderwunschwelt immer wieder: Jemand wird schwanger und dann wird das Haar in der Suppe gesucht, ans Licht gezerrt und mit Genuss darauf herum gehackt.Diskussionen: sehr gern. Aber alles hat Grenzen und ich finde es sehr schade, dass man sich nicht trotz einer Kritik, die im Kopf herum schwirrt, auch ein bisschen freuen kann. Denn wenn niemand Erfolg hätte wäre der Weg, den wir gehen völlig hoffnungslos. Und in solchen Momenten freue ich mich umso mehr über euch. Danke.