Urlaub ist nicht immer leicht

Wir verweilen immer noch im Urlaub. Es startet nun die zweite Woche und wir haben uns nun langsam hier eingefunden. 

An das kleine Häuschen kann ich mich nicht so recht gewöhnen. Es ist schön und praktisch, keine Frage. Aber diese Enge liegt mir nicht. Dauernd steht etwas oder Jemand im Weg und es gibt keinen Rückzugsraum für Niemanden. Zum Glück hatten wir bislang tolles Wetter, so dass wir sowieso fast nur draußen sind. Trotzdem kann ich bereits jetzt mit Sicherheit sagen: Zum Camper werde ich bestimmt nicht. Auch wenn es bestimmt einige Vorzüge hat, aber zu mir passt es einfach nicht. 

A. findet das Konzept „Urlaub“ auch nicht so toll. Sie fragt oft, wann wir denn nun nach Hause fahren, bockt und schreit viel und nässte die ersten drei Tage ständig ein. Sie ist seit ungefähr einem Jahr trocken, Unfälle lassen sich seitdem an einer Hand abzählen. Und hier passierte es dann ständig. Das ist besonders schön, wenn man keine Waschmaschine zur freien Verfügung hat sondern sich eine (!!!) mit allen Mitcampern teilen muss. Nun ja, das scheint nun überstanden. Hoffe ich. (Oh nein. Jetzt hab ich es geschrieben.) 

Hätte ich vorher raten müssen, wer sich mit dem Urlaub nicht so richtig anfreunden kann, hätte ich ja auf M. getippt. Dass A. sich so schwer tut, hätte ich nicht erwartet. Sie ist sensibel, ja. Aber dass sie das so aus der Bahn wirft hätte ich nicht erwartet. Ich habe unterschätzt, wie sehr sie an ihren gewohnten Strukturen und Menschen hängt. 

Es ist nicht so, dass sie hier nur ein Gewitterwölkchen ist. Sie mag sichtlich die Zeit, die wir hier miteinander verbringen und hat große Freude an den verschiedenen Aktivitäten. Es bricht nur zwischendurch immer wieder hervor. Ich bin gespannt, wie sich das mit ihr in den nächsten Jahren entwickelt, ob sie auch so ein Mensch wird, der am liebsten zu Hause ist, so wie ihre Mama? 

Mittagsschlaf. Oder doch nicht?

Meine Kinder schlafen Mittags noch. Wenn sie aus dem Kindergarten kommen, sind sie sichtlich geschafft, quengelig und froh, wenn sie ins Bett dürfen. Und dann schlafen sie ungefähr 1,5 Stunden, danach haben wir einen fröhlichen Nachmittag. 

Abends gehen die Kinder zwischen acht und halb neun ins Bett, aber besonders A. hat große Probleme dann einzuschlafen. Manchmal dauert es über eine Stunde, bis sie endlich schläft. 

Also dachten wir uns, wir lassen das mit dem Mittagsschlaf für A. Das fand sie auch eine großartige Idee. Freunde und das Internet erzählten, dass sich Kinder recht schnell daran gewöhnen, es aber am Anfang auch mal anstrengend sei. A. hat zwischendurch immer mal wieder einen Mittagsschlaf ausgelassen, also dachten wir, wir versuchen es.

Tag 1 verlief ohne Probleme. Sie war früh müde und schlief um halb sieben bereits tief und fest. Halb sieben ist für uns aber eine ziemlich blöde Uhrzeit, denn der Papa kommt immer erst gegen sechs und dann essen wir gemeinsam. Naja gut, erst mal halb so schlimm, sie wird sich sicher daran gewöhnen. 

Tag zwei verlief sehr holprig, ab 17.00Uhr war das Kind unruhig, ungeduldig, weinerlich, zu nichts zu begeistern. Schlief wieder um halb sieben, wäre aber mit Sicherheit auch früher schlafen gegangen. 

Tag drei: A. beginnt den Tag schon weinerlich, streitet dauend, kann nichts spielen, was Konzentration erfordert, zerstört und wirft nur. Viele Tränen, Streit, blanke Nerven. Sie schreit wegen Allem herum und wütet. 

Tag vier: A. weint bereits beim morgendlichen Wecken. An diesem Tag fällt sie auch zum ersten Mal im Kindergarten auf. Sie ist unzufrieden und ich bin es auch. 

Durchhalten? Ich habe mich dagegen entschieden. An diesem Mittag lege ich sie mit hin, lese vor und sie schläft noch vor M. ein. Das ist so was wie ein Weltwunder, das gab es nur sehr selten bislang. Sie schläft 2,5 Stunden und ich lasse sie. Abends verlangt sie von selbst um halb acht nach dem Bett. Am nächsten Morgen ist sie wieder ein fröhliches, entspanntes Kind. 

Ich befürchte, sie ist doch noch nicht so weit und braucht den Schlaf. Dann warten wir damit eben noch ein bisschen. 

  

Frühling

Ja, den wünsche ich mir sehr. Der Winter hat uns fest in der Hand, wir rutschen hier von einer Krankheit zur nächsten.

Der erste Winter im Kindergarten sei hart, hat man mir gesagt. Die Kinder würden dauernd krank. Aber dass ich auch dauernd krank werden würde, DAS hat mir keiner gesagt. 

Seit Dezember ist hier der Krankheitswurm drin. Schnupfen, Husten, Fieber am laufenden Band. Immer, wenn jemand nur einen Wimpernschlag lang so etwas wie gesund war, ging es wieder los. Die Kinder stecken das relativ gut weg. Ich allerdings bin dauern so richtig krank. So krank, wie schon sehr lange nicht mehr und so oft, wie noch nie.  (Aktueller Verzweiflungsgrad: Ich kaufte heute in der Apotheke so ein Brausepulver, dass einen leistungsfähig trotz schlimmer Erkältung macht, damit ich es schaffe einzukaufen. Ich mischte es mir am Wasserspender des D*M zusammen und hatte merkwürdige Blicke sicher.)

Und der Jackpot: Ein sich fortbildender Mann, der erst morgen Abend zurück kommt, zwei gesunde fast-Dreijährige, und eine Mama, die so krank ist, dass sie ins Bett gehört. 

Ich bin es leid und muss jetzt einfach ein bisschen jammern. 

Frühling, bitte komm bald.